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#46 RE: Bodenarbeit von Mobi 05.10.2011 11:12

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Ich glaube, dass sowas auch eien Charakterfrage ist.
Mobs ist beispielsweise einfach ein Rüpel, der ständig Grenzen braucht udn deise antestet.
Lady dafür fügt sich bei Mensch und Pferd und bleibt einfach wo sie ist. Wahrscheinlich wie beim Menschen.

#47 RE: Bodenarbeit von Swing 05.10.2011 11:31

Das liegt vermutlich an der grundsätzlichen Fähigkeit eines Pferdes, ein Leittier sein zu können, oder nicht. Da nicht jedes Pferd ausreichend "stark", selbstbewusst, klug, reaktionschnell etc. ist, kristallisieren sich immer wieder einzelne heraus, die in der Lage wären, die Leitung der Herde zu übernehmen, bzw. das derzeitige "Leittier" (mich) abzulösen.

Bei unserer kleinen Herde, die jetzt seit einem Jahr besteht, ist es so, dass ich meine Position ruhig, gelassen, aber sehr konsequent immer wieder unter Beweis stelle. Mein Swing geht ganz geschickt dezent vor beim Antesten. Will sich immer nur mal vergewissern, dass er in Sicherheit ist. Die Stuten testen gar nicht mehr.
Dimma, die Isistute, hat sich anfangs benommen, als sei ich (und auch alle anderen Zweibeiner) Luft. Obwohl sie mir nicht gehört, bin ich inzwischen ihre Leitstute. Immerhin versorge ich die Herde zweimal täglich. Da geht es auch um meine Sicherheit. Dimma hat mich ständig umgerannt, blieb nicht stehen beim Beineabtasten, riss mir den Futtereimer aus der Hand, stürmte ans Heunetz und fing an, zu fressen, während ich das Netz aufhängte. Stellah, die andere Stute, war rasend gierig und futterneidisch. Litzen wurden schon beim Öffnen durchstürmt. Jedes Pferd ging da lang, wo es gerade wollte. Ich war ein Kratzbaum auf zwei Beinen. Es ging turbulent und damit gefährlich zu.
Inzwischen ist es so, dass alle ruhig warten, was ich mache. Alle halten den nötigen Abstand, lassen sich Wunden versorgen usw.. Trotzdem schmusen und spielen wir. Aber immer solange und dann, wenn ich es "erlaube". So habe ich eine super funktionierende Herde, die durch meine Position eine harmonische (für mich) und sichere (für die Ponnies) Sache ist. Der Weg dahin war der, dass ich mir immer Zeit genommen habe, Unklarheiten in dem Moment zu klären, wenn ich sie festgestellt habe. Da blieb auch mal ein Ausritt oder das Putzen auf der Strecke, weil die Zeit zu knapp dafür wurde. Aber geklärt habe ich immer alles auf der Stelle. In der Sprache der Pferde- denn die verstehen sie! Die anderen Mitglieder der Stallgemeinschaft verfahren inzwischen auch so, und die meisten von ihnen kommen so auch prima zurecht. Ausnahmen gibts natürlich Und die werden auch umgerannt!

[ Editiert von Moderator Swing am 05.10.11 11:35 ]

#48 RE: Bodenarbeit von Shirana 05.10.2011 11:44

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Ich schließe mich da Mobi an: Jeder Jeck ist anders.
Und um den Vergleich mit den Hunden noch mal aufzugreifen: Wölfe sind als Haustiere ungeeignet, weil sie ständig die Rangfolge in Frage stellen (müssen). Eben aus den von Swing genannten Gründen, bzw. bei ranghohen Tieren, um selbst in die verantwortliche Position zu rücken.
So wird das bei den Pferden im Herdenleben auch sein. Die kebbeln sich auch immer wieder, um in der Rangfolge nach oben zu kommen. Und das machen sie mit uns halt auch. "Brave" auf Gehorsam (Stumpfsinnigkeit) gezüchtete Pferde wie viele Warmblüter halt, gehorchen einfach und verlassen sich auf den Menschen. Rennpferde müssen mitdenken und auch mal schneller reagieren als ihr Reiter, wenn sie nicht im Rennverlauf angerempelt werden möchten. So wie Herdenschutzhunde, die selbst auf die Herde aufpassen müssen, ohne dass ihnen ein Schäfer Kommandos zubrüllt.
Jeder - jede Pferd-Mensch-Partnerschaft - muss ihren eigenen Weg finden.
Die Trakehnerstute, die ich jahrelang geritten hab, war auch so eine... hat immer getestet. Irgendwann kannten wir uns aber so gut, dass wir unterwegs manchmal auch einen Deal machen konnten: Sie bestimmte, wo's langgeht und die Gangart, ich bestimmte das Tempo (da war sie aber schon über 20. Das hätte ich in jungen Jahren bestimmt nicht mit ihr machen können). Und was waren das für herrliche Ausritte. Zügel nur schmückendes Beiwerk und ich konnte sie mit der Stimme langsamer werden lassen (die war noch seeeehr knackig), wenn's nötig war. Klar zwischen uns war aber immer, dass ich jederzeit auch den Deal widerrufen und alleiniger Chef werden konnte.

