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#31 RE: Umstellung auf Barhuf von Paulaxx 15.06.2009 09:32

Carin, der einzige, der hier engstirnig ist, bist Du selbst ...
englische Vollblüter sind nun einmal keine Wildpferde ... und glaube mir, das Beschlagen ist ein teurer Spaß, ich würde gerne darauf verzichten. Aber ich sehe nicht ein, warum ich meinem Pferd Schmerzen zumuten soll oder langfristig immer Rücksicht nehmen soll, damit das Pferd auf der Weide barfuss läuft ... Hat man einen guten Schmied läuft ein Pferd mit Eisen wunderbar und problemlos. Da ich diesen Vorteil habe, sehe ich keinen Grund zu Experimenten ...

#32 RE: Umstellung auf Barhuf von Cristino 15.06.2009 11:05

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So, nun melde mich auch mal zu Wort, weil ich den Ton teilweise ein bissl daneben finde ..

also, grundsätzlich ist es eine Tatsache, dass das Barhuf-Laufen die natürlichste Weise für ein Pferd generell ist. Das wird auch jeder Schmied bestätigen. Da lässt sich auch nichts dran rütteln. Wenn ein Pferd vernünftig und mit professioneller Hilfe (Schmied, Orthopäde, Hufschuhe, etc.) umgestellt wird, dann kann jedes Pferd irgendwann auch gut barhuf laufen. Natürlich ist das von Tier zu Tier ein unterschiedlich langer Prozess, der auch mit Rückschlägen verbunden sein kann.

Nichts desto trotz gibt es Pferde, oder Reitsportarten, bei denen ein Beschlag sinnvoll + vielleicht auch einfacher ist. Es gibt Pferde, die auch eine ganze Weile Probleme mit der Umstellung haben können + der Weg für den Reiter beschwerlich wird. Ich kann schon verstehen, dass einige sich da sagen, dass sie diesen Weg gar nicht auf sich nehmen wollen, wenn ihr Pferd mit Beschlag einwandfrei läuft. Diese Entscheidung ist jedem selbst überlassen + dafür kann man auch niemanden verurteilen oder behaupten, derjenige "quäle" sein Pferd.

Was ich bspw. verurteile, sind Leute, die ihren Pferden die Eisen runterziehen, sich sonst keine weiteren Gedanken machen + dann nach 4 Wochen sagen "Mist, mein Pferd kann ohne Eisen nicht laufen, ich mache wieder welche drauf." Wer so denkt, sollte die Finger von barhuf lassen. Das ist nun mal kein Prozess von ein paar Wochen.

So betrachtet sollte man sich einfach mal ernsthafte Gedanken machen, was man selbst für den Einsatz seines Pferdes als sinnvoll erachtet, und was nicht. Es gibt auch eine Menge Seiten, über die man sich erstmal ausführlich über eine kompetente Umstellung erkundigen kann, bevor man ein Urteil für sich fällt. Es ist schon witzig, dass die meisten einfach immer meinen "Hinten habe ich die Eisen natürlich abgezogen, aber vorne braucht mein Pferd welche.." Warum ?? Interessant sind dann die Antworten.

Letzendlich ist meine persönliche Meinung allerdings auch, dass Leute, die nicht bereit sind, die Folgen einer Umstellung auf barhuf in Kauf zu nehmen + durchzuziehen, die Eisen lieber drauf lassen sollten. Ein kurzfristiger Umstellungsversuch, der nach ein paar Wochen wieder abgebrochen wird, ist letztendlich nur schädlich für den Huf.

[ Editiert von Administrator Cristino am 15.06.09 12:03 ]

#33 RE: Umstellung auf Barhuf von Cristino 17.06.2009 19:43

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Jetzt nochmal was Brandaktuelles zum Thema "Umstellung auf barhuf".

Mein Schmied (den ich von Anfang an für Tino hatte) und ich können es uns einfach nicht erklären - Tino hat eine gute Hornqualität und hat sich in den ersten 1,5 Jahren NIE ein Eisen abgetreten, verloren, etc.

