#1 RE: Mein Testergebnis zum baumlosen Sattel Cheorkee von Pepolino 08.07.2011 13:21

Mein Testergebnis zum Barefoot Cheorkee – Baumloser Sattel

Ich war begeistert von der Methode baumlos reiten und stellte in 3 verschiedenen Foren die Frage nach Erfahrungswerten mit baumlosen Sätteln.
Diese Berichte waren überwiegend positiv, was mich zur Vorfreude auf das Testreiten hin fieberte.
Dann endlich kam es dazu. Meine Bekannte und ich fuhren knapp 100km bis zu einem Reiterladen, der diese Sättel von Barefoot verleiht und vertreibt.
Wir waren beide mit Vorinformation gespeist und voller Vorfreude sattelten wir uns waren gespannt.
Sie ritt zu erst mein Pferd mit dem Barefoot Cherokee. Schon nach wenigen Runden erkannte ich Zweifel in ihrem Gesicht. Wir gurteten nach und verstellt noch mal die kompliziert zu verstellenden Steigbügel. Sie ritt weiter. Wenig begeistert stieg sie ab und sagte nichts bevor ich auch geritten bin.
Dann der Moment des Gedankenaustausch/Erfahrungsaustausch.

Fazit: Unabhängig von einander werden wir den Sattel nicht mal ein zweites Mal reiten.

Der Barefoot Sattel Cherokee ist unserer Meinung nach:

-ein Sattel wo man hoch oben auf dem Pferd sitzt und sich vor kommt wie auf einem Hochhaus
-ein Sattel wo man die Mitte nicht findet, sondern drüber schwebt
-nicht drin aussitzen kann
-die Beine nicht ans Pferd kriegt, weil zuviel Material dazwischen ist, Hilfengebung fast unmöglich
-die Steigbügel nicht leicht –wie normaler Weise- zu verstellen sind
-mit der Unterlage Physio von Barefoot schwitzt das Pferd um 100% mehr als normal
-die Wirbelsäule bleibt nicht frei, wie werbetechnisch im Vorfürvideo von Sattelhaus.de beschrieben
-6kg Sattelgewicht ist nicht schwer, aber er ist unhandlich ohne Ende
-die Ledernähte des oberen Sitzteiles sind so dick, dass es zu wunden Stellen an der Oberschenkelinnenseite kommt
-das Nachgurten geht nur mit einer Akrobatischen Ausbildung, weil es soooo weit unten ist
-und nun das schlimmste: längs verlaufend hat man das Gefühl die Naht unter der ersten Lederschicht……… -wie soll ich sagen- reitzt den weiblichen Unterkörper so unangenehm, dass man sich binnen 20Min. einen Wolf reitet. SMler finden es vielleicht toll – wir nicht.

Erst hatten wir überlegt noch ein anderes Modell zu testen, sind aber dann davon ab, weil wir feststellten, dass die auch nicht anders verarbeitet sind und sich einige der oben beschriebenen Probleme weiter halten könnten. Und dafür gebe ich nicht so viel Geld aus, auch wenn die optisch echt schön ist.

Jedem sein, ist auch gut so, aber unserer ist es nicht. Wir werden das Testmodell zurück geben und freuen uns über die Erfahrung die uns viel Zeit und einige Euros gekostet hat.

Reiterliche Grüße

#2 RE: Mein Testergebnis zum baumlosen Sattel Cheorkee von Monostrotos 11.07.2011 11:41

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Also Deine Probleme hatte ich mit dem Cherokee nicht.Ich fand auch,das man zu wie soll ich sagen breit auf dem Pferderücken sitzt,aber alle anderen Mängel habe ich nicht.Nachgurten von oben ist nie ein Problem gewesen.Habe sowieso nicht ganz verstanden,wieso Du als Dressurreiterin einen reinen Geländesattel haben wolltest.Denn Dressurarbeit ist mit dem Cherokee nicht machbar.Dafür gibt es ja den Lexington oder den London. Ich bin den Lexington schon probegeritten und man kann die Hilfen ganz normal geben.Auch biegen und stellen ist kein Problem.Uhnd das die Pferde unter den Pads schwitzen ist doch normal.Ist ja schliesslich Schaffell drunter.Das macht den Pferden aber nichts aus.Es gibt ja sogar für Baumsättel Lammfell Schabracken.Da schwitzen die Pferde auch mehr drunter als bei einer normalen Baumwollschabracke.Man sollte sich ein paar tage zeit nehmen sich an einen Baumlosen Sattel zu gewöhnen.Bei mir hat es 4 Tage gedauert,bis das Reiten damit für mich normal geworden ist.Aber nun gut,Du hast Dich entschieden.Nur noch eins,Baumlos reiten hat nichts mit SM zu tun.

