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#1 RE: Achtung Gegenverkehr... von Mausi1982 26.07.2011 08:42

Hallo,

merkwürdige Überschrift, aber mir ist nichts Besseres eingefallen

Ich habe im Frühjahr mein früheres Reitbeteiligungspferd (Bedford Wings) gekauft, aber in den letzten Wochen hat er sich beim Reiten ziemlich verändert.
Er arbeitet super mit, geht nach einer längeren Warmlaufphase auch wunderbar locker daher, aber wenn uns beim Traben oder Galoppieren einer entgegenkommt dreht er durch.
Vorher war das nie ein Problem, aber seit einigen Wochen ist das zum Dauerzustand geworden.
Sobald uns einer entgegenkommt, macht er entweder nen Satz zur Seite, was noch die nette Variante ist, oder aber springt mal eben nen Meter in die Luft, nimmt den Kopf zwischen die Beine und versucht seinen Reiter abzuwerfen um dann zu flüchten.
Im Schritt ist das alles kein Thema, aber sobald wir im Trab oder Galopp sind, geht´s los.

Hat jemand mit sowas schon Erfahrungen gemacht?
Ich würde ja sagen er muss sich an die Situation gewöhnen und lernen, dass ihm da nichts passiert, aber so wie er sich verhält, tu ich da wohl weder ihm noch mir einen Gefallen mit. Aber wenn ich diese Situationen versuche zu meiden, komme ich auch nicht weiter, denn ich kann ja nicht immer warten bis keiner mehr in der Halle ist.

Erschwerend kommt auch noch hinzu, dass er auch mit wilden Bocksprüngen reagiert, sobald ein anderes Pferd durchgeht oder mal einen mit der Gerte bekommt. Ich reite ihn selbst mit Gerte und da ist das überhaupt kein Problem...

Weiß jemand Rat?

Ach so, und das typische Flach und weg kennt er übrigens auch nicht...
Bei Gefahr gibt´s diesen Mega-Bocksprung unter des Reiters Hintern und erst wenn man den Reiter los ist wird geflüchtet, schafft es der Reiter oben zu bleiben, ist innerhalb von Sekunden alles wieder gut...

Leider kenne ich auch nicht viel von seiner Vorgeschichte um mir vielleicht die Ursache erschließen zu können...

#2 RE: Achtung Gegenverkehr... von Admirals Miss 26.07.2011 08:52

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Guten Morgen!

Mhm meine hatte mal eine Zeit lang bei Gegenverkehr das Bedürfnis mir die Zügel aus der Hand zu reissen und den anderen hätt sie dann glaub dich am liebsten aufgefressen - entweder Maul auf und Angriff oder Hintern zugedreht und Angriff...

Macht dein Pferd das auch an der Longe oder nur mit Reiter?
Is schwierig dir für die Situation Tips zu geben ohne eure Reaktionen gesehn zu haben...
Vielleicht hast du mal die Möglichkeit, dass dich jemand zum Traben und Galopp an die Longe nimmt und jemand in die entgegengesetzte Richtung um euch herum reitet? Einfach dass Routine in die Situation "Gegenverkehr" kommt & du an der Longe auch die Möglichkeit hast bei diversen Bocksprüngen die Lenkung mal ab zu geben und dich ev am Sattel fest zu halten... ich würd aber auf jeden Fall weiter treiben - wer vorwärts geht hat keine Zeit auf der Stelle rum zu hampeln...
Aber wie gesagt is schwierig ohne euch dabei gesehn zu haben - du kennst dein Pferd wohl am besten und weißt ob das eine Möglichkeit für euch wär.

LG

#3 RE: Achtung Gegenverkehr... von Mausi1982 26.07.2011 09:06

Wenn mein Pferd angereifen würde, wäre das ja schon fast ein Erfolg

Auf die Idee mit der Longe bin ich noch gar nicht gekommen
Ich hatte immer gegrübelt wie wir uns beide in der Situation nichts tun, aber das wäre natürlich nicht schlecht.

