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#31 RE: Gebissloses Reiten von Tannenprinzessin 29.01.2012 13:07

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ja aber eine richtige stellung kann ich mir nur erarbeiten, wenn das pferd an allen hilfen steht. Das könnte es nicht, wenn das sidepull ungenau wäre, jedenfalls nicht am anfang seiner ausbildung.

[ Editiert von Tannenprinzessin am 29.01.12 13:07 ]

#32 RE: Gebissloses Reiten von Swing 29.01.2012 13:16

Wikipedia:

Sidepull
Das Sidepull hat die Form eines Halfters, nur mit verstärktem Nasenriemen, der aus gewachstem Lassoseil besteht und als loser Ring um das Pferdemaul liegt. Rechts und links am Nasenriemen sind Ringe angebracht, an die die Zügel gehakt werden. Das Sidepull wirkt nur auf die Nase und hat seinen Ursprung in der Westernreiterei, in der mit seiner Hilfe junge Pferde eingeritten werden. Das Sidepull wird hier mit einem deutlich seitlichen Zug – daher der Name – eingesetzt, der es dem jungen Pferd erleichtern soll, die seitwärts treibenden Hilfen zu erlernen. Daher wird das Sidepull niemals allein, sondern immer mit Schenkel-, Gewichts- oder Zügelhilfe des gegenüber liegenden Zügels angewandt, der dazu lediglich am Hals angelegt wird. Da das Lassoseil rau ist, ist es für die Dressurreitweise, die eine ständige Anlehnung des Pferdes vorschreibt, nicht geeignet und hat auch in den Händen eines Reitanfängers nichts verloren.


Das Pferd wird nicht mit Sidepullwirkung gestellt, sondern mit Unterstützung des angelegten Zügels.

#33 RE: Gebissloses Reiten von Tannenprinzessin 29.01.2012 19:54

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nichts anderes habe ich doch geschrieben?
Das Pferd muss an allen hilfen stehen, damit es die lektion gehen kann. Ob die vom Sidepull anders kommen, als vom Hacka oder von der trense ist doch pups.

Außerdem steht da allein schon viel blödsinn drin, nicht alle sidepulls sind mit ropes gemacht, daher können sie genau so zum normalen reiten genutzt werden wie andere zäumungen auch.

#34 RE: Gebissloses Reiten von Swing 29.01.2012 22:24

@ Tannenprinzessin
Das ursprüngliche Sidepull wird mit Ropes gemacht. Die Wirkung wird damit verschärft. Dass es, wie bei allen anderen Dingen, Abwandlungen gibt, steht außer Frage. Damit steht in dem Artikel bei Wikipedia nicht gleich "viel Blödsinn". Und ändert auch nichts an der Art und Weise der Wirkung.

Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, worauf du hinaus willst. Du beziehst dich ja auf Shiranas Aussage, dass ein Sidepull ungenauer sei, als andere Zäumungen und behauptest das Gegenteil. Argumentiert hast du aber nicht. Wie gehst du denn mit dem Sidepull vor, um feine und genaue Einwirkung zu haben? Wie unterstützt du das Tiefstellen? Wir sind da mit Sidepull nicht weitergekommen und haben darum auf das Hack gewechselt, welches auch Impulse im Genick gibt und damit die Richtung weist.

Wohlbemerkt sprechen ich vom nicht fertig ausgebildeten Pferd und dem Freizeitreiter. Andernfalls reden wir aneinander vorbei.

Um nochmal die anzusprechen, die Umsteigen wollen:
Für das Erlernen der seitlichen Hilfegebung eignet sich das Sidepull ausgezeichnet, wenn man selber einen guten Ausbildungsstand hat. Darüber hinaus kann man natürlich damit reiten, wie man es auch mit einem Halfter kann. Wer einen Reitplatz oder eine Halle hat, kann sich sicherlich mit jedweder gebisslosen Zäumung versuchen, ohne besorgt zu sein, etwas gravierend falsch zu machen. Im Gelände würde ich nicht auf eine wirkungsvolle Zäumung verzichten. Druck auf die Nase oder Hebelwirkung im Genick und auf die Nase sind da schon hilfreich, wenn es mal brenzlig wird. Weiterführend muss man halt den Ausbildungsstand des Pferdes anschauen, um zu entscheiden, womit man am besten zurechtkommt.

