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#16 RE: Entgiften im Frühling von Shirana 22.05.2012 10:37

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... ähm... was ist ein "gegupftes Schäufelchen??"
So ne Futterschaufel voll? Und die Menge dann über den Tag verteilt? Oder pro Mahlzeit ne volle Schaufel Hanf - ergänzend zum "normalen" Futter (Hafer, Gerste o.ä.), das dann entsprechend reduziert wird?
Möchte zum nächsten Fellwechsel auch Pferdehanf füttern.

#17 RE: Entgiften im Frühling von Admirals Miss 22.05.2012 10:41

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nein, da ist so ein kleines schäufelchen dabei, so groß wie ein stamperl(=schnapsglas) ca., und einfach zum kraftfutter dazu

#18 RE: Entgiften im Frühling von Amoroso 22.05.2012 10:53

So mach ich es auch. ein gehäuftses Schäufelchen. Ich verteil es aber auf morgens und abends...

#19 RE: Entgiften im Frühling von Shirana 22.05.2012 11:12

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:kuh: Na, das ist doch mal ne Aussage! Ich dachte schon...
Aber dann ist's ja wirklich nicht viel. Bin schon sehr gespannt auf die Wirkungsweise!

#20 RE: Entgiften im Frühling von le0nii 07.07.2012 09:08

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Ich habe auch so eine Kräutermischung..

Weiss aber grad nicht wies heisst.. Hoffe es tut ihnen gut

#21 RE: Entgiften im Frühling von mira23 08.10.2012 09:28

ich entgifte immer zum fellwechsel mit mariendistelöl

#22 RE: Entgiften im Frühling von daemon-rider 22.03.2015 10:51

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So, wie versprochen hier eine kleine Zusammenfassung zum Thema Frühjahrskur - hat leider etwas länger gedauert weil ich im Augenblick im Büro etwas im Stress bin.

Frühjahrs- oder Ausleitungskur ist ein recht ungenauer Begriff, unter dem jeder etwas anderes versteht. Deshalb sollte man sich zunächst darüber im Klaren sein was man eigentlich erzielen möchte. Einige Beispiele:

Entsäuerung -> Pferde die hohe Kraftfuttergaben erhalten haben
Anregung des Stoffwechsels -> Pferde mit Allergieneigung
Entgiftung der Leber -> nach Medikamentengabe, Krankheiten
Entgiftung von Schwermetallen -> nach Impfungen
Anregung des Lymphflusses -> bei Neigung zu angelaufenen Beinen
etc.

Natürlich kann man, wenn keine direkten Probleme vorliegen, im Frühjahr eine allgemeine Entgiftungskur vornehmen, die dazu dient den Körper von den im Winter angehäuften Schlackenstoffen (durch Bewegungsmangel, Silage-Fütterung, etc.) zu befreien. Das ist dann meist eine Mischform der o.g. Kuren.

Die am Markt verfügbaren Produkte sind sehr unterschiedlich in ihrer Wirkung, ohne dass das immer klar aus der Beschreibung hervorgeht. Man muss sich daher die Inhaltsstoffe ganz genau ansehen um die Wirkungsweise zu beurteilen und zu vermeiden dass sich neue “Giftstoffe” (Zucker, Füllstoffe, etc.) einschleichen. Teilweise ist es auch günstiger sich die gewünschte Mischung selbst zusammen zu stellen, dann kann man sicher sein was drin ist.

Dringend beachtet werden sollte auch, dass die im Körpergewebe (Fettgewebe, Gelenke, etc.) eingelagerten Giftstoffe, wenn sie einmal gelöst sind durch den Körper sausen und überall Unheil anrichten können. Deshalb ist es sehr wichtig das Lösen immer mit einer Ausleitung zu verbinden und die Ausscheidungsorgane (Nieren, Leber, in geringerem Masse auch Lunge) in ihrer Arbeit zu unterstützen bzw. sie zur Mehrarbeit anzuregen. Sonst kann es gerne zu plötzlichen Hautausschlägen, Durchfall oder anderem kommen.

