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#1 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von The_Alpha 07.01.2012 08:46

Hallo!

Ich weis nicht ob der Titel meines Themas so ganz der Richtige ist aber Fakt ist dass ich Hilfe brauche!
Ich bin momentan in Neuseeland für ein Austauschjahr und bin bei einer Gastfamilie untergebracht, die Ex Rennpferde aufnimmt und sie als Reitpferde bzw. Springpferde ausbildet, um sie anschließend weiter zu verkaufen.
Ich reite momentan zwei Pferde täglich und ich brauche ein paar Tipps für beide!

Das erste Pferd ist eine 9 Jährige Fuchsstute, die schon einige Jahre von der Rennbahn weg ist.
Bevor sie hier her kam hat sie wohl eine kurze Dressurausbildung genossen und wurde dann von der Vorbesitzerin auf mehreren kleinen Dressurturnieren und unter Anderem auch in Distanzritten vorgestellt.
Ihr Hauptproblem ist ihre mangelnde Durchlässigkeit. Besonders schwer fallen ihr Übergänge und das Geraderichten auf gebogenen Linien. Ihre Anlehnung ist auch nur solange konstannt bis man ihr eine neue Aufgabe stellt, dann versucht sie sich entweder auf die Hand zu legen und fällt dadurch komplett auf die Vorhand oder sie hebt sich übers Gebiss, drückt den Rücken weg und ist somit total aus dem Spiel.
Ich habe versucht viele Übergänge und Wendungen zu reiten aber sie geht total gegen die Hand und reagiert kaum auf Gewichtshilfen oder auf den treibenden Schenkel. Sobald ich etwas Druck aufbaue wird sie total sauer und völlig unzurechnungsfähig!

Das zweite Pferd ist ein 7 Jähriger, brauner Wallach, der seit Juli 2011 in Rennpferde-Rente ist.
Die Tochter hatte ihm damals nur die aller nötigste Dressurschulung zukommen lassen und ihn danach eingesprungen. Da wahr er wohl in 90cm-Klassen erfolgreich. Zwei Monate später hatte sie aber einen schweren Reitunfall und durfte drei Monate nicht reiten. Währenddessen stand er, wie hier so üblich, ungeritten auf der Koppel.
Ich habe Anfang Dezember angefangen ihn zu reiten und habe einige Probleme festgestellt mit denen ich dringend Hilfe brauche.
- Er ist sehr schlecht bemuskelt (kein Wunder nach der langen Pause) und vorallem sehr steif
- Er ist kaum in der Lage auf der rechten Hand zu galoppieren
- Übergänge sind schlichtweg schrecklich und Durchparieren geht brundsätzlich nur mit der Hand
- Wenn etwas nicht klappt oder er die Hilfen nicht versteht verliert er sofort den Kopf
- Die Anlehnung ist unkonstant (wird aber besser)
- Im Parcours ist er völlig unkontrollierbar und kaum zu halten
- Er ist außerdem sehr unkonzentriert und kommt mit Druck jeglicher Art überhaupt nicht klar
Ich glaube das sind soweit seine größten Probleme. Ich weis nichtmehr was ich machen soll! Ich brauche ganz dringend Hilfe!
Ich habe schon sämtliche Internet Seiten nach Tipps durchsucht und hatte auch schon mehrere Reitstunden leider war es bisher Alles noch nicht sonderlich erfolgreich.
während meinen Recherchen bin ich auf dieses Forum gestoßen, habe mich angemeldet und hoffe Jetzt auf Tipps von gleichgesinnten.

Ganz viele liebe Grüße!
ich freue mich über jeden Tipp den ich bekommen kann!
:danke:

#2 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von Magics Monja 07.01.2012 09:30

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Also, ich bin ja eher nicht springerfahren, aber was du beschreibst hört sich ja eher nach Problemen in den Grundlagen der Dressur an.
Vielleicht ist einfach die Basis nicht gefestigt. Da kann es schon mal hilfreich sein nen Schritt zurück zu gehen und wie bei nem jungen Pferd wieder anzufangen.

