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#1 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Neshad 04.01.2014 17:27

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Hallo,

so, langsam nähere ich mich nun auch dem Pferdekauf. (Nun gut, es ist noch etwas hin - ich will ab Februar/März anfangen, zu suchen.) Deshalb mache ich mir jetzt schon viele Gedanken.
Am liebsten möchte ich mir ein Vollblut zulegen. Dabei ist egal, ob es schon Rennen gelaufen ist oder nicht. Einige der Pferde, die ich mir in meiner Nähe ansehen würde, sind aber von der Rennbahn und noch kaum oder nicht umtrainiert.

Ich würde euch gerne mal fragen, wie das war, eure Vollblüter umzuschulen. Muss man dafür der absolute Profi sein? Oder klappt das auch, wenn man genug Gefühl hat und mit Herz und Verstand dabei ist?

Dressurlich befinde ich mich auf A-Niveau. (Wobei mich diese Einteilung sowieso nervt, es gibt grauenhafte und sehr einfühlsame und lockere Reiter des gleichen Niveaus...)
Meine letzte Reitbeteiligung war eine Ex-Galopperstute. Die stand, bevor ich kam, 3 Jahre nur auf der Koppel. Die musste also wieder völlig neu aufgebaut werden. Ich war die einzige, die sie ritt (allerdings mit regelmäßiger Anleitung), also hab ich sie eigentlich selbst wieder "ausgebildet", wenn man das denn so nennen kann - denn sie kannte das ja alles schon. Sie hat das alles ja schonmal gemacht, war vor ihrer Pause bis A-Niveau ausgebildet.
Das heißt, sie hat sich natürlich daran erinnert. Trotzdem sind unsere Anfänge im Vergleich zu jetzt natürlich ein riesiger Unterschied. Anfangs ging es nur um sich lenken und bremsen lassen. Und nach und nach kam eben immer mehr hinzu und jetzt läuft sie auch ganz zuverlässig wieder eine E-Dressur durch, wenn sie gerade keine Launen hat. A-Elemente sind natürlich auch schon dabei, da bin ich aber noch keine Aufgabe mit ihr geritten. Sie lässt sich eben wieder ganz normal gymnastizieren. Zügel aufnehmen und sie tritt ans Gebiss.

Momentan bin ich auch wieder dabei, einer Stute das Gehen in Selbsthaltung und am-Zügel-gehen anzutrainieren. Das ist also nix Neues mehr, die Grundlagen kann ich also denke ich allein beibringen.


Wie ist das, denkt ihr, ich könnte mir das zutrauen, ein Pferd von der Rennbahn umzuschulen? Eigentlich halte ich natürlich Ausschau nach etwas, was schon ein paar Wochen Richtung Freizeitpferd umgeschult wird. Aber wenn ich eben DAS Pferd treffe , und es zufällig eben noch nichts anderes kennt...
Durch die Ex-Galopperstute kenne ich auch diverse humorvolle Einlagen von der Vollblutseite und hab damit absolut kein Problem. Das ist eigentlich das, was diese Pferde für mich ausmacht.
Ich denke, ich kann hinhören und bin geduldig. Ich erwarte keine sofortigen Höchstleistungen, ich möchte in erster Linie einen tollen Freizeitpartner, und nach der Grundausbildung schaut man dann, was noch so kommt. Was dem Pferd und mir so am besten liegt.
Mir wird es bei der Umschulung auch nicht nur um dressurliche Standards gehen, sondern ich möchte viel Bodenarbeit machen, spazieren gehen, ausreiten, hüpfen, spielen - ich möchte einen FREUND finden und kein Pferd, das Lektionen abspulen soll.


Reichen eine solide Grundausbildung und Feingefühl sowie genug Zeit und Ruhe oder nicht? Aus meinem Reiterbekanntenkreis fragen mich einige Leute bestürzt, ob es denn unbedingt ein Vollblut sein muss. Die haben aber auch alle selbst keinen Kontakt zu Vollblütern und verstehen diese Rasse sowieso nicht so richtig. Für die sind Vollblüter oftmals gleichzusetzen mit unkorrigierbaren Problempferd-Verbrechern...

Würde mich mal über eure Einschätzung freuen und vielleicht habt ihr ja auch Tipps, was ich beim Kauf eines Rennpferds bezüglich der Umschulung nicht unterschätzen darf.