Seit Anfang diesen Jahres ist es mindestens 8 Mal vorgekommen, dass er sich die Eisen abgetreten hat. Dazu muß man vielleicht noch sagen, dass er keinen "Reitpferde-Beschlag" hat. Heisst, die Eisen stehen weder hinten, noch an den Seiten über. Er läuft auf leichten + schmalen Eisen mit feinen Nägeln (mein Schmied arbeitet überwiegend auf der Rennbahn) und hatte damit nie Probleme. Es liegt auch nicht daran, dass er sich direkt auf ein Eisen tritt (geht wie gesagt auch gar nicht), sondern meistens bei Wendungen + Drehungen mit dem einen Huf auf die inneren Nägel des anderen Hufes tritt und sie sich so herauszieht. Somit hängt das Eisen dann auf "Halbmast" und der Schmied muß kommen.

In den letzten 4 Wochen ist das genau 4 Mal passiert. Dadurch sehen die Hufe natürlich nicht allzu gut aus, weil er sich immer die Nagellöcher aufreißt. Daher kam auch meine Überlegung, ihn nun endlich zum Herbst auf barhuf umzustellen. Am vergangenen Samstag war mein Schmied nun regulär da + er konnte die alten Löcher und Risse sehr gut wegschneiden, so dass wir eigentlich ganz zufrieden mit den Hufen waren. Es hat keine 5 min. gedauert - mein Schmied fährt vom Hof, Tino dreht sich am Anbinder ungeschickt um + trampelt sich wieder auf den anderen Huf und riss die Nägel raus. Schmied kam sofort wieder zurück + hat alles repariert.
Seitdem steht Tino mit Sprungglocken auf der Weide. Habe ich extra in Größe L gekauft, damit sie auch komplett alle Nägel abdecken.

Heute komme ich auf die Weide und freue mich gerade, weil beide Sprungglocken noch dran sind. Dann sehe ich das Desaster :





Ich kann mir beim Teufel nicht erklären, wie er das gemacht hat - das Eisen war wieder innen abgetreten, hat sich nach oben gewölbt + klemmte mit richtigem Druck außen am Huf fest, weil auf der äußeren Seite das Eisen noch mit schräg abstehenden Nägeln befestigt war. Mit Hilfe unseres Bauern konnten wir ihm das Eisen notdürftig auf der Weide abziehen, bevor mein Schmied wieder kam. Ich habe mich nun dazu entschieden - wir haben Tino heute das andere Eisen ebenfalls abgenommen + er wird ab jetzt barhuf laufen. Wir haben die Hufe noch schön rundgefeilt + mit Keralit behandelt. Ab morgen wird er zum Arbeiten vorerst Hufschuhe bekommen.

Es hat mir nun echt gereicht - obwohl es nun wirklich nicht die besten Vorraussetzungen für eine Umstellung sind - die Hufe sind durch Samstag ganz neu ausgeschnitten, die Böden sind im Sommer hart + es sind genug Löcher durch die Nägel vorhanden. Ich kann es nicht ändern - mit Eisen scheint es keinen Sinn mehr zu haben. Mein Schmied gab mir recht + meinte, dass wir so (mit dieser ewigen Abtreterei) nie die optimalen Vorraussetzungen für eine Umstellung schaffen können + wir die Hufqualität nur verschlechtern.

Dennoch stehen wir beide vor einem Rätsel, wie es so plötzlich dazu kam !? Ich kann es mir nicht erklären. Ich hoffe nun, dass die Umstellung mit regelmäßigem Feilen, Keralit, Hufschuhen + viel Bewegung funktioniert. Wenn ihr möchtet, werde ich unseren Umstellungsweg hier anhand von Bildern dokumentieren - für mich hatte ich das eh gedacht, um die Entwicklung besser beobachten zu können.

Nichts desto trotz sieht man daran wieder - plötzlich sind Probleme da, wo man sie nie vermutet hätte !

[ Editiert von Administrator Cristino am 17.06.09 19:51 ]

#34 RE: Umstellung auf Barhuf von Stripie 17.06.2009 20:22

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Ich fände es total klasse, wenn du den Umstellungsweg hier dokumentieren würdest.
Stripe hat seit ein paar Wochen auch keine Eisen mehr und ich bin gespannt, wie seine Hufe sich entwickeln. Bei uns war es auch nicht so gewollt... Jedoch sind seine Trachten so niedrig, dass es keinen Sinn macht, wieder Eisen drauf zu nageln... So habe ich mich entschieden, ihn ohne Eisen laufen zu lassen und hoffe, es war die richtige Entscheidung...