Werden denn beide Pferde auch am Boden gearbeitet? Stellen und Biegen z.B. kann man ja auch super an der Hand erarbeiten. Im Netz gibt es auch einen sehr guten Longenkurs (einfach auf www.wege-zum-pferd.de), der zwar was kostet, aber sehr empfehlenswert ist.
Besonders wenn du schreibst, dass der Wallach länger nicht geritten wurde, hilft das super beim Muskelaufbau. Mit der Handarbeit überbrücken wir beispielsweise den Winter (haben keine Halle) und der Muskelabbau ist dann nicht ganz so extrem...

Wie sieht es denn bei euch mit Cavaletti-Arbeit aus? Lasst ihr die Pferde auch mal Freispringen? Werden die Pferde abwechslungsreich gearbeitet? Besonders letzteres merken wir bei unserem recht schnell. 7 Tage die Woche nur geritten zu werden könnte man mit ihm nicht machen...

Ich bin ja nicht wirklich erfahren in der Umschulung von Galoppern. Unser Magic ist ja schon länger in Rente, aber mit Druck braucht man ihm auch nicht kommen... "Druck" in Form von neuen Aufgaben/Herausforderungen ist ok, aber Druck ausüben bspw. durch die Reitweise (meine damit z.B. diesen typischen Tipp aus den Reitstunden: "Da musste vorne einfach mal gegenhalten") geht bei unserem gar nicht.

Sind etwaige gesundheitliche Probleme abgeklärt worden? Rücken, Zähne, passender Sattel, ...?


PS: Austauschjahr in Neuseeland? Wie geil ist das denn? Sage nur wahnsinns Gelände

#3 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von clodette 07.01.2012 09:48

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Hallo, herzlich willkommen hier!

Klingt ganz so als hättest Du Dir da zwei spannende Aufgaben ausgesucht

Ich schreib Dir jetzt einfach mal was mir auf Anhieb bei Deiner Beschreibung des Wallachs eingefallen ist: Wenn ich das richtig verstehe wurde er nach der Rennbahn recht kurz umgeschult und zum Springen hergenommen (zwei Monate) dann stand er aufgrund des Unfalls seiner Reiterin rund ein viertel Jahr auf Koppel und es wurde nichts mit ihm gemacht. Ehrlichgesagt wundern mich Deine Probleme nicht sonderlich, besonders weit konnte da seine dressurmäßige Ausbildung nicht gekommen sein. Ich würde an Deiner Stelle erstmal komplett umdenken und so tun als hättest Du ein junges, rohes Pferd vor Dir das gerade mal ans Reitergewicht gewöhnt wurde. Nochmal von vorne anzufangen ist wahrscheinlich v.a. im Hinblick auf die schlechte Bemuskelung schon mal nicht verkehrt, so was braucht Zeit. Das heißt: lass das Springen erstmal weg und vom Galoppieren würde ich auch erstmal Abstand nehmen, stattdessen regelmäßig, vielleicht zweimal die Woche, longieren wobei das möglichst auf großem Zirkel und auch immer nur zwanzig Minuten mit vielen Handwechseln. Das hilft dem Pferd sein Gleichgewicht auf Kreisbögen erst ohne Reiter zu finden. Auch da würde ich den Galopp erstmal nicht verlangen, wenn er sich besser ausbalancieren kann wird er den wahrscheinlich von selbst anbieten.

Beim Reiten wäre es einen Versuch wert ebenfalls einen Gang runterzuschalten undl an den kleinen Sachen zu arbeiten wie Schritt-Trab-Übergänge und große Bögen in beiden Gangarten. Dabei kannst Du nach und nach die Anlehnung verbessern und das Pferd lernt im Idealfall auch etwas mit den Gewichtshilfen anzufangen. Gerade weil Du schreibst dass der Wallach gerne die Krise bekommt wenn er überfordert wird ist es ganz wichtig dass Du eine Basis schaffst die er irgendwann im Schlaf kann, ganz einfache Übungen wie Halten aus dem Schritt oder Antraben. Erst wenn das gefestigt ist würde ich neue Sachen dazunehmen.

