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#1 RE: Gebissloses Reiten von Shirana 25.01.2012 15:53

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P: Was haben Sie denn verkwehrt gemacht?
Mobs denkt: Ich bin aufgestanden.


:schadenfroh:

Mobs, das hast Du soooo schön geschrieben! Ich musste herzhaft lac hen - auch wenn Du mir natürlich leid tust :troesten:

@ Monster, kannst Du nicht in Deiner berechtigten Wut z.B. folgenden Artikel ausdrucken und aufhängen?
der geht zwar eigentlich komplett gegen das Reiten mit Gebiss, aber vielleicht bringt er so manche Leute zum Nachdenken darüber, was sie mit ihrem Herumgezerre anrichten... - auch wenn ich da kaum Hoffnung habe, dass sie sich herablassen, das zu lesen.
(Konnte leider keinen Link herstellen, war zu blöd :hammer

Maul halten: Artikel/Cavallo


von Ulrike Dobberthien aus der Cavallo 3/2001 Seiten 12-23

mit freundlicher Genehmigung des Scholten Verlags, Stuttgart



Eine der rätselhaftesten Höhlen der Welt gähnt täglich dem Reiter entgegen: das Pferdemaul. Von ihm ist zwar in allen Reitlehren die Rede, aber nur wenige Forscher wissen was darin passiert.

Von außen sieht es ganz freundlich aus, ist überzogen mit samtigem Fell und weicher, nur zwei Millimeter feiner Haut. Es birgt Drüsen, die täglich bis zu 40 Liter Speichel produzieren, der nicht nur Mineralien wie Natriumkarbonat enthält, sondern auch Eiweiß, das zu weißem Schaum stockt, wenn das Pferd mit seiner Spucke schlabbert.

Im Maul versteckt sich eine Zunge, die zwischen einem und zwei Kilo wiegt, fast so lang ist wie der Schädel und die das dichteste Nervengeflecht außerhalb des Hirns besitzt, ein Organ, so weich und empfindlich wie die Lippen des Menschen.

Klappt das Maul auf, um ein Leckerlie zu schnappen oder der Trense Platz zu machen, gibt es lediglich einen Bruchteil seines Innenlebens preis; zum Beispiel das hauchdünne Zungenbändchen, das die Zunge mit dem Unterkiefer verbindet. "Das kann leicht reißen" , warnt der Münchner Pferdechirug Professor Hartmut Gerhards und rät von der Unsitte ab aus Jux an der Zunge zu führen oder festzuhalten.

Schließt sich das Maul wieder, beginnt das große Rätseln: Was passiert da im Verborgenen? Die Frage hat mehr als nur akademischen Wert. Schließlich dreht sich die gesamte Reiterei um die Tatsache, dass Pferde, von Ausnahmen abgesehen, ein Gebiss ins Maul bekommen.

Wie sie darauf reagieren, ist den meisten nach wie vor so unbekannt wie ein schwarzes Loch, auch wenn Dutzende scheinbar schlüssiger Theorien in allen Reitweisen das Gegenteil suggerieren.

Einer der seltenen Speläologen in Sachen Maul ist der emeritierte Professor Robert Cook, 71, von der Tufs University Massachusetts. Der international anerkannte Wissenschaftler forschte seit den 60 Jahren. Ihn interessieren die Wechselwirkungen zwischen Maul und Gebiss; und zwar bereits ehe ein Reiter am Zügel zieht.

Seine jüngste Studie schloss er vor einem Jahr ab. Über 3 Jahre untersuchte er 100 Pferde und Reiter aus allen Disziplinen, vom therapeutischen Reiten über Dressur bis zum Rennpferdetraining. Dabei mussten die Pferde, unter anderem, mit und ohne Gebiss über Laufbänder rennen, während ein Endoskop zeigte, was in ihren Mäulern geschah.

Cook sezierte Kehlköpfe, vermaß Maulhöhlen und spürte dem Zusammenhang zwischen Gebiss, Kopfhaltung und Luftröhre nach. Seine Erkenntnisse führten ihn auf einen kompromisslosen Kreuzzug gegen jedes Gebiss. Nachsichtigen Spott von Kollegen ("der missioniert") erträgt er ebenso standhaft wie Kritik an angeblicher Geschäftemacherei.

