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#1 Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Sany 27.09.2017 21:24

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Hallo!
Ich brauche mal euren Rat. Seinerzeit (vor knapp 4 Jahren) kam Lina ja aus dem Reining Beritt zu mir. Schon da ist mir das im Betreff genannte Loch aufgefallen. Und seitdem arbeite ich daran, da Muskulatur hin zu bekommen. Stangenarbeit, Seitengänge, Schulterherein, Zirkelarbeit, Dualaktivierung vom Boden und von oben, um nur einige zu nennen. Trainer kommt auch regelmäßig... in Bestzeiten war es mal etwas besser, aber ruckzug, einmal etwas weniger gemacht - Weg!
Sattel passt, Pad liegt auch gut, Skelett durch geröntgt - nix. Der einzige Hinweis seitens der Osteo: Muskuläre Dysfunktion und Dysbalance.

Hat Irgendwer Erfahrungen damit? Oder Schon mal gesehen? Gerne auch weitere Anregungen oder Überlegungen!

Lieben Dank schon mal für Hilfestellungen in irgendeiner Richtung.

Viele Grüße!

#2 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Warwing 02.10.2017 07:29

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Ist immer schwierig aus der Ferne zu beurteilen, aber häufig haben Blüter gar keinen schlechten Rücken, sondern eine schlechte Bauchmuskulatur. Und wenn die hängt, hängt logischerweise auch der Rücken. Und auch die 'klassischen" Rückenübungen bringen gar nichts, wenn der Bauch nicht dabei ist. Bei Ww ist eine "Schwachstelle" z.B. auch immer wieder, dass er schnell auf die Schulter fällt und die nicht hebt. Ich würde das weder Dysfunktion noch Dysbalance nennen, Ww ist eher hypermobil und einige Bereiche fallen ihm schwerer zu stabilisieren, als andere.
Für einige Körperregionen hat er schlichtweg ein "schlechtes Körperbewusstsein".
Die Meisten sehen noch nicht einmal, wenn er "auf der Schulter" läuft. Da höre ich dann immer: der geht doch super v/A?!? Nee. Der rummst sich auf die Schulter und schwingt 0.00 durch.
Beim Reiten hat es sehr lange gedauert, ihn reell gerade zu bekommen, irgendein Fuss latschte immer raus. (Tipp: ein Stück Weg ebnen/harken und 1x drüberlaufen im Schritt und Huffolge/Trittlänge anschauen. Ebenso im Trab.

Wie gesagt, aus der Ferne ist das immer ein bißchen schwer zu beurteilen/erklären.
Wenn du möchtest, können wir uns ja mal besuchen? Ich hätte jetzt sogar 1 1/2 Wochen Urlaub.

#3 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von clodette 02.10.2017 12:33

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Ich sag jetzt einfach mal was mir durch den Kopf geht: Atrophie bezeichnet ja grundsätzlich nur den Schwund der Muskelmasse, ist also erstmal eine Zustandsbeschreibung. Muskelmasse kräftigt sich durch Beanspruchung bzw. Arbeit. Somit ist es doch relativ nachvollziehbar wenn Du sagst dass es schon mal besser war und wieder schlechter wurde durch Ausfall oder zumindest Rückgang der Arbeit. Mein persönlicher Eindruck ist der, dass gerade Muskelgruppen die relativ neu aufgebaut werden bei Wegfall der Beanspruchung als erstes Verschwinden, vielleicht ist das auch Einbildung. Egal.

Was dagegen hilft: Arbeit. Und zwar idealerweise so abwechslungsreich wie möglich, konsequent und kritisch. Ich hab jetzt grade keinen Eindruck wie ausgeprägt das "Loch" in Eurem Fall ist, erfahrungsgemäß ist das Passen des Sattels mit dieser Problematik so eine Sache... Daher würde ich dazu tendieren nicht ausschließlich vom Sattel aus zu arbeiten und das ernsthaft im Auge behalten. Oh, und betrachte das bitte als Langzeit-Projekt, körperliche Veränderungen brauchen ihre Zeit. Je nach Sensibilität und Empfindlichkeit des Pferdes kann man ja begleitend immer Prüfen ob irgendwo auffallende Verspannungen oder Muskelprobleme vorliegen, das geht ganz gut im Anschluss ans Putzen und mit ein bisschen Übung bekommt man da einen guten Überblick über die Problemstellen.