#35 RE: Umstellung auf Barhuf von Paulaxx 18.06.2009 08:47

Christo,
hat das Eisen überhaupt richtige Aufzüge? Sind sie selbst geschmiedet oder schon an den Rohlingen dran?
Zum Abtreten habe ich auch so einen Kandidaten: Der stellt einen Huf auf den anderen, guckt in der Gegend 'rum, geht weiter und ... zerrt den einen Huf unter dem anderen hervor, ratscht an der Wand entlang und ... voila, das Gleiche wie bei Dir ... Das passiert aber nie beim Reiten, sondern immer auf der Weide. Jetzt hat er seit zwei Jahren Tag und Nacht Hufglocken (die billigsten und größten, die es gibt) und ... die Eisen bleiben dran!

#36 RE: Umstellung auf Barhuf von Cristino 18.06.2009 12:07

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Genau das ist mein Problem - beim Reiten ist auch nie etwas passiert - nur auf der Weide/ Paddock. Er hatte allerdings auch Sprungglocken drauf - in Größe L, die den kompletten Huf abgedeckt haben. Die waren auch noch dran, als er es gestern trotzdem wieder geschafft hat - ich sage ja, fragt mich nicht, WIE er das macht !?

Die Eisen haben Aufzüge, sind bereits an den Rohlingen dran. Für mich ist das Thema Eisen jetzt auf jeden Fall erstmal durch - wir haben damit in den letzten Monaten die Hufe lediglich schlechter und schlechter gemacht. Ich hoffe nun, dass er sich nach und nach gut an das barhuf laufen gewöhnt. Ich werde mir bezüglich der Pflege die größte Mühe geben.

[ Editiert von Administrator Cristino am 18.06.09 12:08 ]

#37 RE: Umstellung auf Barhuf von Paulaxx 18.06.2009 12:29

Tja, Christo, komische Sache ... da scheint Dein Pferd ja noch ein größerer Künstler als meins zu sein :-)) Da bleibt Dir momentan ja wirklich keine andere Lösung ... hat sich denn bei Euch in den letzten Monaten was geändert, dass es früher keine Problem gab, jetzt mehr Weide, anderer Boden, andere Pferde zum Rumtoben? ... Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, dass die Aktion Barhuf einigermaßen wunschgemäß läuft und bin natürlich auch an den Berichten hierüber interessiert!

#38 RE: Umstellung auf Barhuf von Cristino 18.06.2009 13:18

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Ich sags ja - Tino wird am Stall sowieso nur noch "Tino-Tollpatsch" oder "Lord Helmchen" genannt, weil er einfach so ein Hans-guck-in-die-Luft ist und es auch gern schafft, sich selbst zu verletzen. Auf der einen Seite macht ihn diese Charaktereigenschaft unheimlich süß, aber manchmal nervt es auch ganz schön..

An den Verhältnissen - Boden, Herdenverband, etc. hat sich gar nichts geändert. Wirklich NICHTS. Deswegen gibt er uns ja so große Rätsel auf .. vielleicht ist er durch das Einrenken bei Tamme Hanken einfach nur beweglicher geworden + schafft es nun besser, sich einen Knoten in die Beine zu machen !? Ich weiß es nicht ..

#39 RE: Umstellung auf Barhuf von Stratsunami 18.06.2009 17:56

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Hey Cristino,

das ist ja echt ein Ding, wie Tino es hinbekommen hat sich das Eisen so komisch über den Huf zu ziehen. Super, dass Du das gleich dokumentiert hast und die Bildqualität ist ja auch wieder spitze! ;-)

Also ich glaube, diese Umstellung auf Barhuf wird teilweise viel damatischer geredet, als es tatsächlich ist. Es kommt halt auch auf die Hufqualität an und die ist bei Tino ja nun von Natur aus sehr gut. Ich bin mir sehr sicher, dass es Tino nicht schwer fallen wird sich rasch an die Umstellung zu gewöhnen.

Ich habe ja keinen Schmied für Tsunami, sondern Hufpfleger. Schau Dir doch mal deren homepage an. (Ich weiß, dass Frontbild auf der homepage sieht total affig aus, aber der Inhalt der Seite ist klasse!) www.gesundehufe.com

Es ist nun einmal vorgekommen, dass die Hufe zu kurz geraspelt wurden, aber abgesehen davon haben sie die Hufe von Tsunami ganz ganz klasse hinbekommen. Ich kann gerne nochmal die Fotos von vor einem Jahr und von jetzt mit reinstellen, wenn es jemanden interessiert.