"Reitern wird immer wieder gesagt, sie sollen den Schlüssel zum Pferdemaul finden", sagt er. "Aber der beste Schlüssel ist gar kein Schlüssel". Sprich: kein Gebiss. Da wundert es kaum, dass Cook ein bisher ehernes Kriterium guten Reitens ablehnt: ein Pferd müsse auf dem Gebiss kauen, Schaum vorm Maul haben und mit dem Unterkiefer nachgeben.

Vorteile, findet Cook, hat alles nur für den Reiter, der dann nicht gegen ein steifes Genick kämpfen muss und das Tier leichter dirigieren kann. Wenn ein Pferd arbeitet, sollte es aber ein relativ trockenes Maul haben. "Es kann entweder laufen oder fressen. Beides geht aus anatomischen Gründen nicht", erklärt Cook. "Dieser ganze Sabber ist für das Pferd ein Ärgernis, wenn es tief und viel Atmen muss." Jeder Versuch, den Speichel zu schlucken, birgt für das Pferd eine Gefahr, plötzlich keine Luft mehr zu bekommen; eine Erklärung für den angestrengten Ausdruck von Dressurpferden, die mit nassen Fell, schaumigen Maul und aufgerissenen Nüstern scheinbar feurig schnaubend, in Wahrheit aber mühsam atmend Lektionen absolvieren.

Ob geatmet oder geschluckt wird, entscheiden Reflexe. Solange das Maul geschlossen ist, atmet das Pferd. Öffnet es das Maul, strömt Luft in die Höhle. Dies, verbunden mit Berührungen der Zunge, löst die Reflexkette "fressen und schlucken" aus.

Dabei hebt sich der hintere Teil des Gaumens (weicher Gaumen). Das rund 13 cm lange Gaumensegel schaltet im Rachen, wie eine Weiche, den Weg zur Speiseröhre frei. Gleichzeitig schließt der Kehldeckel die Luftröhre, der Weg zur Speiseröhre wird frei.

" Wird einem Pferd ein Gebiss ins Maul gelegt, bekommt es das Signal "Fressen", sagt Cook. Zusammen mit den Bewegungen von Zunge, Kiefer und Lippen fließt reflektorisch Speichel. Die Reflexe gehören zum Bereich Verdauung und werden vom parasympathischen Nervensystem gesteuert. Speichel am Maul ist nach Cook ein untrügliches Zeichen, dass der Parasympathikus aktiviert ist. Damit der Körper alle Kraft auf das lebenswichtige Futter konzentriert, drosselt dieser Teil des vegetativen Nervensystems Herzschlag und Atmung, legt Muskeln lahm und bremst das Hirn- übrigens der Grund, warum Menschen nach dem Essen der Drang zum Nickerchen befällt.

Genau das ist beim Reiten unerwünscht. Schließlich soll das Pferd nicht schläfrig verdauen, sondern sich gefälligst bewegen; es soll rennen, springen, traversieren. Das funktioniert nur, wenn Kampf -und Fluchtreflex Herz und Lunge, Muskeln und Hirn auf Touren bringen. Die aber laufen über das sympathische Nervensystem, Gegenspieler des Parasympathikus.

"Ein Pferd in schneller Bewegung hat ein trockenes Maul. Die Zunge liegt ruhig hinter den Schneidezähnen, der Unterkiefer bewegt sich nicht, der Schluckreflex ist abgeschaltet, das Gaumensegel liegt flach am Boden des Mauls ", zählt Cook auf.

Trägt das Pferd dagegen eine Trense oder Kandare, wird das Maul durch die zusätzlichen Fressreflexe feucht. Das Pferd will schlucken, das Gaumensegel hebt sich, das Pferd spielt mit der Zunge, bewegt den Unterkiefer.

"Durch das Gebiss sind die Pferde beim Reiten neurologisch durch den Wind" konstatiert Cook. Weil sie trotzdem versuchen, sowohl dem Reiter, als auch den widersprüchlichen Befehlen ihres Nervensystems zu gehorchen, bekommen sie Probleme.