#2 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Shirana 04.01.2014 18:52

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Hähä, Du beantwortest Dir Deine Frage schon selbst: Du möchtest einen Freund und legst Wert auf Selbsthaltung, spielen und all so Dinge.
Ganz echt: Wenn Du da nen "normalen" Profi ranlässt, kennt das Pferd vielleicht hinterher den Schenkel (gibt's auf der Bahn ja nicht) und Bahnfiguren etc. aber es kennt nicht DICH! Vielleicht bekommt es sogar Probleme, wenn es geritten wird, wie ein Warmblüter: vorne eng, hinten treiben...
Ich meine halt, wenn man das reiterlich drauf hat (A-Niveau sollte doch reichen), unerschrocken ist und Zeit hat. Zeit und Geduld! Dann gibt es nichts besseres, als es selbst zu machen. Falls Du dann oder irgendwann sonst mal Hilfe von einem Vollbluterfahrenen Lehrer brauchst: Klar, warum nicht? Aber gerade den Anfang (samt Bodenarbeit, spazierengehen etc), den - finde ich - sollte man doch besser selbst machen. Das Vertrauen, das sich dabei aufbaut ist mit nichts zu ersetzen!

Kommt aber natürlich ohnehin immer auf das Pferd und den Reoter an. Wir haben hier ja auch diese "Große Anfangsprobleme"-Rubrik. Da kannst Du ja auch mal schnöfen, mit welchen Problemen manche schon zu tun hatten - und ansonsten in den Pferde-Threads, wie es bei all denen läuft/gelaufen ist, die eben solche schlimmen Probleme nicht hatten. Manchmal ist's ja auch alles easy

#3 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Warwing 04.01.2014 18:59

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Ein gutes A-Niveau (wenn man denn einen Maßstab sucht) ist sicherlich ausreichend. Damit kannst du schon mehr als die Meisten, die sich "Reiter" nennen.
Und ich glaube, die Einstellung einen Freund zu suchen, ist auch schon mal die richtige.
Ansonsten finde ich einen guten Trainer/RL sehr wichtig. Muss ja auch nicht jede Woche kommen, nur halbwegs regelmäßig.
Ansonsten gibt es hier unter >Neuausbildung-Umschulung< einen Thread >Grosse Anfangsprobleme im Allgemeinen< dort wirst du sicher fündig, bezüglich deiner Fragen.

#4 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Warwing 04.01.2014 18:59

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@Shirana:

#5 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Neshad 04.01.2014 19:49

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Danke,
den Thread hab ich mir auch schon vor ein paar Wochen durchgelesen.
Und einige Dinge daraus kamen mir mit meinem RB-Stütchen gar nicht so unbekannt vor...
Ich hab einfach nur ein bisschen Bedenken, ob ich ein Rennpferd vielleicht unterschätzen könnte? Ich weiß ja nicht, wie die so drauf sind, wenn man die ziemlich frisch von der Rennbahn holt.

#6 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Cristino 04.01.2014 20:07

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Erstmal muss ich sagen, dass ich es schon ganz toll finde, wie Du über Dich + Deine Werte/ Erfahrungen oben geschrieben hast. Allein die Tatsache, DASS Du Dir Gedanken machst ist schon viel mehr, als Viele vorab tun.

Zu Deinen Fragen - ich persönlich denke, dass das reiterliche Niveau allein nicht viel aussagt. Man kann auch eine L-Dressur auf einem entsprechenden Pferd reiten & zeitgleich völlig unfähig sein, selbiges einem jungen/ unausgebildeten Pferd beizubringen. Für mich sind die Grundvorraussetzungen Feingefühl & Verstand.

Sollte es ein Pferd werden, was direkt aus dem Rennstall kommt .. dann macht es auch Sinn, sich genauer mit dem Renntraining im Allgemeinen zu beschäftigen - was hat das Pferd bisher gelernt/ was gar nicht. Denn unsere Ex-Galopper sind nun mal nicht "roh", wie manch einer es gerne auf den ersten Blick versteht.
Was im Rennalltag so üblich ist - davon können Viele von uns Dir hier berichten/ Dir einen Einblick geben.

