#1 RE: Arbeitszeiten von Warwing 30.05.2011 07:02

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Komme ich vorgestern in den Stall, sagt die neue Miteinstellerin zu mir "ach, da bist du ja schon wieder." Nach 20 min..
Klar, wenn gut, dann gut. Ich nehme mir immer etwas vor, woran ich arbeiten will, aber wenn eine Sache dann besonders gut läuft, auch wenn es nicht die geplante ist, ist Schluss. Absteigen, Sattelgurt lösen und trockenführen.
Finde ich irgendwie selbstverständlich, ist doch die größte Belohnung, Feierabend zu haben. (Bei mir ist das jedenfalls auch so).
Ich kann immer die Leute nicht verstehen, die meinen,*noch einmal und wenn es dann so und so läuft ist Schluss*. Oder *weil es so schön war, gleich noch dreimal*. Oder *zur Belohnung nochmal eine große Geländerunde*.
Andersrum, wenn eine Sache mal so gar nicht klappt, versuche ich, noch etwas Positives zu finden und dann ist gut (wobei ich da auch sehr an mir arbeiten musste, mich nicht festzubeissen).
Sagt sie, "ich mache das auch so, aber dann bist du die Erste, die ich treffe, die das auch so handhabt."

Eine andere Miteinstellerin kommt seit einem Jahr (jedenfalls solange ich am Stall bin) jeden Tag, putzt, sattelt, geht auf so einen knüppelharten Acker und trabt dort zwei (!) Stunden stumpf ein Tempo Schlangenlinien und Schnörkel.
Seit Neuestem kommt sie dort gar nicht mehr an, oh Wunder. Der muss doch schon Pickel am Po bekommen, wenn er sie sieht. Jetzt geht das gleiche Spiel auf dem Reitplatz weiter, der bis vor einigen Tagen noch sanddünentief war. Sozusagen erst Knochenarbeit, jetzt Sehnenprogramm. Seit einer Woche fängt das Pferd an, einen Tanz beim Satteln zu machen, versteht sie gar nicht (???????) Hat sie mal wieder bestärkt, dass ihr Pferd einfach keinen Hafer verträgt. Ich würd mal sagen, nicht besonders helle der Gute, aber lernfähig.
Mann, mann, mann.

#2 RE: Arbeitszeiten von Schatti 30.05.2011 07:36

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Hey Ulrike,

so mache nwir das aber auch. Ich versuche immer mit etwas positivem aufzuhören. Wir hatten ja das Thema mit dem Galopp. Er ist rechts immer falsch angesprungen. Klar ist das dann Stress gewesen, wenn ich wieder durchpariert habe, zur Ruhe kommen und dann erneut versuchen anzugaloppieren. Aber sobald Schatti rechts richtig war, hab ich ihn 2 Runden galoppieren lassen und dann war gut, Zügel lang und nur noch Schritt. Weil, weiß ich, ob es beim 2. Mal wieder sofort klappt? Eben ...

#3 RE: Arbeitszeiten von Mobi 30.05.2011 09:16

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Mhhh, also "überarbeiten" tut sich Mobi bei sicherlich auch nicht. Und ich mache auch nie nur den gleichen Schei* . ;-)
Mal mache ich nur Bodenarbeit (schön das Biegen üben), oder wir gehen mal an der Hand nur ins Gelände. Mal mit Stute mal ohne Stute. Oder mit Sattel ins Gelände.
Auf dem Reitplatz mache ich solange wir beide Spaß haben. Beender wird immer mit etwas Positiven. Ich denke nach 10-15min lockerem Aufwärmen mache ich dann vielleicht nochmal 15 min "arbeiten".
Auf die Uhr habe ich nie geschaut. Nach dem Reite gehen wir manchmal einfach zum ausklang spazieren. Das findet Mobi ganz toll.

Vor beginn des Reitens nehme ich mir immer ein kleines Ziel vor. Ala, heute üben wir exaktes Anhalten. Aber das wird nicht x-Mal hinter einander gemacht. Sondern ich baue sowas in die normale Arbeit ein.

#4 RE: Arbeitszeiten von Swing 30.05.2011 09:48

Bei uns ist es, bis auf die Reitstunden 2mal die Woche auch locker. Wir machen, wonach uns gerade der Sinn steht. Ausreiten mit oder ohne Sattel, mit Begleitung oder allein, kurze Runde, lange Runde, Spazierengehen, longieren, Bodenarbeit... Von 20 Minuten bis 2 1/2 Stunden täglich ist alles möglich. Je nach Wetter und Motivation.