Jede Bewegung der Zunge und des Unterkiefers hebt den hinteren Gaumen an und stört die Atmung. Sowie ein Gebiss im Maul ist, wird die Zunge aktiv, selbst wenn der Reiter es nicht spürt. Verschiebt sich der hintere Gaumen bei hoher Geschwindigkeit, klappt gar das Gaumensegel hoch, sind die Folgen verheerend. Schließlich pfeift hier bei Belastung ein Sog von 75 Litern pro Sekunde in die Lungen, verglichen mit vier Litern beim ruhenden Pferd. Das Tier verschluckt sich am eigenen Gaumensegel und bekommt keine Luft mehr. "Das ist der Grund, warum Trainer von Galoppern oder Trabern ihren Pferden die Zunge am Unterkiefer festbinden", bestätigt Hans Geyer von Veterinäranatomischen Institut der Universität Zürich. "Sie wollen nach Möglichkeit jede Bewegung der Zunge und damit des weichen Gaumens verhindern."

Eine Mär dagegen ist, dass das Pferd vor Schmerzen unkontrollierbar wird und durchgeht, wenn es die Zunge über das Gebiss legt. "Natürlich hört das Pferd dann nicht mehr aufmerksam auf den Reiter ", sagt Cook. "Aber das alles passiert nur, weil es mit den Reflexen kämpft oder die Schmerzen auf der Zunge lindern will, die durch den Zug am Gebiss entstehen."

Das bereitet besonders im Galopp Probleme, weil in dieser Gangart die Atmung an die Bewegung gekoppelt ist. Bei jedem Galoppsprung macht das Pferd einen Atemzug: Es atmet ein, wenn die Hinterbeine am Boden und die Vorderbeine in der Luft sind; es atmet aus, wenn die Vorderbeine Last tragen und die Hinterbeine in der Luft schweben.

Was den Atemrhythmus stört, stört auch den Rhythmus des Galopps. Taktfehler, Steifheit und Stolpern sind die Folge-Probleme, die bisher vor allem auf den Reiter zurückgeführt wurden.

Auch sonst gibt es reichlich Ärger: Zähneknirschen, ständig mit dem Gebiss spielen, gegen das Gebiss gehen, hart im Maul sein und Kopfschlagen, um nur einige zu nennen, haben alle mit dem Grundübel Gebiss zu tun, wenn man die bahnbrechende Erkenntnis der amerikanischen Wissenschaftler berücksichtigt.

"Diese schweren Probleme werden oft mit Überempfindlichkeitsverhalten der jeweiligen Tiere oder mit fehlerhafter Gebiss-Anwendung durch den Reiter in Verbindung gebracht", kritisiert Cook, "nie jedoch damit, dass die Methode, über das Gebiss einzuwirken, grundsätzlich falsch ist."

Immerhin stammen die meisten Theorien von Reitern und nicht von Tierärzten oder Anatomen. Reiter setzen sich zwar ausführlich mit dem Einfluss grob zerrender oder behutsamen dirigierender Hände, dem Ausbildungsstand des Pferdes und den Formen von Trensen und Kandaren auseinander. Aber ob und wie ein Gebiss in die natürlichen Reflexe des Mauls eingreift, können sie, so viel Gefühl und Erfahrung sie auch haben, nicht beurteilen.

Dazu kommt, dass Pferde kooperativ bis zum eigenen Ruin sind. Sie arbeiten fleißig mit dem Gebiss im Maul, egal ob in der Hohen Schule oder beim Distanzreiten und bringen Höchstleistungen.

Diese Gutmütigkeit führt dazu, dass Pferde schneller krank werden. Wissenschaftler fanden immerhin 14 Probleme, die bisher nicht mit dem Gebiss in Verbindung gebracht wurden. Demnach führen Gebisse zu störenden Reaktionen des Verdauungssystems während der Belastung, zu atembeengender Genickwinkelung und kontraproduktiven Bewegungen von Zunge, Gaumensegel und Kehlkopf. Sie verursachen Luftröhrendeformationen und Kehlkopfpfeifen, stören die Kopplung von Atmung und Bewegung und somit die Balance und natürliche Anmut des Pferdes.

Gebisse führen zu vorzeitiger Ermüdung, entzündlichen Atemwegserkrankung, und sie können bei Rennpferden Lungenbluten auslösen. Sogar headshaking kann durch das Gebiss verursacht werden.