Der Abwechslung halber könnte man noch hin und wieder nur an der Hand arbeiten, das kann Dir bei der Anlehnung und beim späteren Erarbeiten der Seitengänge helfen.

Den Fall mit der Stute finde ich ungleich schwieriger weil sie sich wahrscheinlich schon in ihre Macken eingefahren hat. Aber auch da liegt das Problem bei den dressurmäßigen Basics und Du wirst jede Menge Geduld aufbringen müssen bis sich die ersten Besserungen einstellen.

Ein tolles Land hast Du Dir zum Austausch ausgesucht *Neid* da wollte ich auch unbedingt mal hin!

#4 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von The_Alpha 07.01.2012 10:19

Heyy!
Danke schonmal für die tollen Tipps
Ich versuche den Wallach so abwechslungsreich wie möglich zu arbeiten, sprich ausreiten und viele verschiedene Dressurübungen. Ich habs letztens mit longieren mit Dreieckszügeln versucht dabei ist er völlig durchgedreht, gestiegen und hat völlig gestresst reagiert. Ich konnte ihn gar nicht schnell genug wieder davon befreien. Hast du irgendwelche ähnlichen Erfahrungen mit deinem gemacht? und kannst du mir dazu Tipps geben, ich denke nämlich, dass es ihm unglaublich helfen würde sich mal ohne Reitergewicht zu bewegen.
Ich muss leider sagen, dass hier auf sowas wie Abwechslung und Boden- bzw. Handarbeit wenig Wert gelegt wird (Wir sind mit dem deutschen Standart schon ziemlich verwöhnt).
Mit Springgymnastik habe ich es auch schonmal versucht aber sobald er ein Hinderniss sieht wird er völlig unkontrollierbar und fast schon gefährlich!
So Etwas wie einen Reitplatz oder geschweige denn einen Roundpen gibt es auch nicht es ist hier aber völlig normal dass einfach auf der Koppel geritten wird.
Genau den Tipp mit dem dagegenhalten habe ich immer von der Reitlehrerin bekommen (hat natürlich ehr das Gegenteil bewirkt und nur noch mehr Gegendruck erzeugt).
Welche speziellen Handarbeitsübungen kannst du mir empfehlen?
Ich muss noch dazu sagen, dass er, glaube ich auch nicht zu der ganz schlauen Sorte gehört und ihm neue Übungen, die er nicht sofort versteht, Panik bereiten und er darauf völlig gestresst reagiert. Was kann ich dagegen machen?
Ich werde mir aber sofort alle Tipps zu Herzen nehmen und alles der Reihe nach ausprobieren
Zu seinem Gesundheitszustand: Er wurde vom Tierarzt untersucht bevor er wieder in geritten wurde. Laut dem ist alles in Ordnung. Der sattel ist ein Bates Springsattel der wurde laut meiner Gastfamilie auf ihn angepasst. Trense ist eine ganz normale englisch kombinierte Trense und mit Gebissen bin ich gerade noch etwas am experimentieren
Ich werde auf jeden Fall alles ausprobieren und anschließend berichten
Schonmal vielen Dank!

Ganz viele, liebe, dankbare Grüße :danke: :danke: :danke:

P.S: Jaaa Neuseelans ist toll

#5 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von Sillys Magic 07.01.2012 10:44

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Hey dort drüben in der Ferne!!!
Neuseeland: wie geil!!! Bin ganz neidisch....

Habe das hier gerade samt der Antwort der anderen gelesen. Monja und ich arbeiten "Magic" ja zusammen.
Als ich ihn gerade bekam hab ich das mit dem ausgebunden longieren im Roundpen auch mal versucht.
Fazit: Longe und Zügel kaputt. Er hat sich dabei so aufgepusht und aufgeregt. Das ging gar nicht.
War einfach zu gefährlich.
Dann haben wir das mit Halsverlängerer übergangsweise gemacht, als ich ihn nicht longieren konnte.
Habe ihn im Roundpen damit laufen lassen. Ist aber auch sehr schwierig. Meiner ist damit kooperativ.
Aber es gibt ja dann auch so Kameraden, die total dagegenarbeiten. Bei Magic hing der Halsverlängerer durch.
Und er ging damit schön VA. Natürlich wurde aber erst einmal getestet, ob man sich mit dem Ding bewegen kann.
Als er merkte, er kann sich strecken, war es ok.