#49 RE: Bodenarbeit von classic king 30.10.2011 19:04

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#50 RE: Bodenarbeit von Antara Rose 30.10.2011 21:03

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Ich schließe mich Swing an. Antara ist auch eine von denen die immer mal wieder fragt und auch heftig. Nun hat sie auch Hengstzähne bekommen was auch nochmal zeigt wie dominant sie ist. Ohne die Bodearbeit und auch die Hilfe dabei von einem erfahrenen Trainer, hätten wir einiges sicher nicht hinbekommen. Das Tolle ist, dass sie jetzt wo mal wieder (zumindest für vielleicht die nächsten drei Tage ) klar ist, dass ich Chef bin und sie auf Platz 2, alles völlig tiefenentspannt läuft, auch und gerade fürs Pferd.
Die Herangehensweise von Robert's finde ich nicht so gut, denn der Join up bedeutet für Pferde unheimlichen sozialen Stress, der in der Intensität meiner Ansicht nach nicht nötig ist. Ich will ja nicht ein besinnungslos folgendes Pferd, sondern eins das mitdenkt. Sonst geht die ganze Ausstrahlung verloren. Denn man wird, egal wie "alpha" man selber ist, aus einem "Alpha"-Pferd kein "Omega"-Pferd machen, ohne es innerlich zu brechen. "Beta" reicht ja auch völlig.

#51 RE: Bodenarbeit von Swing 30.10.2011 21:43

Antara, das hast du toll ausgedrückt!

Heute hat die Bodenarbeit Swing wieder klar gemacht, dass er Beta ist und alles war sehr harmonisch- nach beginnenden 5 Minuten in Unstimmigkeit. Rückwärtsrichten war heute ein kleines bis mittleres Drama und wurde zunächst mit Hektik ausgeführt. Nach einer Viertelstunde war es, als hätten wir nie Diskussionen gehabt. Sogar eine Hinterhandwendung haben wir mit bloßem Hinschauen auf die Hinterhand hinbekommen. Heute zum ersten Mal! Juhuu!

#52 RE: Bodenarbeit von smarten die 01.11.2011 09:46

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Sagt mal, ich bin da jetzt nicht sicher, ob das hierhin gehört oder zum Thema longieren:
Smarti begreift langsam, dass er beim Longieren alleine "da draußen" rumlaufen soll. Anfangs ging er mir ja kaum von der Seite, und wenn ich drängte, wurde er aggressiv (=Pitbullgesicht und n Schritt auf mich zu).
Inzwischen bleibt er auf Peitschenlänge weg, trabt an, wenn ich sehr deutlich auch antrabe und viel mitlaufe. Wenn ich mein Lauftempo runterschraube (die Kondition!!!) will er auch langsamer, klar, nä? Dann treibe ich ihn mit Stimme und auch mal ner Peitschenberührung weiter, woraufhin er ein ganz leeres Gesicht macht. Die Aggression von früher ist weg, aber im Auge machts den Eindruck, dass keiner zuhause ist, nur Trauer.
Ich interpretiere das so, dass er sich gemaßregelt und ungeliebt fühlt, weil ich ihn ja wegschicke. Sobald ich das nämlich unterlasse kommt er sofort zu mir, ist wie ausgewechselt und schmust wie ein Weltmeister. Rennt mir auf dem Paddock auch dauernd nach und lehnt den Kopf an mich.
Hab ich das auch richtig verstanden, dass sie auf der Bahn ja entweder einen Menschen dicht bei sich haben (obendrauf oder als Führer), oder eben in der Führmaschine immer einen optischen Halt durch Außen- und Innenwände oder ne Hecke oder so auf der Bahn selbst? Er kann also nicht wissen, dass das, was ich von ihm will, ungefährlich und erlaubt, ja sogar erwünscht ist.