"Gebisse sind kontraindiziert , kontraproduktiv und grausam", folgert Cook und belebt damit ein Debatte, die längst beendet schien: Gebisse contra gebisslose Zäumungen. Neu ist, dass dabei bewusst Stellung gegen Gebiss-Befürworter bezogen wird, die betonen, ein Gebiss sei nur so scharf wie die Hand. Und das ist die Mehrzahl der Reiter, egal aus welcher Reitweise sie kommen, egal wie gut sie reiten. Schließlich bestand bislang der Konsens, dass ein Gebiss im Maul nicht grundsätzlich ein Problem ist. " Eine Form an sich fügt dem Pferd keine Schmerzen zu", sagt August, Vertriebsleiter des Gebissherstellers Sprenger. "Im Gegenteil: Ein Gebiss ist für die Pferde, wie für uns ein Kaugummi.

Schon das reicht laut den US-Studien allerdings, um Pferden das Reiten zu vergällen. Beim Untersuchen toter Schädel aller Pferderassen fand man nämlich im geschlossenen Maul weder Luft noch Platz für ein Gebiss. Hohlräume gibt es keine; die Zunge liegt satt am Gaumen.

Das deckt sich mit bisher unveröffentlichen Ergebnissen deutscher Wissenschaftler. An der Tierärztlichen Hochschule Hannover müht sich die Arbeitsgruppe "Funktionelle Anatomie" unter Leitung von Professor Hagen Gasse, auf Anregung von Sprenger, Pferdemäuler mit und ohne Gebiss exakt zu vermessen. Dabei zeichnet sich ab, dass im Maul viel weniger Platz ist, als bisher angenommen, und dass Gebisse auf die Zunge und nicht auf die Laden wirken.

Genauere Ergebnisse werden allerdings gehütet wie Kronjuwelen - schließlich müssen in Deutschland alle wissenschaftlichen Arbeiten, die zu einer Promotion oder gar zu einer Habilitation führen sollen, zuerst von den beteiligten Forscher veröffentlich werden. Und das dauert.

" Wir wissen aber schon länger" so Augsten, " dass die Pferdemäuler von Warmblütern immer kleiner werden, weil die Köpfe edler werden." Darauf reagierte man, indem man Trensen filigraner baute. Hatte früher das Sprenger-Durchschnittsgebiss eine Stärke von 23 mm, sind es heute nur noch 18 mm. "Ein zu dickes Gebiss bereitet einem Pferd mit kleinem Maul ganz schön Probleme", so Augsten.

Diese deutsche Erkenntnis geht Forschern in anderen Teilen der Welt allerdings nicht weit genug. Sie fordern Mäuler, in denen gar kein Metall klimpert, weil nach ihrer Ansicht jedes Gebiss dem Maul schadet. " Das mag zwar für Rennpferde gelten", hält Augsten gegen, "aber ein Dressurpferd braucht ein Gebiss, um Anlehnung zu bekommen.

Rückendeckung erhält der Gebisshersteller dabei von der offiziellen Reitlehre. Anlehnung ist nach den FN-Richtlinien für Reiten und Fahren nur mit einem Gebiss möglich und daher eins der Ziele auf der Skala der Ausbildung - allerdings erst nach Takt, Losgelassenheit und Schwung.

Das Anlehnung ohne Gebiss möglich ist, wird verneint, daher müssen Dressurpferde nach der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) selbst in der höchsten Kategorie, der Kategorie A (Prüfungen von überregionaler Bedeutung mit Geldpreisen von mindestens 1000 DM) grundsätzlich mit Gebiss starten, während Springpferden in Kategorie A die gebisslose Variante erlaubt ist. Auch Vielseitigkeitspferde dürfen gebisslos starten, allerdings gilt auch für sie Gebisspflicht.

Da drängt sich ein Verdacht auf, der zwar nicht neu ist, aber dafür glänzend passt: Ein Pferd korrekt ohne Gebiss auszubilden - und nicht nur latschen zu lassen - erfordert wesentlich mehr Geschick, als eine Ausbildung mit Gebiss. Solche Pferde waren und sind die Visitenkarten von Könnern, seien es die Kappzaum-Tänzer Europas oder Hackamore-Pferde altkalifornischer Ausbilder. Diese Tiere behalten beim Reiten nicht nur einen kühlen Kopf, sondern auch ein trockenes Maul, laut Cook, das Zeichen für Zufriedenheit.

Doch solche Empfehlungen werden in Deutschland zur Zeit noch ignoriert.

"Cook ist provokativ und stößt hierzulande auf verschlossene Türen", urteilt Tierarzt Dr. Hans Dieter Lauk, einer der drei Herausgeber der Veterinär-Fach-Zeitschrift Pferdeheilkunde. "Denken Sie doch an die Konsequenzen: Das würde die Reitlehre revolutionieren".