Was Monja mit der Handarbeit schreibt, kann ich nur wärmstens das Buch von Oliver Hilberger empfehlen.
http://www.amazon.de/Gymnastizierende-Ar...25928778&sr=1-1
Außerdem den Longenkurs von Babette Teschen.
Ist natürlich schwer, wenn dort nicht so viel Wert auf die Bodenarbeit gelegt wird. Im Grunde fängt man nach
der Rennbahn doch bei 0 an. Zumindest habe ich das so empfunden.
Meiner kannte nur geradeaus. Bahnfiguren null und eierte schön gegen die Schenkel. Wenn er lang nix gemacht hat, ist das immer noch so.

Galopp würd ich auch erst einmal komplett rausnehmen. Schau erst einmal, dass Schritt und Trab gut ausbalanciert klappt.

Zum Springen kann ich leider gar nix sagen. Ich selbst springe nicht gern und Magic ist zwar eingesprungen worden, ist da aber auch total talentfrei.
Drück Dir mal die Daumen!!! Berichte mal, wie es läuft im wunderschönen Neuseeland....

#6 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von The_Alpha 07.01.2012 10:45

@ clodette

Hallo und danke für den Wilkommensgruß!

Ich bin hier ja voll begeistert von den schnellen Rückmeldungen!
Würdest du mir zum lungieren irgendwelche besonderen Hilfszügel empfehlen oder ihn einfach nur ohne longieren dass er sich selbst ausballancieren kann?
Der Tipp ganz ohne Galopp zu arbeiten ist toll ich hab mich immer gefragt was ich tun kann um ihn rechts zum galoppieren zu bringen und das den Schritt sowie Haltübergänge ehrlich gesagt ziemlich vernachlässigt. Ganz schön dumm wenn ich jetzt so drüber nachdenke! also werd ich auch auf jeden Fall probieren.

Mit der Stute bin ich aber völlig ratlos!
Ich glaube sie sieht einfach nicht so ganz ein dass geritten werden arbeit bedeutet. Im gegensatz zu dem Wallach hat sie die muskulatur um sich selbst zu tragen und ordentlich geritten zu werden also physisch dürfte sie eigendlich keine Probleme haben!
Was kann ich tun um das geritten werden für sie interessant zu machen?

Ja und die Dressurausbildung ist wirklich sehr vernachlässigt worden aber das ist hier leider Standart (z.B. Das Turnierpferd meiner Gastschwester spring 1.40m, ist aber nicht in der Lage am Zügel zu gehen, stört aber auch keinen.)

Auf jeden Fall ganz ganz vielen Dank für die schnelle Rückmeldung!
viele liebe Grüße!

#7 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von Magics Monja 07.01.2012 10:52

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Ja, ja der Tipp mit dem Gegenhalten... Musste auch erst mal lernen, dass beim Galopprennen im Endspurt die Zügel kurz genommen werden. Da wundern mich die beschriebenen Reaktionen nicht.

Vielleicht hast du ja die Möglichkeit dir nen Zirkel abzustecken? Oder Pylone/Stangen zu nehmen und daraus eine Quadratvolte zu legen. Bei Magic haben wir gemerkt, dass ihm das Einhalten eines Kreises leichter fällt wenn er Orientierungspunkte hat. Vom Ausbinden (jedenfalls mit starren Dreieckszügeln) bin ich kein Fan. Alternative wäre vielleicht noch ein elastischer Ausbinder der nachgibt (mir fällt grad nicht ein, wie die Gummiausbinder heißen)... Wir longieren Magic am Kappzaum (unausgebunden) und da streckt er sich auch richtig schön vorwärts-abwärts. Starre Ausbinder gehen bei Magic gar nicht.