Ohne Reiter an der Longe macht er dabei übrigens nicht, denn wir longieren häufiger mal mit zwei Pferden in der Halle oder wenn andere reiten.
Scheint also nur beim Reiten aufzutreten...

Das Problem ist nur, dass seine Bocksprünge jedem Pferd beim Rodeo Konkurrenz machen können
In der Situation dann auch noch an Treiben zu denken, fällt mir da doch immer etwas schwer

Aber den Tipp mit der Longe werde ich mal aufgreifen...
Da brauche ich jetzt nur noch nen mutigen und kräftigen Longenführer und nen Reiter mit unerschrockenem Pferd, der uns umkreiselt...
Mal sehen, wer sich da bei uns so bereit erklären würde...

Vielen Dank schon mal...

#4 RE: Achtung Gegenverkehr... von Admirals Miss 26.07.2011 09:15

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drück dir die daumen dass du 2 mutige findest den abstand kann man ja am anfang mal ziemlich groß halten und dann laaangsam immer näher kommen bis sich irgendwann (geduld....) vl sogar die steigbügel fast berühren

#5 RE: Achtung Gegenverkehr... von Sintra 26.07.2011 14:19

Hallo!
Mein Arabesel (rein spanischer Vollblutaraber mit dem Phlegma eines Riesenesels) hat sich damals eine Ecke auf dem Platz oder in der Halle ausgesucht, vor der er "scheuen" und buckeln wollte. Einen ersichtlichen Grund gab es nicht. Mein Reitlehrer analysierte und diagnostizierte chronische Langeweile, die das intelligente Pferd mit diesem Späßchen vertreiben wollte. Meine Anspannung in der bösen, bösen Ecke spornte ihn dann noch mehr an.
Das erfolgreiche Rezept meines Reitlehrers war gegen Langeweile anzukämpfen. Das Pferd musste in den Ecken konzentriert, aber nicht überfordert, arbeiten.
Eine andere Idee - hat Dein Pony mal versehentlich die Gerte Deines entgegenkommenden Reiters abbekommen, was in dieser Situation vielleicht als ungerechte Strafe vom Pferd empfunden wurde?
Du wirst wohl am ehesten spüren, ob Sturheit oder Angst der Auslöser ist. Viel Erfolg!

#6 RE: Achtung Gegenverkehr... von Warwing 26.07.2011 15:17

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Ich kenne das Problem. Bei Gegenverkehr zur Seite schmeißen und wegrasen, dabei Kopf hoch und kaum noch zu regulieren und dann stoppen und fies auf der Stelle hüpfen. (Boah, bin ich froh, dass wir DAS nicht mehr haben).
Wir haben es so in den Griff bekommen:
-vom Boden aus "Nadelöhrsituationen" geübt (Waschbox, Solarium, Schlüsselloch aus Stangen, Stangengassen, Hindernisse/Bande).
-beim Reiten erstmal Schritt geritten, wenn andere galoppiert sind
-mit Mitreitern abgesprochen, sie im Schritt/Trab auf uns zukommen lassen und erst kurz vorm Passieren selbst angetrabt, ich bin aussen vorbei, sodass die Bande ein zur-Seite-schmeissen verhindert hat.

Wir hatten dann auch mal so eine sehr verständnisvolle Miteinstellerin, die uns richtig provoziert hat, aus Spass an der Freude. Die Stute war auch noch so ein lautes Poltertier. Das hat mich fast zur Weissglut gebracht. Aber da war meine RL dann mal wieder Gold wert. Ausatmen- locker machen- gar nichts Schlimmes erwarten- in ein Gespräch verwickelt und siehe da, auch Warwing entspannte sich.

Fremde Pferde/Reiter habe ich gebeten vor dem ersten angaloppieren Bescheid zu sagen, die haben wir uns dann erstmal in Ruhe aus dem Stand oder Schritt angeschaut.
Das einzige, was er immer noch nicht verknusen kann, sind im Dreitakt-pupsende Pferde. Das habe ich bei ihm auch noch niiiie erlebt.