Eine solche Revolution lässt man sich aber nicht gerne von Forschern aus Übersee aufzwingen. Vorerst schäumen Pferde also weiter, während Experten auf die Ergebnisse aus Hannover warten.

#2 RE: Gebissloses Reiten von Monostrotos 25.01.2012 17:08

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Wenn Du ohne Gebiss reitest,wie hast Du dann einwirkung wenn das Pferd den Kopf hochreisst (weil es was gesehen hat) und umdrehen und wegrennen will. Das würde ich gerne wissen.Weil ich immer noch am überlegen bin wieder auf gebisslos umzusatteln,aber schiss habe das ich das Pferd nicht angehalten bekomme,falls was ist.

#3 RE: Gebissloses Reiten von Schatti 25.01.2012 17:49

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Ich bin ja auch immer mal wieder am überlegen, gebisslos mal zu probieren. Mein Problem: Ich bin noc hnie gebisslos geritten und habe Angst was falsch zu machen. Zudem weiß ic hnicht, wie man am besten einsteigt... teuren Zaum kaufen und dann klappt das nicht? Wie habt ihr das gemacht? Gerne mehr informationen im dazu passenden Thema, aber ich finde es gerade nicht

#4 RE: Gebissloses Reiten von Admirals Miss 26.01.2012 08:30

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guten morgen!

shirana, magst du mir vl den link zum artikel schicken? den muss ich weiter leiten!!! *daumen hoch*

ich reite auch schon lange ohne gebiss weil mir missy einfach sehr sehr sehr deutlich zu verstehen gegeben hat dass gebiss im maul scheiße ist...ob dick, dünn, einfach oder doppelt gebrochen, das mag sie alles nicht. danke an dieser stelle an mein pferdchen, dass mir schon so viel gelernt hat und mich auf viele viele themen gebracht hat, die für mich vorher auch ganz normal waren...(gebiss, sattel, fütterung...) :herz:
denk dir nichts dabei ohne gebiss zu reiten, "erkläre" deinem pferd vl vorher vom boden aus die lenkung und dann gehts auch schon los...du sollst ja sowieso so wenig wie möglich mit den zügeln machen, also solte es, außer dass es angenehm fürs pferdi ist, nicht viel anders sein als sonst.
ich hab übrigens mit dem bitless bridle angefangen, da kann man sich einen testzaum für ein paar euros ausborgen hier die testbedingungen
dann bin ich eine zeit lang mit sidepull geritten und jetzt mit hackamore, einfach mal ausprobieren was euch so liegt. du kannst rein theorethisch auch mit kappzaum oder auch mit (eng anliegendem) halfter reiten (mit lederhalfter schaut das sogar ganz schick aus *g*) auch die variante die zügel ins reithalfter einzuschnallen hab ich schon gesehen.
vertrau deinem pferd und es wird dich nicht enttäuschen

Wenn Du ohne Gebiss reitest,wie hast Du dann einwirkung wenn das Pferd den Kopf hochreisst (weil es was gesehen hat) und umdrehen und wegrennen will. .....aber schiss habe das ich das Pferd nicht angehalten bekomme,falls was ist.

Ist dein Pferd vom Typ ich lauf einfach davon? Wie machst du es denn mit Gebiss? Also wenn ich mein Pferd (also ein Pferd weil meins macht das nicht) wirklich nicht zum Stehen bekomme bzw merke dass es aus dem Stand versucht wegzustarten versuch ich es in eine Richtung einzudrehen, wer einen kleinen Kreis geht kann nicht kopflos davonlaufen... (und wer sich nicht beruhigen kann hat nach 10 kleinen Kreisen eh keine Lust mehr auf davonlaufen*gg*)

[ Editiert von Admirals Miss am 26.01.12 8:45 ]

#5 RE: Gebissloses Reiten von Admirals Miss 26.01.2012 08:31

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#6 RE: Gebissloses Reiten von Swing 26.01.2012 09:49

