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#1 Durchgehen im Gelände von Bine 26.04.2020 22:55

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Ich Hatte zwar erst das Thema bezüglich Kopfschlagen etc. angefangen und auch ganz gute Tips bekommen, trotzdem liegt mir noch etwas anderes auf dem Herzen, was eigentlich ein eigenes Thema ist und wozu ich im Forum bisher nicht wirklich was gefunden habe...vielleicht weiß einer Rat.

Ich hatte ja bereits über diverse „Problemchen“ die wir zur Zeit haben geschrieben, die zwar nervig, aber ganz gut händelbar sind.

Heute kam es allerdings zu einem Unfall, der böse hätte ausgehen können!

Daxi neigt im Gelände zum Durchgehen. Das war vor seiner Verletzungspause überhaupt kein Thema, ich konnte ihn am langen Zügel galoppieren, jetzt ist er aber schon zum 2.Mal so unkontrolliert abgebrettert, dass er über mehrere hundert Meter weder lenk-noch Bremsbar war.
Meine Cousine, die ihn manchmal reitet war mit ihm draußen und anfangs war auch alles gut, doch dann schlug er während des galoppierens mit dem Kopf und das sidepull riss. Materialermüdung, Verarbeitungsfehler, was auch immer...sie hatte keine Einwirkung mehr. Er wurde dann immer schneller, weder Stimme, Sitz noch das zweite Pferd, was NICHT mitlief sondern durchpariert wurde, konnten ihn davon abhalten, wie vom Teufel gejagt den Waldweg entlang zu preschen. In einer Kurve kamen die beiden dann auf Schotter, es schlug ihm die Beine weg und sie stürzten. Meiner Cousine ist glücklicherweise nicht viel passiert, doch DAX rappelte sich auf und raste ungebremst weiter bist ich ihn Kilometer später dann abfangen konnte. Er hat sich tiefe schürf-und Platzwunden zugezogen und stand unter Schock, sonst ist zum Glück nichts passiert.

Wir werden einige Wochen pausieren müssen, aber es hätte schlimmer kommen können.

Nun mache ich mir allerdings Vorwürfe. War es noch zu früh, ihn draußen zu galoppieren? Habe ich seine Erfahrungen, die er auf der Bahn gemacht hat unterschätzt?
Wie ist das denn bei euren gewesen? Sind die auch unkontrollierbar gewesen, bzw. was löst dieses Losrasen aus? Angst oder erschrecken ist es nicht. Es ist als würde etwas in seinem Hirn aushaken.
Klar ist das mit der gerissenen Zäumung eine Ausnahmesituation, aber er hat ähnliches Verhalten auch schon mit intakter Zäumung gezeigt, nur war da halt keine Schotterkurve die ihn zu Fall brachte...
Aber unkontrollierbar war er auch da.
Ich weiß nicht ganz, wie ich damit umgehen soll. Ich möchte ja weder ihn, noch mich in Gefahr bringen.
Hat einer Tips für mich, wie ich nach unserer erneuten Verletzungspause damit umgehen sollte, bzw. habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ich denke ich werde erst mal wieder ganz klein anfangen, Spazierengehen, Schritt reiten, an der Nachgiebigkeit arbeiten, etc. aber mich würden trotzdem mal eure Erfahrungen diesbezüglich interessieren. Es nimmt einem einfach ein bisschen die Sorgen, wenn man nicht alleine da steht mit seinen Gedanken

#2 RE: Durchgehen im Gelände von Shirana 27.04.2020 08:38

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Oh oh…
Also zum Glück habe ich mit Shirana ja keine Durchgeh-Probleme, das schreibe ich aber besser nicht zu laut. Muss halt immer gucken wie die Tagesstimmung ist und entscheide dann erst, wie weit ich gehe (= Galopp? Oder besser ganz andere Strecke? Oder nur auf dem Platz reiten?).
Aber wenn ich das so lese: Wieder dieses Kopfschlagen, danach losstürmen und völlig durchdrehen - da denke ich gleich an die Frage, ob körperlich alles in Ordnung ist. Habt Ihr eine/n gute/n TA und/oder Osteopathen/in?? Und ich meine WIRKLICH gut. Hier im Aachener Raum darf man z.B. nicht glauben, dass jemand, der in den Medien (auch Lokalfernsehen) viel gefragt und vertreten ist, auch wirklich top ist im Job. Unsere Osteopathen-Odyssee (haben jetzt die vierte) führte zwar immer weiter, was die Qualität angeht, aber es hat Jahre gedauert, bis wir dahin gekommen sind, wo wir jetzt stehen. Und unsere vorherige Osteopathin war schon SEHR gut. Das Übel an der Wurzel gepackt hat aber erst unsere jetzige, die auch ganz anders ausgebildet ist.
In welcher Gegend wohnt ihr denn?

