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#16 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von Sunnyboy75 16.09.2011 18:10

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Der Tip es einfach zu lassen ist super. Das habe ich bisher auch so gamacht, aber ich denke ja, es muss irgendwie gehen. Er läuft ja an der Doppllonge problemlos.
Habe ihn vorhin auf dem kleine Paddock laufen lassen- Schritt, Trab, Anhalten, Stehenbleiben, rückwärts, hinterherlaufen- alles kein Problem. Nur hing da ja auch keine Longe dran und ich hatte keine Peitsche in der Hand.

Der Gaul macht mich fertig! :hammer:

#17 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von Sintra 16.09.2011 21:44

Der Gaul hat Dich lieb! Wenn alles ohne Longe funktioniert, hast Du Deinen Ansatzpunkt. Dann mal ran und mit dem Pony weiter kommunizieren!

#18 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von smarten die 16.09.2011 23:37

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Ich habe das Gefühl, dass unsere Pferde von derBahn das Longieren evtl. gar nicht wirklich kennen.
Sie kennen die Führanlage, da gehts ne Weile rechtsrum und dann ne Weile linksrum. Dann ist Schluß.
Da ist keiner in der Mitte, auf den sie körpersprachlich reagieren müssen. Keine Longe, keine Peitsche usw.
Wenn wir uns dann hinstellen und "rumhampeln" (so siehts wohl für sie aus), verstehen sie das nicht.
Vielleicht müssen wir ihnen einfach Zeit lassen, sich an den Menschen in der Mitte und das ganze Gedöns zu gewöhnen. Da braucht der eine oder andere vielleicht länger,
Die haben ja auch auf der Bahn einen klaren Tagesablauf gehabt. Und jetzt kommen wir und verlangen ständig Neues und dass sie auf uns gucken. Wo sie doch früher nur laufen mußten und sonst nix. Sozusagen.

Nur ein Beispiel: Smarti hat begriffen, was ich von ihm will: Außen rum.
Antraben findet er gräßlich. Wenn ers dann einsieht, ist es soweit ok.
Anhalten auch mit zur Mitte drehen, was ich aber im Moment ignoriere, weil ich mich freue, dass er brav hält, und dabei völlig ruhig bleibt. Anfangs gabs fürs brave Halten ein Leckerchen, das aber jetzt durch stimmliches Loben ersetzt ist.
EIN Handwechsel ist in Ordnung, ein weiterer wird ignoriert. Da dreht er sich nur noch in meine Richtung und läßt sich durch NICHTS bewegen, weiter zu gehen und vor allem meine direkte Nähe zu verlassen. Scheinbar ist er der Ansicht, es sei jetzt genug (siehe Führmaschine).
Ich bin aber stur und erwarte zunehmend, dass er das macht, und sei es nur eine halbe Runde. Ich führe ihn ein paar Runden, dazu kommt dann ein scharfer Ton, und ein Peitschenstil, der sich in den Hals bohrt, wenn er mir wieder auf die Pelle rückt, mit dem Kommando: "Bleib da!" und "Vorwärts!", oder "Weiter!"
Ihn nur mit Körper zu treiben ist völlig sinnlos, weil er unheimlich drohend guckt. Dass er mich ansteigt will ich nicht riskieren. Heute war das erste Mal, dass er nach zwei Runden strengen Vorwärtsgehens und Abstandhalten-Müssens endlich draußen geblieben ist.
Nicht zu vergessen: IMMMER, wenn er was auch nur ansatzweise richtig macht, wird er gelobt und animiert, es wieder zu versuchen. Und genau das tut ihm unheimlich gut.

#19 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von jn_doe 04.10.2011 23:01

Aaaalso...longieren war bei uns auch ein Thema. Bardo ist einfach nie von mir weggegangen. Stand mit der Nase an mir und hat auf meine Anstalten ihn "zu verjagen" sich erstmal "verteidigt". Super. Weiterhin hatten wir keinen Longierzirkel, RP oder Ähnl. nur einen weiten Grasplatz. Yeppie. Habe ich schon erwähnt, dass mein Pferdchen unansprechbar wurde, wenn er mal seinen Ausraster bekam? Nö? Wurde er. Und er bekam alleine vom Anblick einer Gerte einen. Und dann wurde aus longieren Stierkampf. Also habe ich erstmal lange nachgedacht und dann gebastelt.

