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#61 RE: Tipps für gesunde Hufe von Warwing 18.09.2011 10:14

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Ich habe früher immer zu hören bekommen,"der kann nicht ohne Eisen, zu flache Hufe, zu wenig Trachte" usw.. Bevor ich selber Pferdebesitzer war, habe ich mir da wenig Gedanken drüber gemacht. Ww Huf hat sich in dem Jahr, in dem er nach Biernath gemacht wird, regelrecht aufgerichtet, der hat gar keine flachen Trachten. Aber wenn man sich ein getragenes Eisen mal ansieht, wo sieht man denn ausschließlich Abrieb?- Genau, im Trachtenbereich. Dadurch wird die Zehe im Beschlagsintervall immer länger, gibt folglich noch mehr Druck auf die Trachten, die dadurch noch weniger wachsen. Das ist doch einfach nur Physik. Und der allergrösste Sch... sind die Vordereisen mit zwei Aufzügen, die verschärfen die Situation noch mehr, obwohl sie laut der Schmiede das Gegenteil bringen sollen.
Was man sich auch mal vor Augen halten muss, sind die Kräfte, die entstehen, wenn das Gewicht eines Hufeisens in Bewegung kommt.
Ich bin wirklich nicht der Barfuss-Guru, habe auch eine Bekannte, die HO ein Jahr lang probiert hat und da hat es nicht geklappt, aber ich sehe es immer kritischer.

Und zum Thema grosser Sport. Solange das Pferd läuft, ist doch alles wunderbar. Ich kenne Deckhengste mit katastrophalen Hufen, dass sowas auch eventuell vererbt wird, interessiert doch keine Sau, Hauptsache die springen/strampeln.

Vor einigen Wochen waren wir in Sahlenburg/Cuxhaven. Die Wattwagenpferde hatten Eisen, mit denen sie noch nicht mal plan fussen konnten, wenn sie überhaupt vier Eisen hatten. Die Zehen hatte man einfach abgehackt, damit das Eisen passt, die Eisen waren zu klein, genagelt mit bis zu 12 Nägeln über den vorderen Bereich hinaus. Und der Hammer: kein Pferd lahmte.

Will sagen: Pferde sind leidensfähig.

@Wasserdrache: Ww hatte anfangs auch einen nicht sicht-, aber fühlbaren Bogen auf der Sehne. Also auch irgendetwas altes. Der ist weggegangen, seitdem er barhuf läuft. Vllt. auch einfach weil die Belastung nicht mehr so gross ist, wie beim Rennen, aber es wurde jedenfalls auch nicht schlechter.

#62 RE: Tipps für gesunde Hufe von Warwing 18.09.2011 10:24

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Nachtrag: Marina, überleg mal. Eine Lederplatte als Erhöhung? Wird es nass, quillt es, wird folglich dicker, trocknet es, wird es wieder dünner. Sand/Erde bleibt prima kleben und all das arbeitet schön über 24 Std..
Im Prinzip verändert sich dadurch der Einfluss aufs Bein/Sehne doch andauernd.
Ich glaube auch nicht, dass ein Pferd aufgrund von Sehnenschäden anders belastet und darum die Hufe flacher wachsen. Was war eher da, das Ei oder das Huhn?

[ Editiert von Warwing am 18.09.11 10:28 ]

#63 RE: Tipps für gesunde Hufe von Wasserdrache 18.09.2011 16:03

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hmm..im grunde hast du vieleicht recht ulrike ich würde mich eigendlich auch freuen wenn das wasti ohne eisen vorne laufen könnte alleine auch schon wenn wieder so ein furchtbarer winter kommen sollte glatteis ist mit eisen schon doof ich habe ihn letzten winter manchmal gar nicht bis zur weide bekommen da musste das arme wasti dann drin bleiben pferde ohne eisen hatten kein problem ich traue mich nicht wegen den sehnenschäden hufschmied und auch tierarzt hatten mir abgeraten aber ulrike du kommst ja bald wie schön dann siehst du was ich meine

#64 RE: Tipps für gesunde Hufe von clodette 19.09.2011 12:16

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Zitat
Gepostet von Warwing
Ich glaube auch nicht, dass ein Pferd aufgrund von Sehnenschäden anders belastet und darum die Hufe flacher wachsen. Was war eher da, das Ei oder das Huhn?



Das glaube ich auch nicht, trotzdem wäre ich aus eigener Erfahrung sehr vorsichtig bei Pferden mit einem Huf der stellungsmäßig anders ist als die restlichen drei. Ich kann mir auch nicht vorstellen dass sich durch einen Sehnenschaden eine derart massive Schonhaltung über lange Zeit hinweg ausprägt dass sich das auf die Hufform auswirkt. Allerdings haben solche Stellungsbesonderheiten ja meistens einen Grund, vor allem wenn das Pferd früher gleichtmäßig stand.

Mein WB hatte ich fünfjährig mit einem leichten Bockhuf vorne links gekauft, der TÜV war damals ok und ich hab mir nichts dabei gedacht. Der Dicke kam damit klar bis wir nach zehn Jahren mal in der blöden Situation waren mit dem Schmiedtermin überfällig zu sein. Das Pferd ging nicht mehr sauber, der erste TA konnte aber gar nicht lokalisieren woher das kam. Ich habe den Dicken dann in die Klinik gefahren wo sich auf dem Röntgenbild gezeigt hat, dass er eine knochige Veränderung im Hufgelenk hat, ähnlich wie ein Dorn. Diese Veränderung verursachte nur Schmerzen wenn die Zehe zu lang wurde und der Huf somit flacher stand als üblich. Der TA meinte auch dass so eine Knochenveränderung nicht spontan passiert, es sei wahrscheinlich dass er das schon immer hat und durch die verlagerte Belastung sich erst der Bockhuf als solcher gebildet hat. Nach der Therapie mit Hyaluronsäure ins Gelenk bestand die weitere Behandlung darin, den Schmied zu überreden den Bockhuf von jetzt an noch steiler zu stellen und die Zehe bis zum Leben zu raspeln. Das klingt nicht schön, aber bevor mein Pferd ständig Schmerzen hat ist es mir lieber er geht zwei Tage nach dem Schmied nur auf weichem Boden und ist dann wieder fit und lustig. Und so war es auch.

Lange Rede, kurzer Sinn: damit wollte ich nur sagen dass ich zwar absolutes Verständnis für die Empfehlung der Barhuffraktion habe den Eisen abzuschwören, aber speziell bei Stellungsproblemen wäre ich da sehr vorsichtig solange ich nicht weiß wodurch diese entstanden sind und wie alles zusammenhängt. In dem beschriebenen Beispiel hätte jeder Versuch den Bockhuf flacher zu stellen und den anderen anzugleichen dem Pferd Schmerzen bereitet.

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