Das zweite ist das Sidepull. Das Reißen ist meiner Tochter auch mal passiert, Matierialfehler. Aber selbst wenn es hält, ist es ja keine Zäumung, die - sag ich mal so - eine gute Bremsfunktion hat. (Bin Shirana auch jahrelang gebisslos geritten). Also, wenn einmal besagte Bremse schon nicht funktioniert hat, würde ich mich nicht trauen, das Risiko noch einmal einzugehen - wobei man ein panisches Pferd auch nicht mit Hackamore stoppen kann, aber wenigstens kann man rechtzeitig ein deutliches Signal geben..

#3 RE: Durchgehen im Gelände von Bine 27.04.2020 15:05

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Ich komme aus der Nähe von Koblenz.

Das Osteo Drama kenne ich auch zu gut..ich habe mehrmals gewechselt, nun aber schon seit Jahren eine sehr gute an meinen Pferden.
An gesundheitliche Probleme hatte ich natürlich auch schon gedacht und hatte auch für Anfang Mai bereits einen Termin bei meiner Osteo. Ich arbeite schon seit Jahren mit ihr zusammen, da ich auch Reha-Training für Kundenpferde anbiete und wir daher einige gemeinsame Kunden haben. Sie/wir konnten schon einigen Pferden helfen und ich bin somit auch nicht ganz unerfahren im Aufspüren von Problemen(was natürlich einen geschulten Physiotherapeuten nicht ersetzt!)
Bei Daxi waren ein paar Kleinigkeiten die ich mit ihr sowieso besprechen wollte, aber vielleicht steckt ja doch was gravierenderes dahinter als ich jetzt selbst feststellen konnte.

Nach welcher Methode/Schule arbeitet denn deine Osteo?

Bezüglich Zäumung hatte ich ja bereits geschrieben, dass Gebiss schwierig ist weil er die Zunge drüber nimmt und es dann RICHTIG gefährlich wird!
Aber an eine mechanische Hackamore hatte ich noch gar nicht gedacht. Da hätte man schon für den Fall der Fälle eine etwas effektivere Möglichkeit, ein losstürmen im Keim zu ersticken.sonst ist er ja ganz weich vorne und man muss ihn nicht viel anpacken. Somit könnte man es wirklich nur als „Notfallbremse“ einsetzen. Das geht mit Sidepull natürlich nicht..

Erstmal muss ich jetzt natürlich abwarten bis die Blutergüsse und Prellungen weg sind, dann lass ich ihn nochmal komplett durchchecken.
Ich hoffe bloß, es ist nicht doch was an den Gelenken...es geht ihm richtig sch....heute

#4 RE: Durchgehen im Gelände von Mobi 27.04.2020 20:21

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Ja, hier. Bei Mobs kann ich die Gesundheit ausschließen. Aber er wird nie ein Verlasspferd und war schon immer "Besonders". Es gibt einen Moment, da setzt es im Hirn aus und dann gibt es nur noch Rennen. Du kriegst ihn mit dem normalen Gebiss nicht gebremst. Es kann Monate und Jahre gut gehen und plötzlich: Zack -Hirn tot

Ich muss gestehen, ich bin irgendwann zum pelham mit vier Zügeln übergegangen. Er hat es noch einmal versucht und ich habe wirklich die Bremse reingehauen. Das saß. Mir tut es bis heute leid, er testet es auch immer mal an, aber Gesundheit geht vor.

Bei euch klingt es aber ehrlich gesagt nach einem gesundheitlichen Problem. Wenn er vorher total lieb war, und jetzt unterm Reiter irre ist. Stimmt was nicht. Ich tippe ja bald auf Kissing spines. So eine plötzliche Veränderung spricht da nämlich sehr dafür. Lass es mal abklären. Ich will dir da auch keinen Teufel an die Wand malen, aber ich kenne es von meiner Stute mit Kissing Spines.

#5 RE: Durchgehen im Gelände von Bine 27.04.2020 22:00

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Jetzt machst du mir wirklich Angst!
Unseren anderen Vollblüter mussten wir wegen kissing spines erlösen, der ist so ausgetickt beim Gurten dass er sich fast überschlagen hätte!
Leider wurden die Beschwerden dann auch auf der koppel so gravierend, dass er gar nicht mehr schmerzfrei laufen konnte...

Und da hat weder die osteo noch der Tierarzt aus der Klinik (der wirklich sehr erfahren mit solchen Sachen ist) aufgrund des restlichen Befundes drauf schließen können.erst das Röntgen, das "Nur zur Beruhigung " für uns gemacht wurde hat Aufschluss gegeben. Aber das ist eine andere Geschichte...