Du willst keine Gerte? Gut. Nehmen wir ein Zweig! Natur Pur!
Du hast kein Respekt von einem blöden Zweig? Kein Problem. Tütchen ran ans Ende. Erweckt Aufmerksamkeit und mittlerweile spielt Bardo damit selber gern. Er hat keine Angst, aber es hat ihm geholfen sich zu konzentrieren.
Du klebst an mir und kapierst nicht was ich will? Supi. Schaffen wir Grenzen. So:


Dann wurde das Pferd immer außen rum geführt. Ich war dabei IM Kreis. Und mit der Zeit (5-20 min) bin ich bis zum Zentrum des Kreises gewandert. Pferd lief außen. Mit der "Tüte" wurde klare und deutliche Komandos nochmal verstärkt. Tüte an das Sprunggelenk gerichtet- voran! Tüte vor der Brust- Halt! Umdrehen ging dann auch bald.
So sah es am Anfang aus (das ist das ERSTE Mal an der Longe überhaupt)
http://www.youtube.com/watch?v=px0z82mW7FE
Plötzlich ergab alles einen Sinn für das Tierchen und so hat es nach schon 2-3 Wochen keinen Stangenkreis mehr gebraucht. Zweig wurde durch eine einfache Bodenarbeitgerte ersetzt und die Tüte haben wir gegen eine viel kleinere und ruhigere (dunkelgrüne) gewechselt.

Mittlerweile läuft er absolut top, braucht keinerlei Begrenzung, mehr sogar ich kann meinen Platz frei wechseln, der passt seine Kreise um mich dem selbstständig an. Ich kann ihn auch mal eine Gerade lang begleiten und dann stehen bleiben und der wird selbstständig um mich herum auf eine Volte gehen. Die Longe ist dabei fast nie gespannt. Als Ideal habe ich sowas vor Augen: http://www.youtube.com/watch?v=sA8bmMeUyZ0

#20 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von smarten die 04.10.2011 23:16

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Hi Bardo. Die Idee ist genial. Werde das mit Smarti auch probieren. Der kommt auch so gerne zu mir, bzw. geht nicht erst weg.
Habe auch Dein Youtube-Video geguckt: Meine Güte, ist das ein hübsches Pferd. Bin fast neidisch. (Fast: Hab ja selber auch so ein Goldstück)

#21 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von jn_doe 04.10.2011 23:26

Heh, ja...der ist schon ein hübscher! Hier ist ein weiteres Video vom Ggeichen Tag- absolut erstes Mal im Trab an der Longe. (nicht die Untertitel beachten, war eigentlich für ein ausländisches Forum gedreht worden)
Zwischendurch gefällt es mir nicht wie er sich nach außen stellt, daher proben wir mitten drin ein weneig an der Hand, damit er wieder das Gefühl present hat, wie es sein soll.
http://www.youtube.com/watch?v=vcRMAzvhhVA

#22 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von smarten die 04.10.2011 23:39

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Wow, der Trab! Dagegen ist meiner ein Pony.
Beneide Dich echt. Was für ein tolles Pferd!

#23 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von jn_doe 05.10.2011 00:01

Danke!! Richte ich ihm aus! Bardo hat grundsätzlich sehr schöne Gänge und viel Dressurpotenzial (also der Trainer meinte bis M Niveau sind wir locker drin mit ihm, weiter müsste man schauen wie ICH mich mache...Nett, wie immer...) , allerdings ist die qualität der Gänge noch ausbaufähig. Er hat eine sehr aktive Hinterhand, was super ist, allerdings muss die Schulter noch viel freier werden. Jetzt wo wir auch ein wenig auf der Longe springen und aufm Hügel im Wald longieren, fängt er an die Vorderbeine zu HEBEN und nicht nur nach vorne zu schmeißen...Und natürlich muss die Rückenlinie und der Hals komplett geschaffen werden. Aber wir haben ja Zeit...

Wir sind ja endlich nach 6 Monaten aufm "Nullpunkt", jetzt hat er den Zustand einer nicht untalentuerten Remonte (von Muskulatur, Sehnen und Kondition) und wir können anfangen daraus ein Pferd zu machen...

#24 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von Kiron 05.10.2011 12:53

Warum ziehst Du die Longe immer so komisch nach unten?