Bitte um rege Antworten. Nicht, dass ich völlig verunsichert bin. Er ist ein Traumpferd und lernt so schnell und gerne. Aber ich kenne sowas nicht. Mein Araber damals war aber auch immer sauer, wenn ich sie "weggeschickt" habe. Die fand das völlig unnötig und eklig.

Ansonsten kann ich nur sagen: das ist difinitiv mein Pferd. Letztens sind meine kleinen Neffen (8 und 10) auf ihm geritten. Kein Problem, er war im letzten Leben Kinderpony. Kinderwagen, Motorräder, Kühe, LKWs und all diese schrecklichen Dinge, incl. Schüsse im Wald: wen interessiert denn sowas? Ihn nicht.
Als ich mich damals für ihn entschieden habe, dachte ich noch, ich wär blöd. Da will man in meinem Alter endlich in Ruhe ausreiten und dann kauft man sich n Galopper! Ich bin nie ruhiger ausgeritten als mit Smarti.

#53 RE: Bodenarbeit von Sunnyboy75 01.11.2011 10:04

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Ich glaube, dass du dir keine Gedanken machen mußt.
Freue dich, dass dein Pferd sich longieren lässt und dass es dich nicht angreift (das geht ja auch nicht). Wahrscheinlich liebt er das longieren nicht besonders, meiner hasst das auch und läuft guckt wie ein geprügelter Hund. Ich finde, da muss er durch, ich tue ihm ja nichts damit, und manchmal kann ich nicht reiten und möchte ihn auch lieber an der Doppellonge gymnastizieren, weil es mir leichter fällt als aus dem Sattel. das ist sehr selten. Er muss sich leider manchmal fügen, wenn ich komische Ideen haben, denn er ist Pferd und ich bin Mensch und ich entscheide. Würde ich das nicht tun, hätte ich hier zwei Hengste, die selbst entscheiden- Prost Mahlzeit!
Ein schlechtes Gewissen muss man glaube ich nicht haben oder fragen, ob sich das Pferd ungeliebt fühlt, solange alles andere stimmt im täglichen Leben und man es mit den unbeliebten Arbeiten nicht übetreibt.

#54 RE: Bodenarbeit von smarten die 01.11.2011 10:23

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Nee, n schlechtes Gewissen hab ich nicht, denke ich. Ich merke ja auch, dass er immer wieder gerne zu mir kommt, und dass er vor allem allen neuen Aktivitäten gegenüber immer aufgeschlossener wird. Anfangs guckte er bei allem Neuen, als würde ich da Ungeheuerliches von ihm verlangen. Das kennt er nicht, das haben wir noch nie gemacht, das fangen wir nicht an. Aber er hat sich immer überzeugen, überreden lassen, es wenigstens zu probieren.
Arbeit an der Hand beispielsweise. Da hat er mich anfangs auf der rechten Hand schlichtweg mit der Schulter weggeschoben. Inzwischen ist das fast seine liebere Seite.
Übrigens haben wir jetzt auch mal mit dem Langzügel probiert. Erst ging nix. Er wollte sich ständig drehen, damit ich wieder bei ihm vorne bin, hat sich dann aber vorwärts schieben lassen und nach einer halben Runde fiel der Hals runter und er ging entspannt rechts- und linksrum.

#55 RE: Bodenarbeit von Sunnyboy75 01.11.2011 10:27

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Ich denke, wenn man ruhig und beständig darauf besteht, dann können die Pferde sich drauf einlassen und merken, dass alles halb so schlimm ist und haben vielleicht sogar Spaß an neuem. Sie müssen ja auch erstmal verstehen, dass sie jetzt Freizeitpgferde sind und nicht mehr "müssen", das dauert ja auch eine Zeit.

#56 RE: Bodenarbeit von smarten die 01.11.2011 10:49

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Ja, den Eindruck habe ich auch. Er siehts, kanns aber noch nicht wirklich glauben. Aber er genießt es unendlich. Und schon hab ich wieder Pipi in den Augen, wenn ich ihn mit seinem Liebsten Nigo sehe, und wie gerne er bei den anderen draußen steht und sich die Sonne auf den Pelz brennen läßt.

#57 RE: Bodenarbeit von clodette 01.11.2011 11:16

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Hi Smarten Die,

kann es evtl. sein dass Du das "traurig gucken" vielleicht einfach falsch interpretierst und Dein Smartie schlichtweg verunsichert ist was er tun soll sobald Du nicht mehr in unmittelbarer Nähe die Führperson spielst? Das Geführt werden ist sicherlich bei den Galoppis schon viel mehr in Fleisch und Blut übergegangen als bei einem gleichaltrigen Reitpferd, immerhin müssen sie sich ja schon früher mit Bodenpersonal und Gerittenwerden auseinandersetzen. Dagegen kennen sie eben die Arbeit aus der Distanz wie beim Longieren nicht.