Ich bin sehr gespannt, wie es bei Tino läuft, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass es ohne Probleme klappen wird. Ich denke sogar noch nicht einmal, dass es jetzt gerade die schlechteste Zeit ist für eine Umstellung. Ganz im Gegenteil. Durch die Mischung von hartem Boden auf dem Hof oder bei Spaziergängen/Ausritten, weicherem Hallenboden und weicher Koppel ist ideal. Je mehr verschiedene Reize der Huf bekommt, desto besser.

Lass die Zeit für Dich arbeiten. Das wird schon.

Herzliche Grüße!
Katrin

#40 RE: Umstellung auf Barhuf von Cristino 23.06.2009 22:33

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So, anbei mal die ersten Bilder nach einer Woche barhuf (23.06.2009) .. leider lahmt Tino noch ein wenig auf dem linken Vorderbein - ich nehme an, dass er sich durch das halb abgetretene Eisen in der letzten Woche eine leichte Prellung zugezogen hat.

Unser Programm sieht derzeit täglich so aus - 20min. Schritt an der Longe, Beine kühlen, Keralit für Sohle und unteren Bereich der Hufe auftragen, jeden 2. Tag Lorbeeröl für den Kronrand verwenden. Momentan stellt er sich mehr schlecht als recht dabei an und in ein paar Wochen werden uns die auswachsenden Löcher der Eisen auf jeden Fall zu schaffen machen .. warten wir es ab. An den Hufen sind leider auch deutliche Spüren von dem ewigen Abtreten/ Drauftreten zu sehen.

Huf vorne links :


Huf vorne rechts :


Beide Vorderhufe nach Behandlung mit Öl und Keralit :


Zum Vergleich mal der rechte Hinterhuf :

#41 RE: Umstellung auf Barhuf von Paulaxx 24.06.2009 09:03

Uui, Christo, die sind aber kurz vorne ... kein Wunder, dass der Junge hietscht ... unsere (Pferde) würden bei solchen Hufen nur herumliegen und ihnen beim Wachsen zusehen ;-))

#42 RE: Umstellung auf Barhuf von Cristino 24.06.2009 09:27

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Ja, so in etwa ist es ja auch. Ich sage ja, das Ärgerlichste ist, dass er ja nun gerade 3 Tage vorher frisch ausgeschnitten war + neuen Beschlag bekommen hatte. Ich kann es nicht ändern ... Geduld + Spucke.

#43 RE: Umstellung auf Barhuf von Elke8289 24.06.2009 10:31

Also bei unsere Zwei war das kein Problem.

Sachila hat so harte Hufe, die kann überall gehen (auch auf Schotte) und beim Jammy geht es auch wunderbar ohne Eisen.

Lg. elke

#44 RE: Umstellung auf Barhuf von Kristin Stetter 24.06.2009 17:55

Hallo Cristino!
Hab Geduld! Die Hufe sind momentan zwar recht kurz, aber dafür scheint die Winkelung zu stimmen, das ist echt viel wert!!! Ärgere dih nicht wenn die Nagellöcher demnächst ausbrechen, das ist völlig normal. Sind die Nagellöcher einmal weg, kommt Stabilität in den Huf.
Kannst du beim nächsten Mal auch ein Bild von der Seitenansicht des Hufes einstellen? Wäre toll, denn ich bin immer froh Vergleichsbilder zu haben von anderen VB´s. :o)

Liebe Grüße, Kristin

#45 RE: Umstellung auf Barhuf von Cristino 25.06.2009 13:06

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Mal was anderes - wer von euch hat denn Erfahrungen mit den Hufschuhen "Cavallo Simple Boot" gemacht ? Die Turfking II sind bei Krämer momentan nämlich gar nicht mehr zu bekommen, so dass ich jetzt diese bestellt habe .. sind heute angekommen und sehen auf den ersten Blick eigentlich recht stabil + leicht zu handhaben aus !?

Sollen ja nur dazu dienen, Tino momentan überhaupt arbeiten zu können. Mehr als Schritt kann ich derzeit nicht mit ihm machen, weil die Hufe einfach zu kurz sind.

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