Das Thema Dysfunktion ist mir zu allgemein und schwammig, aus dem Bauch raus hat das auf den absoluten medizinischen Laien der ich bin den Eindruck einer vorgeschobenen Diagnose. Ich bin auch nicht erst gestern aus dem Ei geschlüpft und weiß aus eigener Erfahrung: niemand ist wirklich komplett symmetrisch, auch nicht muskulär. Und da funktionelle Störungen ja immer gerne auch entsprechende Folgen nach sich ziehen (Stichpunkte: Entlastungshaltung, Schmerzgedächtnis, suboptimales Training, simple Gewohnheit,....) bewegt man sich noch weniger symmetrisch als ohne den ganzen Mist. Aber ob das direkt mit dem verschwundenen Trapez zusammenhängt? Und selbst wenn, hilft die Erkenntnis alleine weiter?

#4 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Sany 02.10.2017 23:25

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Kann man das erkennen? Linke Schulter, Pony steht recht symmetrisch auf ihren Beinen...

#5 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von daemon-rider 03.10.2017 13:25

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Ich lehne mich jetzt mal gaaaanz weit aus dem Fenster und sage dass das für mich nach einer Druckstelle vom Sattel aussieht. Mein letztes Pferd hatte eine Trapez-Atrophie durch Satteldruck und da war die Delle auch ungefähr an dieser Stelle...
Bist Du sicher dass Dein Sattel an dieser Stelle passt? Vielleicht ist die Kammer vorne zu eng, das ist ja ein häufiges Problem bei Vollblütern dass sie am Widerrist unheimlich Platz brauchen auch wenn sie sonst eher schmal sind.

#6 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Sany 03.10.2017 16:02

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Leider sieht das so aus, seid ich sie übernommen habe. Und seitdem einige Sättel durch (geritten und wieder weg, bis nächsten Sattel dann nur Bodenarbeit) Nur minimal besser. Unter jetzigen Sattel erst mal keine weitere Verschlechterung dessen.
Aber ich werde die Kammer noch mal überprüfen und ggf. weiter stellen.

Danke 🙂

#7 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Neshad 03.10.2017 17:15

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Ich hätte das Gleiche getippt wie daemon-rider.
Allerdings ist es da nicht damit getan, nur die Kammer weiter zu stellen. Ich hatte auch einen Sattel mit extraweiter Kammer, der sogar zu weit war, damit schön die Schulter durch gleiten kann. Zwischen Schulter und Sattel kam dann etwas Filz, um die fehlenden Muskeln zu ersetzen, die da ja wachsen sollten.
Nur leider passte die Form des Kopfeisens nicht zur Schulter meines Pferdes, sodass der extra weite Sattel trotz Anpassung mit Filz drückte und mein Pferd ähnliche Kuhlen bekam (aber nicht so stark).
Ich würde wirklich ganz kritisch den Sattel beäugen und von einem GUTEN Sattler kontrollieren lassen. Gegebenenfalls erst vom Boden aufbauen, bis genug Mukkis da sind, um zu reiten.

#8 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Shirana 04.10.2017 12:06

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Hm... auf dem Bild sieht es so aus, als verliefe die Wirbelsäule am Ende des Widerristes nicht wirklich gerade. Macht so einen kleinen Bogen über mehrere Wirbel. Stand sie mit einem Hinterhuf entlastend oder doch irgendwie krumm, so dass das auf dem Bild so komisch wirkt? Wobei sich die pferdige Wirbelsäule dort ja eigentlich nicht biegen kann. An der Fellzeichnung wird's vermutlich nicht liegen - also im Sinne einer optischen Täuschung.
Oder hatte sie mal einen Unfall, bei dem die Dornfortsätze geschädigt wurden?