Je länger ich drüber nachdenke desto eher glaube auch ich dass es eine gesundheitlich Ursache hat. Zumal es ja erst nach der Verletzung im Oktober angefangen hat...vielleicht hat er auch eins aufs Brustbein bekommen oder so und hat dadurch Blockaden. Würde auch erklären warum er nach wie vor mit den Kindern so lieb ist. Die reiten nur aufm pad nicht mit sattel und sind leicht...

Sobald er wieder aufm Damm ist lass ich das abklären!

.

#6 RE: Durchgehen im Gelände von smarten die 27.04.2020 23:44

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Mal eben ne ganz andere Frage: Hast du gebissloses Reiten versicherungstechnisch abgeklärt? Sprich: ist es mit versichert? Sonst kommst du womöglich in Teufels Küche...

#7 RE: Durchgehen im Gelände von Bine 28.04.2020 07:00

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Das kommt man unter Umständen sowieso, sobald man im Stassenverkehr unterwegs ist und es passiert ein Unfall, bei dem du in ein strafrechtliches Verfahren kommst. Egal was die Versicherung sagt. Da gibt es noch keine eindeutigen Rechtslagen, es heißt nur du musst ausreichend auf dein Pferd einwirken können. Momentan sieht die Rechtslage hierfür das führen/reiten mit Mundstück vor, weshalb ich auf Ritten die mit Verkehr in Berührung kommen, auch immer ein Gebiss einhängen würde. Welchen Zügel man letztlich beim Reiten angenommen hat kann einem ja keiner nachweisen...
Ich nehme auch keine Kunden mit auf Ritte, die nur gebisslos reiten.

Es gibt mittlerweile immer mehr Reiter und Verbände, die dagegen ankämpfen, aber die Mühlen mahlen da sehr langsam. Denn ich denke dass es so einiges gebissloses gibt was deutlich schärfer auf ein Pferd einwirkt als ein normales Gebiss. Aber die Gesetze stammen halt noch aus einer Zeit, als gebisslos zum reiten nicht populär war.

#8 RE: Durchgehen im Gelände von Shirana 28.04.2020 08:48

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Puri hier aus dem Forum hat auch leichte Kissing Spines. Die bekommen das anscheinend gut mit entsprechendem Muskelaufbau in den Griff. Also nicht gleich das Schlimmste befürchten (obwohl man das ja trotzdem tut...)

Stimmt, wenn er etwas am Brustbein abbekommen hat, könnte das eine ganze Menge "Baustellen" nach sich ziehen. Aber wenn Du eine vertrauenswürdige Osteopathin hast, findet sie das bestimmt heraus.
Meine hat bei Vluggen gelernt. Die gehen das Pferd samt Organen von vorne bis hinten durch (wird jedenfalls so gelehrt Ob jede/r sich die 1,5 - 2 Stunden Zeit, die man dafür braucht, dann auch wirklich nimmt, ist ja eine andere Frage). Also nicht "nur" Knochen, Gelenke, Muskeln und Faszien der Gliedmaße, Rückgrat etc sondern gezielt auch die damit zusammenhängenden Innereien. Letzteres war bei Shirana allerdings bislang kein Problem. Aber die Osteo bekommt das Becken in den Griff, das ist nämlich unsere große Baustelle. Jedes mal ein bisschen mehr und das nachhaltig!

P.S. Jetzt nach dem Sturz gibst Du bestimmt Traumeel, nä? Das hilft bei uns immer prima (hab ja auch so eine Bruchpilotin).

#9 RE: Durchgehen im Gelände von Bine 28.04.2020 09:34

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So arbeitet meine auch!
Die macht auch viel nach TCM, das finde ich super!
Mein alter Schimmel damals hatte Leberprobleme, die auch nach etlichen Untersuchungen keiner gefunden hatte, da die Leberwerte immer noch okay waren. Aber trotzdem wurden alle Baustellen die er hatte schlagartig besser als wir das Problem Leber angegangen sind!

Ja Traumeel bekommt er natürlich und Arnica, dazu mach ich ne Behandlung mit dem Laserpointer. Ja und natürlich Antibiose und Schmerzmittel und was zum abschwellen... Die oberflächlichen Wunden sehen auch schon super aus.
Mal gespannt wie es morgen unter dem Verband aussieht....

und bezüglich kissing spines - klar kann man das in vielen Fällen super in den Griff bekommen und bedeutet in der Regel ja nicht das Todesurteil. Aber wenn man schonmal einen so schweren Fall hatte wie wir mit dem anderen Vollblüter hat man natürlich gleich worst case im Kopf!