#35 RE: Gebissloses Reiten von Tannenprinzessin 29.01.2012 22:54

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das tiefstellen mit sidepull ist eine lernsache, der ein ein lerneffekt vorgeht. Nämlich der, dass bei druck der kopf sinkt. Das erarbeitet man sich vom boden mit knotenhalfter, sonst macht das sidepull nämlich auch nichts besser oder schlechter als eine trense, oder jede andere zäumung.
Kommt druck auf das sidepull sollte das pferd also den kopf fallen lassen, dafür übt man an der longe z.B mit Kappzaum. Wenn das Pferd da aber nicht lernt den Hals fallen zu lassen, dann kommt man mit dem Sidepull nicht weit, das ist klar. Dennoch kann es am sidepull zwischen halben und ganzen paraden (also tempowechselnden hilfen) unterscheiden und daher meine ich, dass ein sidepull nicht ungenau ist. Welche Hilfen kann ich denn deiner Meinung nach nicht am Sidepull geben, bzw was kann ich damit nicht machen, dass man es als ungenau betitelt?

Warum MUSS man denn zwingend einen notfallplan haben? Weil wir alle Rennpferde haben? Da rettet selbst stacheldraht in der schnüss nix, wenn das Pferd beschließt mal ein Rennen zu starten, von daher tuts auch eine normale Wassertrense oder eben eine nette gebisslose Zäumung, die nicht schärfer sein sollte als sonst.

#36 RE: Gebissloses Reiten von Swing 29.01.2012 23:34

Zitat
Gepostet von Tannenprinzessin
Warum MUSS man denn zwingend einen notfallplan haben? Weil wir alle Rennpferde haben? Da rettet selbst stacheldraht in der schnüss nix, wenn das Pferd beschließt mal ein Rennen zu starten, von daher tuts auch eine normale Wassertrense oder eben eine nette gebisslose Zäumung, die nicht schärfer sein sollte als sonst.



Nun, mein Pferd ging mit Trense nach Belieben durch. Mit Hackamore nicht. Es gibt nach, wenn ich anziehe. Die Trense war für ihn nur noch mehr Antrieb und Grund zum Kopfschlagen und Zügelklauen. ICH brauche die Notbremse, weil mein Pferd erst ein gutes Jahr bei mir ist und wir nur im Gelände reiten können. Wir machen nun die zweite Schlechtwetterperiode mit, in der wir wenig tun können. Gut zusammengerechnet arbeiten wir erst 7 Monate miteinander. Insgesamt kann ich sagen, dass sich, seit kein Eisen mehr im Maul ist, das Verhalten beim Reiten positiv verändert hat. v-a haben wir auch ohne Bodenarbeit hinbekommen. Denn wir haben keinen Platz, auf dem wir gut longieren könnten.

Es geht aber hier ja nicht um meinen speziellen Fall, sondern darum, ob eine Hilfe über das Sidepull ungenau oder verschwommen ankommt. (Wobei ich allerdings genau diese Erfahrung gemacht habe.) Ich denke, das lässt sich anhand von schriftlichen Beiträgen nicht klären, da wir unterschiedliche Erfahrungen und Pferde haben.

Zitat: Welche Hilfen kann ich denn deiner Meinung nach nicht am Sidepull geben, bzw was kann ich damit nicht machen, dass man es als ungenau betitelt?

Das habe ich zwar so nicht gesagt, aber bei einem fein gerittenen, fertigen Pferd gibt es m. E. nichts, was du mit Sidepull nicht machen kannst.