Die Reitstunden nimmt Swing ganz easy. Da er sich so geschickt anstellt, endet es immer mit etwas Positivem. Wenns richtig gut läuft, wird es schonmal ne Stunde, sonst so 40 bis 45 Minuten, zuzüglich vorher aufwärmen. Der Bursche läuft locker eine 3/4 Stunde im Trab und schwitzt nichtmal ein kleines bisschen. Manchal gehen wir nach der RS noch eine kleine Runde in den Wald. Danach rennt er sich nochmal ein wenig auf der Wiese aus... Swing hat in den letzten Monaten soviel Kondition aufgebaut! Das hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Inzwischen sieht er aus, wie ein Bodybuilder, wenn er warm ist

#5 RE: Arbeitszeiten von Cristino 30.05.2011 10:59

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Gepostet von Warwing
Eine andere Miteinstellerin kommt seit einem Jahr (jedenfalls solange ich am Stall bin) jeden Tag, putzt, sattelt, geht auf so einen knüppelharten Acker und trabt dort zwei (!) Stunden stumpf ein Tempo Schlangenlinien und Schnörkel
.

Das ist etwas , was ich noch NIE verstanden habe ..
am letzten Stall gab es da auch son paar Konsorten, die unter 2h nicht von ihrem Pferd runtergekommen sind. So nach dem Motto "wir arbeiten RICHTIG". Jaja, ist klar.
Komisch nur, dass der Bock (tschuldigung) immer noch aussah, wie Schneewittchen .. dass es daran liegen könnte, dass das Pferd vielleicht doch nicht "RICHTIG" gearbeitet, sondern nur durch die Gegend gescheucht wurde, daran war nicht zu denken.

Letztendlich kenne und sehe ich es so - Arbeit soll Spaß machen - mir UND dem Pferd. Es kommt nicht darauf an, wie LANGE man arbeitet, sondern wie INTENSIV. Wenn wir etwas gut geschafft haben, dann höre ich gern auf und beende unseren Tag mit einem positiven Gefühl. Wie hoch man sich die jeweiligen Ziele steckt, kommt natürlich darauf an, wie weit man grundsätzlich schon ist und was das Pferd kann.
Will sagen - momentan reicht es mir z.Bsp. schon, wenn Tino sich an der Longe löst und schön v-a läuft. Klappt das auf beiden Händen gut, höre ich auf.

Zu diesem Thema fand ich das Buch von Michael Geitner (Be strict) aber auch klasse !

[ Editiert von Administrator Cristino am 30.05.11 11:00 ]

#6 RE: Arbeitszeiten von Jeanine 30.05.2011 17:01

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Ich war am Wochenende mit meiner Stute bei Michael Geitner auf dem Lehrgang Dualaktivierung.
Er hat auch des öfteren gesagt, dass es nicht darauf ankommt, wie lange man arbeitet, sondern wie intensiv.

#7 RE: Arbeitszeiten von Flying Gold 02.06.2011 10:50

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Ganz genau, voll Eurer Meinung!!!

Stupides "die-Stunde-muß-voll-sein" ist doch echt fürn A***. Wenn wir aufm Reitplatz sind reichen oft 20 Min völlig aus. Im Gelände dagegen werdens auch gut und gerne mal 2 , 2 1/2 Std. Ich achte auch sehr darauf einen positiven Abschluß zu finden. Selbst wenn mal total der Wurm drin war, forder ich dann kleine Sachen ein von denen ich weiß die klappen immer. Damit ich ordentlich loben kann und dann Schluß.

#8 RE: Arbeitszeiten von moppeldings 02.06.2011 21:08

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Man kann aber nicht jede Reiteinheit mit einem positiven Ergebnis abschließen. Manchmal muss man sich am nächsten Tag nochmal darüber "unterhalten" Vielleicht versteht es nicht was man von ihm möchte und braucht die Zeit zum nachdenken. Schließlich können wir auch nicht von heute auf morgen alles, sondern brauchen bei gewissen Dingen auch etwas länger und Übung.