Optimal ist doch, dass Du schon VB-Erfahrungen hast. Und nicht nur das - es fordert Dich scheinbar ja auch heraus. Ich würde sagen - Willkommen im Club !!
Und eines kann Dir hier glaube ich jeder bestätigen - hast Du das Herz eines VB gewonnen, wird es Dich nie wieder verlassen. Wenn Vertrauen als Grundlage geschaffen ist, ist Vieles möglich. In manch einem VB steckt ein gutes Potential für mehr(siehe bspw. Warwing). Ww hat aber auch eine Besitzerin, die in der Lage ist, das herauszureiten. In einem anderen VB (quasi "flache Flunder") steckt vielleicht nicht das Potential für schwungvolle Bewegungen, aber Du findest mit Feingefühl u.U. einen Traumpartner für das Gelände/ die Vielseitigkeit.

Der schlimmste Fehler ist, denke ich, von vorneherein ein konkretes Ziel in eine Richtung zu formulieren & diese auch um jeden Preis zu erwarten. Und so verstehe ich Dich nicht - Du bist offen für das, was "Dein" Pferd Dir anbieten kann. Besser geht es doch nicht !

#7 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Neshad 05.01.2014 17:07

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Danke!

Genau, ich dachte eigentlich auch, das Ruhe und Gefühl wichtiger sind als irgendwelche Leistungsnachweise, aber viele Menschen, die ich kenne, meinen, dass solche Pferde nur in Profihände gehören... Dass nicht jedes VB ein Problempferd ist vergessen sie glaube ich. Und auch, dass viele Problempferde nur bei entsprechender Behandlung so sind, beziehungsweise man sie mit viel Geduld auch wieder Vertrauen fassen lassen kann...

Danke auf jeden Fall, dann fühle ich mich schonmal etwas selbstsicherer in der Pferdekaufsache.

#8 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Mobi 05.01.2014 17:23

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Ich reite zwar schon ewig, bin über A oder E bestimmt nie hinausgekommen, aber habe mein Fahrpferd eingeritten ( und die Kissing Spines die sie hat gut in den Griff bekommen) und auch Mobs reitbar gemacht.
Ich denke es zählt nicht, dass man Spitzendressurkünste hinlegt, sondern Gefühl und etwas Verstand.

Mein Pferd muss nicht wie Totilaas über den Platz strampeln, sondern Spaß mit mir und der Arbeit haben und dazu muss man sich auf das Pferd einstellen können. Und das scheinst du ja zu können!

Also Daumen hoch ! DAS WIRD!

#9 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von daemon-rider 05.01.2014 18:48

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Diese Frage musste ich mir in letzter Zeit auch oft stellen.

Natürlich hilft es mit gutem Willen und Geduld an die Sache heran zu gehen, aber ich bin mir auch häufig unsicher ob das ausreicht. Mir zumindest fehlt da reiterlich noch sehr viel auch wenn mein letztes VB meine Sattelfestigkeit sehr verbessert hat. Obwohl Dancer bereits von jemandem in unserem Stall sehr gut eingeritten war, hat es mich noch sehr viel Schweiss, Tränen und blaue Flecken gekostet bis aus ihm ein verlässliches Reitpferd wurde. Es war die Investition voll wert, aber vor dem Hintergrund meines Wirbelbruchs letzten Sommer bin ich nicht sicher ob ich mir nochmal soviel Rodeo zumuten will.

Es ist also auch immer eine Frage wieviel seiner eigenen Knochen man bei der Umschulung eines Pferdes riskieren möchte.

Auf meiner Suche nach einem neuen Pferd habe ich in den letzten Monaten einige Pferde gesehen und teilweise auch probegeritten. Der grosse Unterschiede lag dabei nicht so sehr in dem "ob eingeritten" sondern in dem "wie geritten". Beispielsweise liess sich ein Pferd das noch im Renntraining war super brav reiten, während sich ein aus Profiberitt kommendes Pferd als total respektloser Feuerstuhl entpuppte. In anderen Worten, manche Profihände können ein Pferd auch auf ewig versauen. Wieder ein anderes das auch in professionellem Beritt stand war ein absoluter Reittraum.

Ich würde da nicht mit einer vorgefassten Meinung heran gehen, sondern beide Möglichkeiten in Betracht ziehen, immer je nach dem wie mit dem Pferd im Vorfeld umgegangen wurde und welchen Eindruck Du vom Pferd selbst hast.