#7 RE: Achtung Gegenverkehr... von Admirals Miss 26.07.2011 16:05

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Zitat
Gepostet von Warwing

Das einzige, was er immer noch nicht verknusen kann, sind im Dreitakt-pupsende Pferde. Das habe ich bei ihm auch noch niiiie erlebt.[/b]



(sry offtoppic aber die beschreibung is einfach zum )

#8 RE: Achtung Gegenverkehr... von Mausi1982 26.07.2011 20:09

Die Sturheit eines Esels hat meiner auch mitvererbt bekommen

Die chronische Langeweile habe ich bei meinem auch schon bemerkt, aber die beste Beschäftigung hilft leider beim Gegenverkehr nicht
Allerdings stimmt es, dass er es umso mehr veranstaltet desto mehr ich drauf warte oder unsicher werde.

Nein, ich wüsste nicht, dass er je eine Gerte abbekommen hätte und selbst wenn, hätte ihn das wahrscheinlich noch nicht mal gestört...
Das Bocken beginnt quasi auch schon 5 oder teilweise 10 Meter bevor das andere Pferd bei uns ist...

@Warwing: Vom Boden aus haben wir keinerlei Probleme mit Engpass-Situationen, da würde mir mein Vollblöd überall hin folgen
Wenn wir Schritt gehen oder stehen bleiben, bleibt mein Reitkamel netterweise auch völlig gelassen.
Nur dann, wenn man ganz entspannt auf nem Zirkel trabt oder relaxt im Galopp vor sich hin träumt, weil es grad so schön ist, dann meint er auf einmal, dass ein anderes Pferd ein gefährlicher Drache sei und springt los
Ganz toll wird es aber, wenn meine Reitbeteiligung mit einem unserer Schulponys mit in der Bahn ist... Wenn die beiden galoppieren, stellen wir uns lieber immer gleich in die Mitte, den mit diesem kleinen Rennpony kommt er so gar nicht klar...

Dieses Pferd bringt meinen Verstand zur Verzweiflung...

Man denkt nichts Böses, freut sich, dass man dressurmäßig wunderbar arbeiten kann, weil das Pferd so schön locker ist und dann findet man sich "Wums" auf dem Boden wieder

#9 RE: Achtung Gegenverkehr... von Sintra 26.07.2011 22:26

Ich will Deinem Pferd ja nix unterstellen, aber der Zausel scheint einen Weg gefunden zu haben, der schnöden Arbeit einen auszuwischen und ihr zu entrinnen. Das Hoppa setzt Dich auf den Boden? Da würde ich aber böse werden und Haftspray auftragen.
Wenn das Pferd nie Probleme mit Gegenverkehr hatte, hat es, falls wirklich nichts vorgefallen ist, keinen Grund für diese Blödeleien. Zumal Dir etwas dabei passieren kann, was dem Pferd auch nicht dienlich ist, schätze ich, dass Du mit Durchsetzungsvermögen ran mußt - fair und konsequent und sattelfest.
ich hab es bei meinen Ponys immer mit wüster Androhung eines Besuches vom Schlachter versucht. Hat leider nicht geholfen.

#10 RE: Achtung Gegenverkehr... von Swing 26.07.2011 23:03

Für mich sieht das auch so aus. Er HAT einfach nicht zu entscheiden, ob "Gefahr" droht, sondern DU! Entweder vertraut er dir nicht, oder die Dominanzgeschichte zwischen euch ist nicht geklärt. Wie siehst du das?

#11 RE: Achtung Gegenverkehr... von Mausi1982 27.07.2011 08:37

Wie gesagt, vom Boden aus haben wir bezüglich der Dominanz keine Probleme.
An der Longe versucht er ab und an mal sein Glück, wird dann von mir in die Schranken gewiesen und läuft dann wieder artig aussen rum.

Die wüsten Androhungen zwecks Schlachter kennt er von mir auch schon und es grinsen sich auch alle immer einen, wenn ich mein Pferd anschreie.
Komischerweise habe ich aber das Gefühl, dass anschreien bei ihm besser wirkt, als alles andere.