Bei Koh Chang war es am Anfang ähnlich wie bei Dir, ich habe angefangen mit einer Touchierpeitsche und viel mitlaufen einen halbwegs runden Kreisbogen zu üben. Es hat ein bisschen gedauert bis er halbwegs den Abstand akzeptiert hat und nicht bei jeder sich bietenden Möglichkeit nach innen gedrückt hat. Zwar hab ich mich ausgesprochen gefreut zu merken dass er keinerlei Probleme mit der Peitsche hat, aber wie macht man einem Pferd klar dass der Stock einen Abstandshalter darstellen soll wenn es so absolut unbeeindruckt von Gewedel und Anschnipsen ist?! Hinhauen will man ja auch nicht, woher sollen die Pferde denn wissen was man von ihnen will...

Wir waren meiner Ansicht nach alles andere als perfekt aber deutlich besser als zu Anfang, also hab ich letztes Wochenende mal versuchsweise die Teleskoppeitsche mitgenommen damit ich den Radius vergrößern kann, war mir aber relativ unsicher was passieren würde. Immerhin kann man damit zwar mit dem Schlag anschnipsen, wenn das Pferd allerdings schon zu weit hereingekommen ist ist das Ding nur sperrig und nutzlos. Aber siehe da: Der kleine hat die ganzen schweißtreibenden Mitlauf-Übungen prompt umgesetzt und sich relativ ordentlich auf großem Bogen longieren lassen. Irgendwie hatte ich den Eindruck dass er sich leichter tut zu erkennen dass er aussenrum laufen muss wenn ich uhig dastehe als wenn ich immer irgendwo seitlich von ihm selber rumhample.

Um dieser "Wegschicken-Thematik" aus dem Weg zu gehen lasse ich meine Pferde beim Longieren grundsätzlich auf dem Zirkel und gehe selbst nach innen, sowohl zu Anfang als auch bei den Handwechseln. Ich weiß nicht ob das psychologisch einen Unterschied macht, aber so muss ich nur selbst darauf schauen dass der von mir gewählte Abstand eingehalten wird und niemanden aktiv wegschicken. Und bei den Handwechseln wird natürlich geknuddelt und ordentlich gelobt

#58 RE: Bodenarbeit von Tannenprinzessin 01.11.2011 12:07

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Ich hab mit Mozart nach Kreinberg gearbeitet, weil er auch sehr distanzlos ist und auf druck erstmal grundsätzlich mit gegendruck reagiert hat. Das hat extrem geholfen. Er weicht dem Druck und hat auch so gelernt, das genick fallen zu lassen. Das hat man sofort unterm sattel bemerkt, weil ich ihn ja gebisslos reite. Kommt druck auf das Sidepull fällt der kopf sofort.

Allerdings ist er ein furchtbar unaufmerksames pferd. Er vergisst dann einfach dass da jemand steht der was von ihm will, und er macht irgendwas anderes. Dabei brauch man ihn nur schief angucken und er geht rückwärts, sofern er einem seine aufmerksamkeit schenkt. Ich glaub ich hab ein ads pferd.
Und sein Gestupse nervt. Das macht er dauernd, und egal was man sagt, er versteht das nicht als ein no go. Ich kann ihn ja schlecht dafür vermöbben, dass er mich anstupst, also hab ich wohl schlichtweg pech gehabt. Das ist wie spanischer Tritt. Versteht er auch nicht, egal was ich mit ihm mache.

#59 RE: Bodenarbeit von Mobi 01.11.2011 16:24

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Mobs ist auch ein Rüpel.
Ich arbeite da wirklich intensiv dran, aber stupsen und mit dem Kopfschlenkern ist seine spezialität. Da muss man immer aufpassen. *augenverdreh*

#60 RE: Bodenarbeit von Sunnyboy75 01.11.2011 17:13

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Twingo ist zum Glück sehr achtsam und wahrt schon von sich aus Abstand. Er kommt auch nur selten zum schmusen oder sucht von sich aus Kontakt. Ist zwar irgendwie traurig, aber hat auch sein gutes.

Mooni ist auch so unachtsam, der rennt einen auch gern mal um, rempelt oder hüpft einem in die Füsse, wenn man nicht aufpasst. Ich bin ständig dabei, ihn zu korrigieren

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