#10 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Victoria_L 05.01.2014 19:35

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nur meine ganz persönliche Meinung:

achte auf den Charakter des Pferdes.
Denn das wird die Zusammenarbeit mehr prägen als was es schon gelernt hat oder was nicht.
Im Zweifelsfall kann ein Pferd von der Bahn einfacher sein, als einer was schon durch 2 Bereiterhände gegangen ist.
Das von der Rennbahn kann im Prinzip nichts, aber es ist auch nicht versaut worden.
Das was vielleicht schon "eingeritten" wurde, hat vielleicht so manche ungute Erfahrungen gemacht, die du erst nach und nach im Alltag entdecken wirst.
Wenn ich mir jetzt einen nachfolger für Patsy holen würde, würde ich im Zweifelsfall lieber ein "rohes" Pferd oder eines von der Bahn holen, als eines was schon durch mehrere Hände gegangen ist.
Patsy war so ein Kandidat der durch mehrere Hände ging, bis sie als vollkommen heruntergekommenes Schulpferd in meinem damaligen REitstall auftauchte.
Total gestört und neben der Spur, hat einiges blödes erlebt. Die "Anfänge" mit diversen RL und Bereitern haben es nicht besser gemacht, im Gegenteil.

Das wichtigste ist am Anfang erst mal die Chemie die stimmen muss, und dann Vertrauensarbeit...
wenn du einen Konnex zum Pferd hast, würde ich sagen lieber nur du und das Pferd, als ein Haufen Bereiter.
Natürlich braucht man regelmäßig jemanden, der mit drauf sieht, einen RL der einem persönlich liegt. Aber im wesentlichen würde ich sagen: zu viele Köche verderben den Brei.
Ich würde einfach nach Gefühl vorgehen.
SO wie du geschrieben hast, scheinst du reiterlich ja was zu können, und möchtest einen Freizeitkumpanen.
Ich denke das kriegst du hin !!
Viele von uns sind bestimmt mit weitaus weniger Vorkenntnissen und reiterlichem Können ins Vollblutleben geschliddert, und haben sich weniger Gedanken am Anfang gemacht =)
Nur Mut !!
Das A und O ist die Pferd-Mensch-Beziehung. Stimmt die, kann man (fast) alle Klippen gemeinsam packen.

#11 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von clodette 05.01.2014 20:05

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Ich glaube der Punkt von Victoria ist ein wichtiger, allerdings sehr schwer zu beurteilen da Du das Pferd kaum vor dem Kauf in sämtlichen Lebenslagen beobachten können wirst.

Reiterliches Können ist sicher nie verkehrt, allerdings brauchst Du Dir darüber im Vorfeld auf Deinem Stand nicht zuviele Gedanken machen solange Du nicht vorhast in zwei Jahren Grand Prix zu reiten. Schließlich kann man sich dafür immer noch einen Trainer hernehmen um gemeinsam Probleme zu beheben oder um sich weiterzuentwickeln und fortzubilden. Wichtig ist, dass Du Dir im Klaren darüber bist dass Du Dir eine komplexe Aufgabe stellst und diese auch ernsthaft anpackst.

Du must investieren: Zeit, Geld, Geduld und Nerven. Das ist jetzt nicht unbedingt vollblutspezifisch, es gibt sicherlich sowohl bei Vollblütern als auch bei Warmblütern schwierige Patienten und Musterschüler. Egal was es für ein Pferd ist das Du Dir aussuchst, Du musst daran glauben, es gibt leider nachwievor immer noch viele Reiter die sich ein Pferd anschaffen und bei den ersten Kinderkrankheiten weiterreichen weil sie sich nicht damit auseinandersetzen wollen.

Das sage ich nicht weil ich Dich so einschätze sondern weil es mir am Herzen liegt

#12 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Neshad 06.01.2014 00:31

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Vielen Dank für eure vielen Antworten!
Es ist mir sehr wichtig, dass ich auf verschiedene Dinge im Vorfeld hingewiese werde, die ich sonst vielleicht vergessen oder denen ich eventuell keine so große Beachtung schenken könnte. (Weil man ja mit seinen Gedanken sowieso die ganze Zeit hin und her huscht, was man alles vorher abklären will etc. ... )

Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben...

#13 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Victoria_L 06.01.2014 11:40

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ja, das stimmt !!