Handarbeit machen wir am Kappzaum, Knotenhalfter und auch an der Trense.
Zu Einstieg eignen sich Führen in Stellung und Biegung. Dann noch Seitengänge wie Schulterherein und Schenkelweichen (je nach Ausbildungsstand des Pferdes natürlich). Wenn das klappt kann man auch alle Übungen im Trab machen. Bei Youtube gibt es dazu ganz viele Videos. Ich mache das auch immer als gymnastizierende Übung bevor ich reite.

Vielleicht solltest du das Springen erst mal zurückstellen. Wie sieht es denn mit Stangenarbeit in allen Gangarten aus? Wäre ja auch ne Möglichkeit über Stangen zu longieren. Erst nur im Schritt und dann langsam steigern. Gilt auch für die Anzahl der Stangen

Vielleicht zählt ja auch das Springen gar nicht zu den Vorlieben des Pferdes? War er denn auch vor der Reitpause schon so oder ist er da problemlos gesprungen?

An neue Übungen solltest du ihn ganz behutsam heranführen. Und vielleicht erst Sachen verlangen die er schon gut kann und diese dann weiter ausbauen, damit er das nötige Selbstvertrauen entwickelt und nicht gleich panisch reagiert.
Super ist dafür natürlich Gelassenheitstraining.

Hier mal der Link zu einem Beispielvideo für die Handarbeit (ist nur leider ohne Kommentare was wann, warum gemacht wird) http://www.youtube.com/watch?v=I302cpfyhSI&feature=related

[ Editiert von Magics Monja am 07.01.12 10:59 ]

#8 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von The_Alpha 07.01.2012 11:10

Ich kann die ganzen Rückmeldungen gar nicht glauben!
Ich kann gar nicht oft genug DANKE sagen für die ganzen Tipps und so viel wie ihr geschrieben habt!
Ich hätte NIE mit so viel Rückmeldung gerechnet NIE!!!!
Ohhh das gute Pferdle wird sich morgen freuen wenn ich ihm eure ganzen Tipps vorstelle!
Ich werde sofort berichten

und nochmal DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE!!!!!!!!!! :danke: :danke: :danke: :danke:

#9 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von Magics Monja 07.01.2012 11:16

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Das geht hier eigentlich immer so schnell. Wir sind halt galopperverrückt...
Viele hier haben ja zu Beginn ganz ähnliche Probleme gehabt. Lies dich doch vielleicht einfach mal durch die Geschichten, wo die Pferde vorgestellt werden. Vielleicht findest du da auch noch etwas das dir helfen könnte. Und ganz wichtig: immer fragen

Und berichte mal wie es so klappt. Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Spaß mit deinen beiden "Herausforderungen" :drueckdiedaumen:

#10 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von clodette 07.01.2012 11:35

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Ich glaube nicht mal dass eines der Pferde "nicht zu der ganz schlauen Sorte gehört " wie Du schreibst, für mich klingt das eher wie Überforderung. Weil sie nach ihrer Rennkarriere praktisch ins Reitpferdedasein geworfen wurden ohne zu lernen was der Typ obendrauf eigentlich von ihnen will.

Ausbinden beim Longieren wird nicht von heut auf morgen funktionieren, da hat meiner auch die Krise bekommen. Fang doch erstmal ohne Hilfszügel an, idealerweise auf Kappzaum, wenn ihr sowas nicht habt dann auf Trense. Ganz piano und in Ruhe, erstmal viel Schritt und ruhigen Trab, dabei schon immer versuchen das Pferd zur korrekten Biegung nach innen zu animieren. Das wird anfangs nicht gehen, v.a. auf der schlechten Hand wirst Du staunen wie die in Aussenstellung rumgurken, aber das wird mit der Zeit besser. Wenn Du ein Chambon oder Gogue zur Verfügung hast wäre das eine Alternative für später, aber fang erstmal ohne an. Es gibt hier im Forum übrigens jede Menge zum Thema Longieren, musst mal ein bisserl stöbern.

