#1 RE: Ausbildung auf Kosten des Pferdes? von smarten die 14.12.2012 22:03

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Stelle hier mal die Frage, ob wir unsere Pferde so schnell wie möglich auf spektakuläre Optik ausbilden, oder ob wir ihnen mit solider Basisarbeit ein langes gesundes Leben ermöglichen?
Die Antwort ist für mich ganz klar:
Ich will, dass mein Pferd a) Spass an der Arbeit hat, b) gefördert wird, c) die frühe und sicher harte Arbeit auf der Rennbahn ausgeglichen wird, d) er in eine Verfassung kommt (oder dort bleibt), die ihn so lange wie möglich so gesund wie möglich erhält.
Dazu gehört in meinen Augen eine auf sein Vermögen und seinen Willen abgestimmte gymnastische Arbeit, die auf anatomischen Grundlagen beruht.
Wenns dann mit der Versammlung länger dauert ist das ok. Die kommt bei korrekter Vorarbeit irgendwann von selber.

Beziehe mich dabei durchaus auf die alten Meister, und auf Bücher wie "Gymnasium des Pferdes" von Steinbrecht, oder "Pferd und Reiter" von Alois Podhajski, oder "Der Reiter formt das Pferd" von Bürger/Zietzschmann, bzw. eben nicht auf die heute scheinbar übliche Schnell-schnell-Ausbildung (nach 6 Wochen "L-fertig")

#2 RE: Ausbildung auf Kosten des Pferdes? von Warwing 15.12.2012 09:29

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ich sehe dass genauso so wie du, Smarten Dei. Ww soll möglichst lange "halten". Ich freue mich aber immer sehr, wenn ich sehe, wie seine Haltung/Gänge sich auch auf der Wiese verändert haben. Am Anfang gab es nur Schritt und Galopp. Jetzt legt er auch schon mal einen Angeber-Mitteltrab aufs Parkett. Und den Giraffenhals gibt es gar nicht mehr.
Ich habe Ww jetzt ziemlich genau 3Jahre und dressurmässig ist er jetzt Anfang L, wobei wir dass erste 3/4 Jahr nur "getüddelt" und probiert haben.
Ich finde, dass ist durchaus ein reeller Zeitrahmen, wobei man aber auch sagen muss, dass er ( Blüter hält) verdammt schnell lernt. Denn ich reite, wenn es hoch kommt, dreimal die Woche. Lektionen sind gar kein Thema für ihn, wenn er es kopfmässig umgesetzt hat. Wenn er etwas nicht versteht, blockiert er komplett und dann auch hysterisch.
Z.B. Aussengalopp in der Halle mit Bande. Ich glaube, er dachte, man will ihn gegen die Wand setzen. 3./4. Hufschlag angaloppieren, kein Problem. Auf dem Hufschlag ein absolutes No-Go. Zum Glück habe ich ja meine RL, die auch viele Ideen mitbringt. Wir haben immer einen kleinen Schlenker eingebaut und den immer kleiner werden lassen. Hat letztendlich 3 Monate gedauert, bis er uns geglaubt/vertraut hat.
Ww hat aber auch ein wirklich gutes Exterieur, vor allem die Schulter. Das war schon ein Kaufkriterium. da muss man auch Grenzen akzeptieren, dass sehe ich auch wie du. Auf Teufel komm raus geht gar nicht.

#3 RE: Ausbildung auf Kosten des Pferdes? von Jessy90 17.12.2012 07:52

Also ich denke so LANGSAM beginnt ein umdenken, aber nur in einem kleinen Kreise.
Man siehe Olympia, die wo wirklich Pferdegerecht reiten sind immer noch nicht auf
Platz 1 oder 2, da sind immer noch Pferde wo im Training, sagen wirs mal nicht so hart,
nicht gerade Pferdeschonend gearbeitet werden.
Viele der Reiter setzt sich drauf, vorne ziehn ist anhalten, links oder rechts wenden und
draufhauen ist vorwärts.
Da fallen mir gerade 3 aus dem Nachbarort ein. „Westernreiter“ da Westernsattel, Kandaren
mit 20cm langen Anzügen und Sporen (so was hab ich in meinem leben noch NIE gesehen), ungelogen,
8cm lang. Ich habs nachgemessen.
Solche Leute sind dann auch nicht belehrbar. So sind der Großteil der Reiter die ich kenne. Die sind dann zwar so: „Nur Offenstall ist gut, Boxenhalter Tierquäler. Sattel muss dem Pferd 100% passen (aber
sie selbst passen nicht rein und sitzen fast oben aufm Sattelkranz)“ usw.
Das man aber anatomisch gut (ich sage bewusst nicht korrekt, wirklich immer korrekt reiten schafft
wohl nur ein kleiner Bruchteil der Reiter) reiten anstreben sollte um das Pferd lange gesund zu erhalten,
davon haben sie noch nie was gehört.
Es ist schade, früher war jemand der dies nicht anstrebte verpönt. Es war wichtig dass das Pferd lange
gesund ist, da es ja oft das einzige Arbeits- und Fortbewegungsmittel war.
Teilweise haben wir mittlerweile mit Osteo´s, Zahnärzten usw. zwar einen Fortschritt, aber in mancher
Hinsicht auch einen Rückschritt gemacht. Was eine sehr bedauernswerte Entwicklung ist.

Ich denke auch auf Dauer wird reiten wieder das was es war – Elitär für diejenige wo Geld haben.
Nachdem die erste Kommune die Pferdesteuer eingeführt hat. Genau die wo Geld haben sind meist
die wo am schlechtesten Reiten – den wenn der Bock net läuft kommt ein neuer her.

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