Das wichtigste was du brauchen wirst ist vor allem Zeit !
Überlege dir, wie viel Zeit du in der Woche für das Pferd haben wirst !
Gerade am Anfang sehr sehr wichtig, damit eine gute Bindung entsteht, da würde ich erst mal den Gedanken an eine RB zurückstellen.

(natürlich ist das Geldthema auch wichtig- viele VB von der Bahn haben Probleme rund um die Hufe und die Hufeisen, da wirst du eventuell viel GEld und Nerven investieren müssen)

Meine Erfahrung ist es, lieber du kommst nur 4 mal die Woche richtig, und dazwischen hat das Pferd eine gute Haltung mit Herdenanschluss...
als dass jeden Tag jemand um das Pferd herumtanzt.
Ein Pferd wird ja nicht "schlechter" , wenn es einen Tag mal für sich Pferd auf einem Paddock oder Koppel sein darf.
Aber es bekommt eventuell einen knacks, wenn du und eine RB im WEchsel da sind. Da weiß es nicht auf wen es sich am Anfang einlassen soll.
(ich bin nicht kontra RB. Ist was sehr gutes. Aber bei einem VB noch schwieriger eine gute RB aufzutreiben als es eh schon bei anderen Pferden ist. Kannst du ja immer noch machen, wenn es sich halbwegs eingewöhnt hat und die Basics zuverlässig sitzen)

Wenn du einen Galopper von der Bahn nimmst, musst du am Anfang extra Zeit einplanen um Basics zu üben wie Anbinden, außerhalb der Box putzen, satteln, Hufschmied auf er STallgasse etc.
Oder Aufsteigen von der Seite, Führen, Ruhig stehenbleiben etc. Das kennen die meisten nicht von der Bahn, haben da ganz andere Verhaltensmuster als ein "normales" Reitpferd was du kaufst !
Das soll dich aber nicht abschrecken, die meisten lernen es schnell! Nur wollte ich es erwähnt haben, weil viele da im ersten Moment gar nicht daran denken ! =)

Lieber ein unverdorbenes Pferd von der Rennbahn was noch gar nichts kann,
als ein halbumgeschultes mit eventuell schlechten Erfahrungen...
(das ist meine Erfahrung)

Ansonsten: wenn du dir die Geschichten von allen hier so durchliest, wirst du bemerken dass wir alle unsere lieben Problemchen am Anfang hatten.
In den meisten GEschichten ging es darum, erst mal das Vertrauen des Pferdes zu erlangen, und dann über Monate und Jahre hinweg die Spinnereien in Griff zu bekommen.
Alle hier haben irgendwo schonmal geschrieben, dass sie geheult haben, drüber nachgedacht haben das PFerd zu verkaufen, böse runtergefallen sind etc.
Wirst du in fast jeder GEschichte lesen.
Aber in den neueren Threads wirst du vielleicht dann denken, "huch, die haben sich ja ganz gut gemacht!"
Es ist (fast) alles zu bewältigen, wenn du Mut, Ausdauer und Nerven investierst, von der Zeit gar nicht zu sprechen.
Wenn du dann noch einen lieben Menschen oder RL an deiner Seite hast, der dir Tipps geben kann, oder einfach mal von außen eine neutrale Meinung gibt, ist das optimal.
Hab keine Angst vor den vielen Geschichten rund um "böse" Vollblüter.
Sie sind nicht böse. SIe sind meistens einfach eine komplizierte Mischung aus Temperament und Sensibilität, mit der nicht jeder umzugehen weiß.

#14 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Birgit H 06.01.2014 13:26

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Februar/März ist eine ganz schlechte Zeit für ein Volllbut von der Bahn. da warten alle auf die Grassaison-Eröffnung. Die gesunden, die da noch im Training sind bleiben in der Regel auch noch im Training. Vereinzelt scheiden ( meist ältere ) Sandbahnspezialisten aus. Ich würde jetzt mit dem suchen nach diesen anfangen.
Nach dem stetigem Rückgang der Vollblutfohlengeburten schätz ich mal, dass nur noch rd. 300 Galopper jährlich auf den (Freizeit) Markt kommen.
In welcher Region suchst du denn?

#15 RE: Bereit, selbst umzuschulen? von Spezi2005 07.01.2014 05:24

@victoria_L: das sind sehr gute Hinweise für die zukünftige Vollblutbesitzerin. Bessere Ratschläge sind nicht möglich.

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