#37 RE: Gebissloses Reiten von Shirana 30.01.2012 10:35

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Shirana steht (noch mehr als Swing) gaaanz am Anfang ihrer Ausbildung, kennt es überhaupt nicht, an die Hilfen gestellt zu sein, hat keine Muskulatur. Ohne Halle und Platz sind wir auf reines Geländereiten angewiesen (wie Swing) und das sind wir bislang auch sehr vorsichtig angegangen.
Zudem hatte ich kein "richtiges" Sidepull, sondern die Zügel einfach ans Ende des Nasenriemens vom Hack eingeschnallt. Dieser Nasenriemen ist sehr dick gepolstert - quasi wie ein Schwamm. Dass er damit auch so wirkt, wundert mich nicht. Ich hab sie zuletzt auch nur mit diesem "Schwamm" im Gelände geritten und es funktioniert auch insoweit, dass sie dahin geht, wo ich möchte (Schenkelhilfen sind mit dem Barefoot-Cherokee schwierig, weil das Bein nicht am Pferd liegt, sie reagiert aber drauf. Gewichtshilfen kommen auch schon etwas durch). Aber das ist definitiv nicht die feine Einwirkung, die ich irgendwann erreichen möchte.
Wie Shirana auf ein echtes Sidepull reagieren würde, weiß ich nicht. Derzeit ist es halt so, dass ich jede Hilfe noch recht stark geben muss, aber es wird schon viel besser - obwohl wir kaum Gelegenheit zum Üben haben. Für das Bisschen, was wir bislang reiterlich zusammen getan haben, ist sie schon viel feinfühliger geworden
Mein Ziel ist es, tatsächlich dahin zu kommen, wo Du, Tannenprinzessin mit Deinem Pferd schon bist: Ein durchlässiges an den Hilfen stehendes Pferd, das schon auf den reinen Gedanken des Reiter reagiert und eigentlich gar keine Zäumung mehr braucht.
Auf dem Weg zu diesem hohen Ziel werde ich bestimmt immer wieder ausprobieren, wie sie auf diese Sidepull-Wirkung reagiert und dann hoffentlich irgendwann komplett darauf umstellen können.

#38 RE: Gebissloses Reiten von Tannenprinzessin 30.01.2012 18:45

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so toll ist Mozart nicht, ich arbeite ihn erst seit dem winter richtig unterm sattel (aber damit ist ja die nächsten wochen wohl auch essig wenns wetter so bleibt),
und der kannte auch nichts. Er hat ja nicht mal den Sattelgurt tolleriert. Ich hab mit ihm allerdings vieles vom boden aus erarbeitet (aber nur weil eben kein sattel draufging, sonst bin ich auch nciht dafür, rittigkeitsprobleme am boden zu lösen), aber er konnte das für sich sehr gut umsetzen.

das mit dem knotenhalfter hab ich auch gemacht, weil er so büffelig war. Und auf dem Fundament kannst du mit einem Sidepull auch aufbauen. Ich hab da nach Kreinbergs Buch gearbeitet und da hat er auch reagiert (nachdem er mich nach Parelli Bodenarbeit für blöd erklärt hat und dieses alberne Porcupine Spiel von selbst abgebrochen hat, indem er einfach stumpf stehen geblieben ist).

Ich hab noch ein paar mal das gebiss drauf gemacht, aber im Endeffekt hat das überhaupt nichts genützt (nur mit Australian Cheeker Bridle reitet es sich bei ihm relativ angenehm).

Das Sidepull mit dickem Wust würd ich auch nicht zum reiten nehmen, diese dicken dinger sind bei kappzäumen angenehm, weil die sonst schnell scharf werden, aber mein Sidepull mit den Ropes ist weder besonders scharf noch besonders ungenau, aber definitiv besser als die ollen dinger mit dem plüsch. Von daher würd ich einfach mal so eins probieren, wenns gebisslos sein soll. Damit brichst du deinem pferd nichts durch (wie bei mechanischen hacks mit bösen anzügen), bist aber auch nicht hilflos wie beim Spielzeugsidepull. Nur eine weiche, nachgiebige Hand brauchst du.

Mein Pferd hat bisher immer gebremst. Übrigens mit Sidepull immer, mit steiggebiss ist er mir schonmal an der hand durchgegangen, allerdings war das noch in unseren ersten tagen.

#39 RE: Gebissloses Reiten von Admirals Miss 31.01.2012 09:07

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Das Sidepull mit dickem Wust würd ich auch nicht zum reiten nehmen, diese dicken dinger sind bei kappzäumen angenehm, weil die sonst schnell scharf werden, aber mein Sidepull mit den Ropes ist weder besonders scharf noch besonders ungenau, aber definitiv besser als die ollen dinger mit dem plüsch. Von daher würd ich einfach mal so eins probieren, wenns gebisslos sein soll. Damit brichst du deinem pferd nichts durch (wie bei mechanischen hacks mit bösen anzügen), bist aber auch nicht hilflos wie beim Spielzeugsidepull. Nur eine weiche, nachgiebige Hand brauchst du.