Eigentlich würde ich ja konsequent bei diesen Attacken weiterreiten und in den meisten Fällen gelingt es mir auch, aber manchmal sind seine Bocksprünge doch eher was für Rodeoreiter und ich bin denen dann nicht mehr gewachsen.

Dass diese kleine Kröte keine Lust zur Arbeit hat, habe ich mir auch schon mal gedacht...
Komisch ist auch, dass dieses Gebocke so stark angefangen hat, seitdem wir den Stall gewechselt haben.
Ich habe daher auch schon überlegt was jetzt anders ist, was vorher nicht so war, konnte aber keinen Unterschied feststellen
Er steht noch immer in einer Box, die jetzt sogar größer ist und darf auch immer noch nicht auf die Weide, weil er sich bei den ganzen Bremsen glatt umbringen würde... Wir haben es zu Beginn mal gestestet und da ist er wie vom Teufel gejagt über die Wiese gerannt...

Dann kam mir der Sattel in den Sinn, aber das wäre ja auch eigentlich nicht logisch...
Denn zum einen wurde der vom Sattler angepasst und zum anderen müsste er dann ja auch in anderen Situationen bocken und nicht nur wenn ihm einer entgegenkommt...
Gleiches gilt auch für den Spruch "der hat doch was mit dem Rücken"...
Ja, ist klar, die Rückenprobleme treten immer auf wenn uns einer im Galopp entgegenkommt und dann passt auch der Sattel nicht

#12 RE: Achtung Gegenverkehr... von Sintra 27.07.2011 10:54

Jetzt habe ich die Ursache des Problems!
Des Wallachs Nebennieren produzieren bei Gegenverkehr Testosteron, so dass er seine volle Männlichkeit zeigen muß. Da kann er ja nichts für.
Man sagt doch, dass man einer Stute etwas sagen kann, einem Wallach etwas erzählen muß und mit einem Hengst, also einem Testosteronproduzenten, etwas ausdiskutiert.
Mal ehrlich, wenn Du immer wieder absteigst, gewinnt er die Überhand und das kann noch mehr Probleme in anderen Situationen machen.

#13 RE: Achtung Gegenverkehr... von Mausi1982 27.07.2011 14:53

Naja, es ist ja nicht so, dass ich immer absteige, wenn er mal bockt...
Nur wenn ich im hohen Bogen im Dreck lande, dann kapituliere ich natürlich für den Tag, weil ich dann einfach matschig bin.
Solche Flüge habe ich zum Glück aber erst zwei Mal gemacht...

#14 RE: Achtung Gegenverkehr... von Sintra 27.07.2011 15:13

Fühlst Du denn nicht, wenn er sich zum Bocken bereit macht? Legt er sich gerne aufs Gebiss oder hat er stetige Anlehnung?
Ich als eingefleischter Westernreiter versuche meine Pferde dazu zu bringen, sich selbst zu tragen. Das erreiche ich, indem ich, sehr unschön anzusehen aber effektiv, meinem Pferd das Auf-das-Gebiss-legen versalze. Dazu treibe ich mein Pferd vorwärts und nehme die Hände hoch und gebe so Paraden. Sieht echt doof aus, aber der Arabesel traut sich nicht mehr zu buckeln. Da er sich nicht mehr anlehnen kann, merke ich schneller als er gucken kann, was er vor hat.
Vielleicht ist es ein Versuch wert.

Sieh bitte zu, dass Du ganz bleibst!

#15 RE: Achtung Gegenverkehr... von Swing 27.07.2011 15:20

Zitat
Da er sich nicht mehr anlehnen kann, merke ich schneller als er gucken kann, was er vor hat.



So ungefähr handhabe ich das auch. Wenn er buckeln will, treibe ich ihn vorwärts ohne Anlehnung. Swing hat bis vor ein paar Wochen immer gebuckelt, wenn er schnell laufen wollte, ich aber nicht...

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