Befürchtest Du nicht, dass er sich an diesem Bodenkonstrukt verletzen könnte?

#25 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von jn_doe 05.10.2011 14:34

Verletzen?! Warum sollte er?! Er hat doch neben 4 Beinen auch 2 Augen und weiß ganz gut, dass da was liegt... Ich glaube er ist am Anfang mal drüber gestolpert beim Umdrehen, nun, wieder was gelernt- danach ist es nie mehr passiert. Er weiß ja auch, dass man nicht auf Strick/ Longe treten sollte, wenn mal was aus der Hand fällt... Auch aus dem Grund- Einmal ausprobiert- war doof, macht man nicht mehr.
Grundsätzlich bin ich eher dafür, dass er es aufm Platz lernt seine 4 Beine zu koordinieren, als im Gelände. Wir reiten später im Wald und dort gibt es Wurzeln, Baumstämme und Steine. Und die sind nicht aus Plastik und rollen nicht einfach weg, wenn das Pferdchen hängenbleibt...

Was die "Longe nach unten" angeht- das war am Anfang eine Möglichkeit ihm den Weg in die Tiefe zu zeigen. Mittlerweile reicht ein kurzes Zupfen, aber am Anfang tut man nichts falsches, wenn man alle Signale extrem übertreibt und deutlich macht. Wenn man "nach unten" will, soll man erstmal auch nach unten zeigen und wenn es verstanden wurde die Einwirkung minimieren bis sie eine Parade ergibt. Meine persönliche Meinung, natürlich.
Bardo wurde nie ausgebunden, ich wollte immer dass er Selbsthaltung als erstes lernt, daher ist manches bei Ihm über das Ausprobieren gelernt worden. Immer im Dialog mit mir, aber ER muss wissen wie dies oder jenes zu machen ist, ich weigere mich konsequent, ihm die Beine einzeln zu bewegen... Er hat eine Aufgabe und muss seinen Körper soweit erfahren, dass er weiß was und wie er bewegen sollte um sie auszuführen. Ich kann nur das Ergebnis bewerten.

[ Editiert von jn_doe am 05.10.11 15:00 ]

#26 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von Swing 05.10.2011 14:41

@ jn_doe
Gute Einstellung! Gefällt mir!

Ich erwarte das von meinen Liebsten auch- und zwar von allen (egal, wieviele Beine)!

#27 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von Kiron 05.10.2011 15:08

Nun sollte ja die Selbsthaltung das eigentliche Ziel einer guten Gymnastizierung sein. Allerdings ist Dein Bodenkonstrukt wieder ein Stück Anlehnung, das ja dann wieder kontraproduktiv wirkt.
Außerdem kann sich ein Pferd ja auch immer mal erschrecken. Also mir wäre das zu heikel, aber ich habe auch schon durch so manche Unvorsichtigkeit lernen müssen, was Dir wahrscheinlich noch bevorsteht.

Warum den Weg nach unten zeigen?
Hier wird irgendwie das Pferd von hinten aufgezäunt.

Wenn Du das Pferd aktiv longierst und so für die Gymnatizierung sorgst, die das Longieren eigentlich erbringen soll, ist es eine logische Konsequenz, dass das Pferd Speichel entwickelt und den Kopf in die Senkrechte fallen lässt. Das ist ein Indikator - ein Beweis dafür, dass die Gymnatizierung erreicht wurde. Dafür braucht das Pferd allerdings keinen Wegweiser.

Mit dem Bodenkontrukt ist allerdings ein aktives Longieren gar nicht möglich.

Ich verstehe immer nicht, warum sich Gott-und-die-Welt auf den Kopf konzentriert und dass der Kopf nach unten kommen muss.
Der ist aber automatisch unten, wenn das ganze Pferd entsprechend zusammengestellt und gymnastiziert wurde und das Pferd sich trägt.
Die Kopfhaltung ist ein Resultat, kein Auslöser.

#28 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von HappsyPepsi 05.10.2011 15:13

Mit dem Bodenkontrukt ist allerdings ein aktives Longieren gar nicht möglich

Suche das die ganze Zeit... ist doch nur eine Abgrenzung nach innen? Verstehe die Aufregung nicht ganz... Aber vielleicht werde ich beim verfolgen der Diskussion ja noch schlauer

#29 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von Kiron 05.10.2011 15:17

Welche Aufregung?
Ich habe nur einen anderen Standpunkt.
Ich versuche gerade mein/das Ziel, dass das Longieren haben soll - nämlich die Gymnastizierung des Pferdes - mit dem Ist-Zustand zu kombinieren und stoße da auf Wiedersprüche.
Aber Aufregung? Nur weil ich hier etwas sehe, was mir nicht logisch erscheint? Warum?