#9 RE: Arbeitszeiten von Warwing 03.06.2011 08:36

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@moppeldings: nee, klar, nicht jede Übung klappt auf Anhieb. Aber einfach nochmal einen Gang zurückschalten, etwas machen, was das Pferd ganz sicher kann und dann ist Schluss. Aber ich glaube auch, dass kein Pferd dieser Welt nach dem Reiten auf der Wiese steht und darüber nachdenkt, was nun falsch gelaufen ist.
Das ist menschliches Sozialverhalten,>wir müssen eine Lösung finden<, ein Pferd denkt >prima, ich habe meine Ruhe!< und das denkt es noch nicht mal, sondern empfindet es nur.
Letztes Jahr auf dem Pat-Parelli Lehrgang wurde folgendes gesagt: 4 Sek. lang kann das Kurzzeitgedächtnis eines Pferdes etwas behalten, dann ist es weg und es braucht bis zu 2000 Wiederholungen, bis es ins Langzeitgedächtnis übernommen wird. (Okay, er sprach ja von Quartern, ein VB braucht vllt. nicht ganz soviele Wiederholungen). Aber ich habe danach angefangen, vieles nochmal ganz anders zu sehen.

Ich "durfte" vor einigen Tagen wieder so ein Negativbeispiel erleben. Pferd sollte longiert werden und raste nur guckig über den Platz. Es wurde gekeift, an der Longe geruppt und solche Sprüche wie "ich longiere dich solange bis das klappt und wenn du tot umfällst".
Als ich sie freundlich darauf hinwies, dass das Pferd aussen schon den Kappzaum fast im Auge hatte, bekam ich auch noch mein Fett "Der muss ja nur mal den Kopf zu mir drehen, dann sitzt der auch wieder*fauch*!" (Okay, ich geh' dann mal....)
Mal ganz ehrlich, mal abgesehen davon, dass der Besi sich voll zum Fifi gemacht hat, was soll sowas bringen?

[ Editiert von Warwing am 03.06.11 8:47 ]

#10 RE: Arbeitszeiten von Mobi 03.06.2011 14:54

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Ich sehe es wie Warwing, manchmal gibt es neue Dinge die klappen beim ersten Mal gar nicht. Aber ich erzwinge es auch nicht, dass es HEUTE klappt. Stattdessen gibt´s dann zum Abschluss eine Übung, bei der ich weiß, die macht er gern oder die er gut kann und dann Schluss. Da kann ich dann viel Loben und Mobi ist zufrieden.

Was mir beim Lernverhalten noch einfällt. Gestern habe ich begonnen an der Hand Schenkelweichen zu üben. Gestern hat das nur mäßig geklappt und er wurde sofort hibbelig, als er merkte, ich will was anderes, aber er versteht nicht was. Also immer wenn er hibbelig wurde, habe ich einfach was einfaches anderes gemacht und wieder neu zum Schenkelweichen angesetzt. Und siehe da, am Ende meiner Bodenarbeitsreprise klappte es einmal gut, wenn auch nur einmal zur Seite. Ich hoffe ihr versteht wie ich es meine. Ich habe ihn ausgiebig gelobt und Schluss gemacht.

Und heute: Ich probiere das Schenkelweichen und es klappt gleich für 3 "Schritte" seitwärts. Ich habe Bauklötze gestaunt.
Was ich damit sagen wollte: Wenn ihr merkt dass klappt nicht, vorher immer ruhig werden(Pferd und man selbst) oder sogar diese Übung abbrechen und kurz was anderes mache und dann erst neu ansetzten. Sonst ist man selbst und das Pferd schnell gefrustet. Ebenso übe ich Neues auch gern am folgenden Tag nochmal. Ich habe dass Gefühl, dass sich beim Pferd durch die Pause über Nacht die Bewegungsmuster festsetzten.

[ Editiert von Mobi am 03.06.11 15:00 ]

#11 RE: Arbeitszeiten von moppeldings 03.06.2011 22:11

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In etwa meinen wir das Gleiche Ich möchte in keinster Weise meine Pferde vermenschlichen. Ich gehe jetzt nur von mir aus. Wenn etwas nicht klappt bei mir und den 2, dann steig ich ab und stell sie in den Auslauf. Denn ich steiger mich in solche Dinge manchmal zu sehr sein und ärger mich bis zum erbrechen. Also, reagier ich mich ab und morgen geht´s an der Stelle weiter, wo es nicht klappte. Dann sieht es meist schon viel besser aus.

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