Ich würde sagen jedes Pferd und jeder Reiter ist anders, jedes Team kommt mit anderen Mitteln besser zurecht. Niemand hier bricht mit einem Hack seinem Pferd was durch und keiner von uns reitet mit "Spielzeugsidepull". Ich denke wir haben alle mit und von und über unsere Pferde schon einiges gelernt und lernen dürfen und können so selbst am besten entscheiden was für unsere Arbeit/Ausbildung/Vorankommen/Kommunikation am besten funktioniert.
Ich bitte dich abfällige Bemerkungen wie "Spielzeugsidepull" einfach weg zu lassen und etwas sachlicher an diese Diskussion heran zu gehen.
Dieser Thread dient zum Austausch über Erfahrungen die wir mit unseren Pferden gemacht haben und zur Beantwortung von Fragen die Interessierte Mit-Foris stellen und nicht dafür, sich gegenseitig zu belehren. Danke :herz:


nachdem er mich nach Parelli Bodenarbeit für blöd erklärt hat und dieses alberne Porcupine Spiel von selbst abgebrochen hat, indem er einfach stumpf stehen geblieben ist

das Thema Bodenarbeit können wir gerne in einem extra Thema durchgehen. Hier sind einige unterwegs die ein bisschen Ahnung von NHS haben reagiert dein Pferd nicht auf die 4 Phasen des Drucks (wie es zB bei Parelli ist) geh ich davon aus dass die 4 Phasen nicht durchgezogen wurden. Aber wie gesagt bei Interesse gerne ein eigenes Thema aufmachen

#40 RE: Gebissloses Reiten von Tannenprinzessin 31.01.2012 22:05

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das hat 0 mit Belehren emotional zu tun.
Das ist meine Art.

Das "Spielzeugsidepull" war einfach nur zur Unterscheidung zwischen "wirkungsvollem" sidepull und "nicht wirkungsvollem Sidepull" gedacht.

Mir ist durchaus klar, dass ein Hacka kein Killergerät ist, aber nicht in die Hände eines Gebisslosanfängers (genau deswegen habe ich den Satz übertrieben) gehört und dass das Wischiwaschisidepull da auch einen nicht weiterbringt, eben weil es keine richtige "Bremse" hat.

Zu Parelli sag ich nichts. Mir hats nichts gebracht, Ende.

#41 RE: Gebissloses Reiten von Swing 31.01.2012 22:51

Um Parelli geht es hier in dem Thread auch nicht und ich bitte darum, wieder zum Thema zurückzukommen und auch dabei zu bleiben.:gutenacht:

#42 RE: Gebissloses Reiten von Magics Monja 01.02.2012 08:09

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Ich glaube auch, dass es immer darauf ankommt, wie gut das jeweilige Team eingespielt ist und welche Erfahrungen man mit unterschiedlichen Zäumen gemacht hat.
Mit nem Hack zu starten würde ich mir definitiv nicht zutrauen. Eben weil ich noch nie gebisslos geritten bin.
Silke und ich sind in der Hinsicht wie gesagt Anfänger und haben uns daher für das Multibridle entschieden.
Silke macht ja bald nen Lehrgang bei Birger Giesecke. Da wird ja auch z.B. mit Knotenhalfter geritten. Ich glaube, dass Magic auf ein Knoti gut reagieren wird, einfach weil er es schon von der Bodenarbeit kennt. Das wäre also auch ne Option für uns.
Bei den Wetterbedingungen liegt das Reiten aber ja eh auf Eis...

#43 RE: Gebissloses Reiten von Swing 01.02.2012 08:14

Wie sieht das denn versicherungstechnisch mit einem Knoti aus? Zahlt die im Schadensfall, wenn man mit Knoti ausreitet? Weiß das jemand?

#44 RE: Gebissloses Reiten von Tannenprinzessin 01.02.2012 08:16

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musst du bei deiner versicherung anfragen. Ich hab zwei bekannte, da wird das übernommen, bei meiner habe ich aber noch nie angefragt.
Steht irgendwas dazu in deinen papieren?

#45 RE: Gebissloses Reiten von Magics Monja 01.02.2012 08:21

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Puh, gute Frage... Keine Ahnung. Die Versicherung weiß das bestimmt
Weiß auch nicht ob ich damit ausreiten würde. Das liegt aber daran, dass ich damit generell noch nicht geritten bin...

Könnte mir aber vorstellen, dass es schon so wie bei jeder anderen gebisslosen Zäumung laufen wird, oder? Spricht ja eigentlich nix dagegen...

[ Editiert von Magics Monja am 01.02.12 8:22 ]

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