#10 RE: Durchgehen im Gelände von Bine 05.05.2020 14:14

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Ich wollte mal ein kurzes Update geben wie es meinem Bruchpiloten geht...die Osteo war ja da und hat ihn behandelt.Er war natürlich total fest und hatte einige Blockaden, unter anderem am Brustbein und im Genick, aber ob das vorher schon war oder erst nach dem Sturz kann man natürlich nicht mehr sagen...habe mit ihr auch über kissing spines gesprochen, aber um Gewissheit zu haben müsste man natürlich Röntgen. aber vorerst werde ich mal die wundversorgung in den Vordergrund stellen. Das heilt alles zum Glück ganz gut, Bänder sind wohl auch keine verletzt! Das ist schonmal gut!
Osteo kommt in 3 Wochen nochmal und danach Werde ich wohl langsam wieder mit ihm anfangen. Sollte er sonst körperlich unauffällig sein und trotzdem weiter Probleme machen beim reiten muss man wohl doch den Rücken mal abklären lassen.

Im Nachhinein denke ich dass ich vielleich noch langsamer mit ihm machen sollte, sprich weniger verlangen und meine Ansprüche runterschrauben. Versuche mal einen Gang zurück zu schalten und das ganze mit weniger Ernst anzugehen. Er ist ja schliesslich noch ein Kind

#11 RE: Durchgehen im Gelände von Mobi 05.05.2020 14:51

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Kann ich verstehen. Meine alte Stute ist jetzt weit über Mitte 20 und hat seit ihrer Jugend damit zu tun... Das ist schon übel. Und es gibt die verschiedensten Ausprägungen... Aber wenn sie an der Hand gut zu händeln ist, sehe ich das als gutes Zeichen.

Manche haben Verhaltensänderungen auch vom Boden aus, wahrschienlich Dauerschmerz... das ist dann echt der Supergau.. :(

Ich drück euch die Daumen, dass es nur eine Nachwirkung vom Unfall ist kombiniert mit jugendlichem Übermut und sich wieder gibt.

#12 RE: Durchgehen im Gelände von Neshad 05.05.2020 23:55

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Da schaue ich seit Ewigkeiten mal wieder rein und wir wurden sogar erwähnt.
Mein Pferd Puri hat nicht nur leichte Kissing Spines, sondern schon einen mittelgradigen Befund. Der ist aber wohl gar nicht die Ursache des "Übels", sondern die Arthrose an den Facettengelenken der Wirbelsäule. Mussten erst mal eine Klinik finden, die das röntgen kann.

Uns geht es gut - mit, wie schon gesagt, gutem Muskelaufbau - und vor allem mit der richtigen Reitweise. Seit wir die umgestellt haben, klemmt er nicht mehr, macht motiviert mit, wird beweglicher. Und kriegt auch nach langen Pausen (befinde mich im Referendariat) keine Rückschläge mehr. Ist dann wieder weniger ausbalanciert, wieder schiefer und so, klar - aber seine Schmerzen von damals und seine auffälligen Verhaltensweisen kommen nicht wieder. Das führe ich definitiv auf die Art, wie wir arbeiten, zurück. Alles andere (Beschlag optimieren, Sattel optimieren) war schon vorher durchgeführt worden.

#13 RE: Durchgehen im Gelände von Bine 20.05.2020 21:45

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Ich wollte mal ein kurzes Update geben was nach den Untersuchungen der osteo/THP bei meinem kleinen Bruchpiloten so ans Tageslicht kam...
Also erst mal war er natürlich ganz schön blockiert und gezerrt vom Sturz und hatte Wundschmerzen und Blutergüsse.
Das heilt aber alles ganz gut, er ist wieder mobilisiert und wir können langsam wieder starten!
Was aber sehr interessant ist, er hat wohl auch-obwohl ich für Magen und Darm schon einiges getan hatte- trotzdem ein magenproblem was unabhängig von dem Sturz zu diversen Verspannungen und natürlich allgemeinem Unwohlsein geführt hat. Zudem hat die Leber durch die vielen Medikamente ganz schön zu schaffen, was auch nicht gerade zur Entspannung beiträgt...
Das alles könnte sein überreiztes Verhalten erklären.

Er bekommt nun eine Leberkur, Akupunktur und CBD - ich werde berichten wie es anschlägt und hoffe, dass wir ihn so wieder resetten können!

#14 RE: Durchgehen im Gelände von Mobi 22.05.2020 21:42

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Ich bin gespannt und drücke die Daumen, dass ihr um das Röntgenbild drumherum kommt.

#15 RE: Durchgehen im Gelände von Shirana 24.05.2020 08:42

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Jupp. Klingt jedenfalls nach einem guten Konzept. Ich drücke die Daumen, dass Ihr das auf diesem Weg nun in den Griff bekommt!

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