Bei uns war es so, dass wir mit Gebiss im Gelände nicht gut zurecht gekommen sind. Swing ist immer wieder durchgegangen und wir konnten nicht dagegen einwirken. Er schlug mit dem Kopf, zog ständig die Zügel aus der Hand. Zuerst hatten wir so etwas wie ein Sidepull (das Dually-Halfter von Monty Roberts). Da das aber eigentlich nur eine Ausbildungszäumung ist und Swing damit auch gern mal mit dem Kopf schlug sind wir auf ein mechanisches Hackamore mit kleinen Anzügen umgestiegen. Damit hörte auch umgehend das Kopfschlagen und Zügelklauen auf. Ich reite am langen Zügel mit minimaler Anlehnung, über Gewicht und Stimme. Wenn Swing doch mal schneller will als ich, nehme ich die Zügel stärker an. Das Hebeln zeigt Wirkung und ich kann sozusagen bremsen. Ich habe damit als reiner Geländereiter eine Lösung gefunden, die mir ein wenig Sicherheit gibt und dem Pferd den Wohlfühlfaktor. Für mich die optimale Lösung, auch wenn das Hackamore eigentlich eine recht scharfe Zäumung ist. Kommt eben darauf an, wie fein die Hand ist und was man erreichen möchte. Ich reite nicht dressurmäßig und darum passt es derzeit bei uns.

#7 RE: Gebissloses Reiten von Admirals Miss 26.01.2012 09:55

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bei Missy war/ist es ähnlich.
Sie hat nur mehr auf dem Gebiss "herumgeklappert" also ständig mit den Zähnen geklappert, den Kopf geschüttelt, "genickt", war überhaupt nicht bei der Sache, hat sich steif gemacht, etc.
mit dem Hack halte ich nur eine ganz zarte Verbindung nach vorne, wenn es darauf ankommt kann man durch schnelles Annehmen-Nachgeben sofort eine "Bremswirkung" erzielen ohne dabei Kraft zu brauchen oder länger "ziehen" zu müssen (das ist wirklich eine 2Sekunden Angelegenheit) mit dem Sidepull war mir die Hilfe zu wenig intensiv und ich ertappte mich dabei mit zu viel Kraftaufwand zu bremsen und durch die fehlende sofortige Wirkung zu lange im Zügel hängen zu bleiben...

#8 RE: Gebissloses Reiten von Shirana 26.01.2012 10:57

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@ Missy, ich hab den Artikel von gebisslos-reiten.de, wo es ihn auch als Druckversion gibt

Vor vielen Jahren fing ich auch mit dem gebisslos-reiten an, weil mein damaliges RB-Pferd (Vollblut, was sonst) mit Gebiss nicht an den Zügel zu stellen war, mit dem Kopf schlug, unterm Reiter wegrannte etc. Im Gelände wurde er mit Hackamore geritten - immer völlig problemlos.
Als ich dann mal spontan nicht ind Gelände konnte, hab ich ihn halt auf dem Platz mit Hack geritten und schwupps - er konnte schön VA durchs Genick gehen mit schwingendem Rücken.
Später hab ich einen Warmblüter mit dem gleichen Hackamore nur ganz lose anstehend im Unterricht tatsächlich M-Lektionen wunderbar reiten können. Die Aufrichtung ist halt viel ehrlicher (reeller), wenn man nicht am Zügel zieht - unabhängig, ob Gebiss oder nicht.
Unser Joe, den wir ja aus 2-jährigen gekauft haben, mochte von Anfang an kein Gebiss im Maul. Ich hatte damals aber noch etwas Schiss, weil ja meine Tochter (damals noch klein) ihn reiten sollte und wollte - Er hat also neben meinem Anreiten auch gleich als "Schulpferd" gedient. Er nahm immer die Zunge drüber (schon direkt nach dem Auftrensen) versuchte, das lästige Ding aus dem Mund zu schieben und musste sich ständig an den Beinen reiben, weils so störte. Wir haben alles mögliche an Gebissen probiert und sind dann auf das ganz weich gepolsterte Hack mit mittelkurzen Anzügen umgestiegen.
Der VB von früher hatte eine wirkliche Waffe als Hack. Den harten Nasenriemen und sehr lange Anzüge. Es war allerdings so lose verschnallt, dass man es waagerecht (also Richtung Reiterhand) ziehen konnte, ohne dem Pferd wirklich weh zu tun. Trotzden wurde er und später Joe natürlich auch mit nur ganz leicht anstehendem Zügel geritten.
Joe geht inzwischen wunderbar auf Bitless Bridle (siehe eigener Thread "Barefoot-Syringa") und Shirana hat das Hack "geerbt". Ich hab dort zuerst einen zweiten Zügel eingeschnallt oben am "Ring" zwischen Nasen- und Kinnriemen und probiert, sie so quasi mit Sidepull zu reiten, die Anzüge des Hack nur als Notbremse zu nutzen. Ich hab da aber wie Missy die Erfahrung gemacht, dass sie (noch) zu viel Einwirkung braucht, um mit Sidepull geritten zu werden.
Ich hoffe mal, das wird sich ändern, wenn sie mehr Ausbildung hat und feinfühlich auf Schenkel und Gewicht reagiert. Da muss aber etwas Dressurarbeit her.