Zu der Stute: Geh auch hier mal ein paar Schritte zurück. Fang mit ganz einfachen Aufgabenstellungen an und lobe viel. Auch hier vielleicht die "kleinen Übergänge" Halten - Schritt bzw. Schritt - Trab erstmal festigen und viel loben (natürlich bei dem Wallach auch^^). Ruhe reinbringen, nicht zuviel wollen und nicht zu schnell und zur Unterstützung Stimmhilfen benutzen. Du musst ja nicht alle paar Meter gleich die Gangart wechseln Beim Schrittreiten auch immer mal wieder sanft leicht nach innen oder aussen stellen und immer im Hinterkopf behalten dass Konzentration für ein Pferd anstrengend ist, also viele Pausen machen.

Stangenarbeit würde ich persönlich erst machen wenn beide in der Balance sind, bei der Arbeit an der Hand ist es erfahrungsgemäß am einfachsten erstmal nur Konzentration auf Dich einzufordern (Stehenbleiben, antreten, kringel führen) und die Pferde an die Gerte zu gewöhnen, später kannst Du dann das Pferd beizäumen ähnlich wie beim Reiten nur dass Du nebenher gehst und die Zügel von unten hältst wie man das im Video von Monja schön sieht und dann kannst Du auch Seitengänge üben. (Buchtipp: Oliver Hilberger: Gymnastizierende Arbeit an der Hand)

#11 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von Schatti 08.01.2012 10:37

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Also ausbinden kann ich meinen auch gar nicht. Er regt sich dann völlig auf, rennt rückwärts und ich hab Angst, dass er sich überschlägt. Mit Druck kannste bei ihm auch vergessen. Meine RL meinte immer, den müssen wir überlisten. Ich habe Schatti seit 2 Jahren und wir arbeiten immer noch an der Anlehnung. Gut, wir haben auch erst seit nem halben JAhr konstanten Reitunterricht.
Ich reite dabei viele Biegungen, Zirkel, Volten, versuche ihn hinten ein wenig übertreten zu lassen auf gebogener Linie und vorne im Maul beschäftigen, damit er kaut und irgendwann im Genick nachgibt bzw den Hals fallen lässt. Das ist für uns das wichtigste erstmal. Großen Schnickschnack lassen wir vorerst weg. Manchmal lasse ich auch komplett den Galopp weg, weil er sich dann gerne mal aufpuscht. Es ist ein langer Weg, aber sie Vollblüter lernen so schnell, wenn du sie nicht überforderst

#12 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von The_Alpha 08.01.2012 10:48

Hallo!

Ich habe mir gestern noch ein Thema zum Longieren durchgelesen und hab da in vielen Beschreibungen die beiden Pferde wiedererkannt!
Ich bin heute also völlig optimistisch auf die Koppel gegangen und habe mir den Wallach geschnappt und dann die ganze Scheune nach Ausrüstung zum Longieren durchsucht. Ich bin nicht sonderlich fündig geworden aber immerhin habe ich jetzt ne Longe und ne Peitsche.
Weil mir ja kein Reitplatz oder Longierzirkel zur Verfügung steht habe ich mir so ein Viereck aus Stangen gelegt und ihn auf einer kurzen Distanz longiert. Ich war erstaunt, wie schnell er dass verstanden hatte, dass er einfach nur da drumrumlaufen soll. Er ist auf der linken Hand auch ganz lieb und entspannt gelaufen und hat auch schon ganz tolle VA Ansätze gezeigt. Auf der rechten Hand hat er anfangs völlig gestresst reagiert und ist sofort im Trab losgestochen. Ich habe ihn dann beruhigen können und als er verstanden hat, dass er auch nur außen rum laufen muss hat er sofort den Kopf fallen lassen und ist entspannt seine Runden gelaufen! Also so gesagt war des ein voller Erfolg

Ich war dann ganz begeistert und hab gedacht das kann der Stute ja auch nicht schaden und habe das gleiche mit ihr gemacht. Wir hatten am Anfang ein Paar Probleme klarzustellen, dass das innere vom Viereck miens ist und sie außen rum soll, aber sobald sies verstanden hatte hat sie sich auch fallen lassen und ist mit der Nase auf dem Boden fröhlich ihre Runden getrabt!