Vielleicht hab ich auch einfach einen Knick in der Optik, wenn das sonst keiner sieht, hier.

#9 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von daemon-rider 04.10.2017 15:20

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Ja, gesehen habe ich das auch, habe es aber als eine von der Delle hervorgerufene optische Täuschung ausgeblendet.
An der Stelle kann ein Pferd eigentlich keine Biegung in der Wirbelsäule haben...

#10 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Sany 04.10.2017 15:31

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Hi Shirana!
Es sieht auf dem Foto definitiv so aus, in „echt“ ist die Wirbelsäule gerade. Sehr wahrscheinlich stand die wieder in Entlastungshaltung.

Dysfunktion/ Dysbalance wird dann genommen, wenn man keine weiteren Anhalts- und Diagnosepunkte hat, also passt „verschwommen“
Dass Lina ein Langzeitpatient ist, war mir Gott sei Dank „schon“ nach einem halben Jahr bei mir klar und stelle mich der Herausforderung immer noch 🙂

Bzgl. Satteldruck :
Ich habe die ja so (damit!) aus dem Beritt vor ca 3,5 - 4 Jahren übernommen. Die Vorbes sagte mir vor kurzem (habe gefragt), dass die Kuhle bei Lina bei der Übernahme noch extremer war, der Zustand nach Beritt war deutlich besser im Vergleich zu vorher, aber im Ganzen halt immer noch nicht gut.

Gute Sattler? Her damit! weiß wer wen für NRW/ OWL?

@ WW: das wäre super! Allerdings fahre ich Lina freiwillig keinen Meter mehr. (DAS Thema wäre auch eineigener Thread wert.)

Öhm... ich hoffe, ich habe alles beantwortet

#11 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Mobi 04.10.2017 15:42

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Mach doch für deine Lina mal einen eigenen Thread auf. Dann hat man die gesamte GEschichte zusammen. Hinzukommend hast du auch einen persönlichen Einblick in eurer Entwicklung.
Und so nebebei... über Fotos freuen wir uns immer sehr :D

#12 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Sany 04.10.2017 19:05

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@ mobi: unter ExGalopper auf zweiten Lebensweg?

#13 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Mobi 04.10.2017 19:11

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Ja genau! :)

#14 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von Sany 04.10.2017 20:10

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Ich habe jetzt ganz viele Ideen und Anregungen von euch erhalten, morgen geht es ans Werk 👍🏻
Vielen lieben Dank, ich werde berichten!

#15 RE: Trapez Atrophie / Loch zwischen Widerrist und Schulter von clodette 05.10.2017 09:21

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Ok, die Atrophie ist deutlich sichtbar. Aber deshalb ist dein Pferd aus meiner Sicht noch lange kein "Patient". Damit kann sie fröhlich steinalt werden. Natürlich kann man dran arbeiten, wobei das Problem tatsächlich erstmal der Sattel ist: Ein passender Sattel füllt die Kuhlen aus, damit wird aber auch erschwert dass sich dort die Muskulatur bildet. Und egal wie man es dreht und wendet, beim Sattel muss man in so einem Fall immer Kompromisse machen. Daher hatte ich auch schon geschrieben ich würde die Arbeit nicht schwerpunktmäßig vom Sattel aus machen. Wenn ich Dich richtig verstanden habe seid ihr aber sowieso auch recht viel auf dem Boden unterwegs, da macht das ja nicht so viel.

Der Trapezmuskel ist ja weitgehend zuständig für das Vorgreifen der Vordergliedmaße, der ebenso betroffene Dornfortsatzmuskel für Seitwärtsbewegung des Halses. Bringt jetzt aber nicht viel mit deinem Pferd Ausfallschritte zu üben, als hilfreich würde ich die Kräftigung der Hinterhand sehen, Gleichgewichtsübungen, moderate Stangenarbeit bei passenden Abständen, der ganze schöne Basiskram mit dem sich absolut jeder unbegrenzt austoben kann

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