#30 RE: Longieren, Pferd dreht beim Anhalten nach Innen von jn_doe 05.10.2011 16:07

Das "Konstrukt" haben wir gerade 3 mal gebraucht, danach war die Grenze nach innen nicht mehr notwendig, da das Tierchen es verstanden hat, was ich gerne hätte und warum ich nicht mitlaufe. Aber es HAT uns am Anfang sehr geholfen.

Aktives longieren. Was genau ist denn damit gemeint, dass ich mich frei aufm Platz bewege und das Pferd sich an mir orientiert (machen wir mittlerweile immer) oder die Vorwärtsbewegung und das Tempo?! Das wäre wichtig zu wissen bevor ich antworten kann...

Gymnastizierung. Hm. Die Frage ist WAS ich gymnastizieren möchte. Jede Bewegung in jedem Rahmen erfordert Muskelspannung. Richtig? Nun, werden die Muskeln dauerhaft gebraucht- erfolgt ein Training, sie werden aufgebaut. Nun zu der "Kopfstellung": dabei ist nicht der Kopf ausschlaggebend, sondern an welcher Muskulaturgruppe hängt das Pferd seinen Kopf auf. Ist es die obere Muskulaturgruppe (Genick-Hals-Rücken)- arbeitet der Rücken und die Bewegung erfolgt "durch den Hals". Genick ist dabei locker und hält eine leichte Stellung nach innen. Dadurch kann es die innere Schulter anheben und seine Last besser auf die Hinterhand verteilen. Ist es die untere Muskelgruppe (Unterhals-Schulter) wird der Rücken verspannt, das Pferd rennt zwar nach vorne, die Bewegung geht aber nicht durch den Hals. Genick und Hals ist steif und das Pferd fällt auf die innere Schulter.

Nun ist Bardo kein Lusitano (den man womöglich einfach nach vorne longieren könnte...) sein Körperbau ist suboptimal um sich in so einem Bewegungsmuster intuitiv richtig zu entscheiden (tiefer Halsansatz, keine Oberlinie vorhanden, dafür aber ein Unterhals und starke Schultermuskulatur). Er würde viel lieber das benutzen, was schon da ist, weil es weniger anstrengend ist, als die Bewegung richtig auszuführen.
Wart ihr mal beim Pilates?! Das ist eins zu eins das Gleiche. Man soll nur mal vom Boden aus der liegenden Position in die Sitzposition aufstehen. Ist doch Kinderkram. Aber wenn man die Bewegung in Zeitlupe ausführen sollte und dazu noch richtig atmen und die Füße am Boden lassen- wird es plötzlich anstrengend! Weil ANDERE Muskeln gebraucht werden. Klar kann man 50 Situps stattdessen machen, ist vielleicht gar nicht mal schlecht, aber wird man davon beweglicher, gelockerter, plastischer?! Wohl eher nicht. Man kriegt zwar Muckis, bewegt sich damit aber wie ein Türsteher laut Klischee .

Ich will von Bardo einen plastischen Bewegungsabfluss, lange flexible Muskelfaser und gutes Gleichgewicht. Deswegen passe ich auf, dass er die Bewegungen stets so ausführt, dass nur die "richtigen" Muckis trainiert werden. Und da ich ihm wohl nicht sagen kann "trainiere so, dass die langen und nicht die kurzen Muskelfasern gefördert werden", sage ich ihm einfach wo er seinen Kopf haben sollte, DAMIT es so ist...

Das mit dem Speichel...:nutsa werde ich nicht schlau draus. Speichel wird zwar produziert wenn das Pferd abkaut, und es kann nur abkauen wenn es im Genick locker ist, soweit so gut... Aber grundsätzlich ist es natürlich möglich, dass ein Pferd locker im Genick ist und NICHT kaut. Gerade wenn es nichts zum Kauen gibt (Kappzaum).

[ Editiert von jn_doe am 05.10.11 16:16 ]

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