Ich hab nur noch ein Paar Fragen an euch!
So begeistert ich von dem Ergebnis Heute bin, wie oft pro Woche soll ich das machen?
Und wie oft sollte ich die beiden reiten pro Woche? Soll ich den Wallach überhaupt reiten oder erst mal nur longieren und Handarbeit machen?
Für wie lange sollte ich die beiden täglich arbeiten? Wollt ihr Fotos von den Beiden haben?

So ich glaub das wars für Heute da kommen Morgen bestimmt noch mehr Fragen auf.
Ich wollte nur sagen, dass ich alleine nie auf die Idee gekommen währe so zu longieren und Heute das erste ml seit fast einem Monat ist. dass ich echt zufrieden mit dem Ergebnis am Ende der Einheit war!
Also dafür DANKE!

ganz viele liebe Grüße

#13 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von clodette 08.01.2012 11:18

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Zitat
Gepostet von The_Alpha
Wollt ihr Fotos von den Beiden haben?



Haha, soll das ein Witz sein? Wir sind FOTOSÜCHTIG

Ist doch schön dass das Longieren mit beiden auf Anhieb so gut klappt und Du wirst sehen, das wird stetig besser.

Zur Häufigkeit gibt es mit Sicherheit geteilte Meinungen, ich versuche es immer zu vermeiden zweimal in Folge zu longieren da das wegen des Kreisbogens doch ziemlich auf die Beine geht, gerade wenn das Pferd noch nicht richtig ausbalanciert ist. Daher finde ich so zwei bis dreimal pro Woche anfangs immer einen guten Wert, so bekommst Du auch schön Abwechslung rein wenn Du die restlichen Tage mit Dressurarbeit und Ausreiten aufteilst. Aber wie gesagt, das sieht jeder anders und liegt auch in Deiner Einschätzung.

Wieso willst Du den Wallach lieber nicht reiten, sieht er wirklich so schlimm aus? Ausser wenn er total klapperdürr ist oder gesundheitliche Probleme hat ist das bestimmt kein Problem solange er nicht wirklich "arbeiten" muss, so ein bisserl Schritt reiten mit hin und wieder mal kurz antraben schadet normalerweise nicht. Du musst ja auch keine volle Stunde draufsitzen, ich reite meinen aktuell nur ca. 30 Minuten und das reicht uns beiden im Moment

#14 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von The_Alpha 08.01.2012 11:33

Nein der sieht nicht so schlimm aus!
Ich stell euch Morgen Fotos von den Beiden rein. Ich dachte nur, weil ihr gemeint habt ich soll quasi so tun als ob ich ihn frisch einreite aber wenn ich den 2-3 mal die Woche locker VA Schritt reite und trabe kanns ihm ja eigendlich auch nicht schaden oder?
Ja drei Mal pro Woche longieren hört sich gut an ich hatte auch an sowas gedacht!
Oh und ich habe keinen Kappzaum ist es dann besser mit Trese oder Halfter zu longieren? Evtl. kann ich irgendwo ein Knotenhalfter auftereiben oder mir Eins anschaffen.

#15 RE: Hilfe für Durchlässigkeit, Galopp, Springen von moppeldings 08.01.2012 17:33

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Du kannst auch Trense und Halfter kombinieren. Soll heißen, über die Trense wird das Halfter gezogen. So kannst du die Longe in den Trensenring und in den seitlichen Ring vom Halfter schnallen. Dann kannst das Gebiss nicht durchs Maul ziehen. (So haben wir früher unsere Pferde longiert) Es sei denn du hast eine Schenkeltrense, da geht das nicht wirklich. Knotenhalfter sind doch eigentlich auch nicht so teuer.

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