#9 RE: Gebissloses Reiten von Amoroso 26.01.2012 16:53

Toller Artikel! Da werde ich noch ne Weile drüber nachdenken müssen... Vielleicht wäre es echt besser es mal ohne Gebiss zu versuchen. Das mit dem Testzaum ist ja ne tolle Sache!
Im Rennstall hatten wir damals auch eine Stute, die ist gebisslos trainiert worden. Und auch Rennen gelaufen, wenn die Jockeys sich getraut haben. Ich glaube, das wird unser Projekt für den Frühjahr!
:moehre:

#10 RE: Gebissloses Reiten von Schatti 26.01.2012 20:14

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Ok, ich versuche beim anhalten generell schon wenig mit den Zügeln zu machen. Sollte ich ihn trotzdem vorher noch mehr auf Gewichts- und Stimmhilfe schulen und dan nerst probieren, oder gleich?
Bin halt auch am grübeln, würde es gern ausprobieren, möchte mir aber nicht so viele verschiedene Zäume kaufen müssen. Das mit dem testzaum ist ne Idee, muss ich mir nochmal genauer anschauen...

#11 RE: Gebissloses Reiten von Swing 26.01.2012 21:53

Naja, es ist halt so, dass du bei gebissloser Einwirkung je nach Zäumung auf Nase/Genick/Ganaschen einwirkst. Das kann weh tun! Man reitet gebisslos ja nicht völlig ohne Einwirkung. Man vermeidet sie nur möglichst. Darum kann man eigentlich ohne weiteres anfangen- ohne vorher Gewichtshilfen oder so zu üben. Man setzt die Gewichtshilfe ein und nimmt die Zügel kurz an. Pferd bleibt (mit allergrößter Wahrscheinlichkeit) stehen, man lobt. Je länger man das übt, desto weniger setzt man die Zügelhilfe (Bremse) ein. Normalerweise geht das Umstellen auf gebissloses Reiten sehr schnell, da die meisten Pferde schnell verstehen: Druck auf die Nase- Gang runterschalten. Drauf und los. Wer testen möchte, dem leihe ich gern unser Dually-Halfter. Wir haben sogar zwei. Eins in rot=small und eins in schwarz=medium.

#12 RE: Gebissloses Reiten von Monostrotos 27.01.2012 07:23

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@ Swing Wo hast Du nochmal das Mini Hack her?

#13 RE: Gebissloses Reiten von Swing 27.01.2012 08:23

Reitsport Groskorth - und ich bin immer noch total zufrieden mit Material, Verarbeitung und Optik und Preis!

Das Dually-Halfter



Das Mini-Hackamore, Stellah ohne Anzüge, Swing mit kurzen Anzügen

#14 RE: Gebissloses Reiten von Admirals Miss 27.01.2012 08:26

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hier gibts auch noch so was ähnliches, und n bisschen günstiger

[ Editiert von Admirals Miss am 27.01.12 8:32 ]

#15 RE: Gebissloses Reiten von Magics Monja 27.01.2012 09:11

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Wir haben für Magic dieses Teil: http://www.kraemer-pferdesport.de/HORSEW...20291&ci=247488

Müssen es endlich mal anpassen. Hab es schon mal versucht, war aber nicht ganz mit dem Sitz zufrieden. Da müssen Silke und ich noch mal schauen. Ausprobiert haben wir es also noch nicht.
Vorteil ist dabei, dass am Nasenriemen ein Ring ist mit dem man das Pferd an der Hand arbeiten kann. Ähnlich wie beim Kappzaum (longieren würde ich daran nicht).
Kann sowohl mit als auch ohne Gebiss benutzt werden. Wir hatten den Gedanken, dass man besonders am Anfang noch mit Gebiss arbeitet. Sozusagen als Unterstützung und dann immer weniger das Gebiss nutzt.

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