#3 RE: Mein Testergebnis zum baumlosen Sattel Cheorkee von Swing 11.07.2011 12:55

Ich habe auch einen Barefoot Cherokee. Ich kann nur sagen, dass mein Pferd ihn nicht mag. Ich selbst kenne diese Sättel seit knapp 10 Jahren und habe immer gut darin gesessen. Nicht nur im Gelände. Es ist reine Gewohnheitssache. Allerdings muss man schon reiten können. Für Anfänger ist er nichts.

Pepolino, ich kann deine Erfahrung gar nicht teilen. Trotzdem schön, dass du so ausführlich geschrieben hast. Es ist immer wieder interessant, zu lesen, wie unterschiedlich die Sichtweisen sein können. Ich hoffe, du findest einen passenden Sattel für Pepo und dich. Ich bin ja auch noch immer auf der Suche...

#4 RE: Mein Testergebnis zum baumlosen Sattel Cheorkee von Monostrotos 12.07.2011 12:47

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@ Swing

Hast Du mal den Missula Nut ausprobiert?

#5 RE: Mein Testergebnis zum baumlosen Sattel Cheorkee von Admirals Miss 13.07.2011 15:52

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Zitat
Gepostet von Monostrotos
Bei mir hat es 4 Tage gedauert,bis das Reiten damit für mich normal geworden ist.Aber nun gut,Du hast Dich entschieden.Nur noch eins,Baumlos reiten hat nichts mit SM zu tun.



Ich bin den Cherokee nicht geritten aber kann mich nur anschließen und sagen, dass man sich an einen Baumlosen natürlich erst ein paar Tage gewöhnen muss-diese Zeit sollte man sich schon nehmen.
Aber du hast dich wie´s scheint bereits gegen den Sattel entschieden? Vielleicht hast du ja die Möglichkeit die schon genannten Modelle zu probieren - grad beim sich ständig verändernden Rücken hat so ein Baumloser definitiv seine Vorteile!

LG

#6 RE: Mein Testergebnis zum baumlosen Sattel Cheorkee von smarten die 04.09.2011 08:00

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Hi, meine Erfahrungen mit Baumlos betreffen den Torsion. Hatte vor einigen Jahren zwei unterschiedliche, sehr einfache Modelle für meinen Araber und das Pony meiner Tochter.
Die hatten aber beide "nur" eine dickere Satteldecke drunter.
Ich konnte selber recht gut drin sitzen, meine Tochter auch. Das Pferd/Pony hat sich auch gut und sehr frei drunter bewegt. Allerdings sind wir nur ausgeritten, bzw. Distanzen geritten. Und da war der Haken. Nach drei 50km-Ritten im Abstand von jeweils zwei Wochen war ein Satteldruck da. Genau an der Stelle, wo der Druck des Sattelgurtes sich oben über die Wirbelsäule weiter verteilt und wo gleichzeitig das Gewicht der Steigbügelaufhängung lag. Gleiches übrigens beim Reitpony einer Freundin.
Alle Pferde waren tendenziell eher rundlich, vor allem der Araber hatte wenig Widerrist und dahinter einen breiten Rücken. Allerdings wird auf Distanzen durchweg in einem gemäßigten Entlastungssitz geritten.
Fazit: ich würde einen baumlosen Sattel nie wieder auf ein Pferd legen, das auch nur im Ansatz erkennbare Dornfortsätze hat, und selbst dann nur mit genügend Polstern seitlich der Wirbelsäule. Ein längeres Reiten im leichten oder Entlastungs-Sitz empfiehlt sich auch nicht.
Dennoch: einige Distanzreiter schwören auf die Sättel und haben keine Probleme.

Ich bin dann übrigens auf den ROC von Stefan Wanek umgestiegen. Das einfache Modell. Mit Baum, aber flexibel. Man sitzt nur etwas höher über dem Pferd; gewöhnungsbedürftig. Herr Wanek hat unendlich Zeit gehabt, zum Probereiten, Umpolstern, Beraten. Hat uns sogar auf einen kleinen Ausritt geschickt. Für Distanzen würde ich da immer wieder dran denken, denn der Sattel ist bequemer fürs Pferd als n "engl." Sattel und nicht so starr und schwer wie n Westernsattel.

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