Die verwendeten Mittel lassen sich nach ihrer Wirkungsweise unterscheiden. Einige (Zeolith, Betonit, Dolomit) binden Giftstoffe direkt an sich und werde ausgeschieden ohne vom Körper aufgenommen zu werden. Andere (Kräuter) regen die Ausscheidungsorgane an und schützen sie vor möglichen Schäden durch Überlastung. So wird beispielsweise Mariendistel mittlerweile auch in der konventionellen Medizin eingesetzt um die bei Chemotherapie oder HIV-Therapie zwangsläufigen Leberschäden zu vermeiden.

Kurzbeschreibung einiger Mittel zur Entgiftung:

Zeolith
Zeolith ist ein Mineral vulkanischen Ursprungs, dass in feingemahlenem Zustand eingenommen werden kann und bei seinem Transit durch den Körper Giftstoffe (Schwermetalle, Darmpilze, überschüssige Säure) an sich bindet und so neutralisiert.
Besonders zu empfehlen bei Autoimmunerkrankungen, Borreliose und Stoffwechselstörungen. Zeolith enthält eine grosse Anzahl von Mineralien die vom Körper teilweise aufgenommen werden.

Betonit
Ein weitere Mineralerde. Betonit hilft besonders bei der Entgiftung von Aflatoxinen (Schimmelgifte) die, gerade in der Winterzeit, im Heu auftreten können. Es hat auch eine regulierende Wirkung auf die Darmflora und kann bei Kotwasser helfen.

Algen (Spirulina/Chlorella)
Die Algen haben eine doppelte Wirkweise, da sie Giftstoffe lösen (Spirulina) und ausleiten (Chlorella) und gleichzeitig auch wichtige Nährstoffe (B-Vitamine, Eisen, Phospor, Zink, essentielle Fettsäuren, etc.). Zur gezielten Ausleitung wirken Algen am besten in Kombination mit Kräutern, die die Ausscheidungsorgane anregen.
Allerdings ist bei Algen immer Vorsicht geboten, falls eine Störung der Schilddrüse vorliegt, da sie eine latente Überfunktion verstärken können.

Natriumbicarbonat (Natron)
Für mich die Nr. 1 zur Entsäuerung: leicht verfügbar und preisgünstig. Natriumbicarbonat wirkt direkt im Bereich der einzelnen Körperzellen und ist dort in der Lage überschüssige Säure zu neutralisieren. Der PH-Wert des Körpers wird erhöht. Dies verbessert die Zellatmung und bringt z.B. bei den Muskelzellen eine verbesserte Leistung, da die Laktatbildung in den Zellen hinausgezögert wird bzw. verhindert werden kann. Es wurde daher auch im Rennsport eine Zeitlang als Dopingmittel (intravenöse Gaben) eingesetzt. Eine Entsäuerungskur scheint mir ratsam bei allen Erkrankungen, die auf “Zellstress” zurückgehen: Stoffwechselerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Krebs, etc. Bei Pferden gibt es Berichte, dass eine Kur mit Natriumbicarbonat auch gute Ergebnisse bei Sommerekzem gebracht hat.

Mariendistel (Silybum marianum)
DAS Mittel zum Leberschutz. Hilft die Leber zu entgiften und erlaubt ihr so die Selbstheilung. Die Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan des Körpers, vor allem was Belastungen durch Medikamente und Umweltgifte angeht. Zum Glück kann sich die Leber auch wie kein anderes Organ nach einer Schädigung regenerieren sobald sie entlastet wird. Der in Mariendistel enthaltene Wirkstoff Silymarin fördert die Regeneration der Leberzellen.
Eine gezielte Entgiftung der Leber halte ich für angesagt nach grösseren Medikamentengaben, bei Ekzem- oder Augenerkrankungen und bei häufigen Muskelverspannungen oder Kreuzverschlag.

Labkraut (Galium verum) oder Klett-Labkraut (Galium aparine)

Beide Pflanzen haben fast die gleiche Wirkung, wobei das Echte Labkraut etwas stärker wirkt. Es ist ein bewährtes Mittel zur Anregung des Stoffwechsels und bei Problemen mit dem Lymphsystem (z.B. geschwollene Drüsen). Vor allem in Kombination mit Ringelblume ist Labkraut hilfreich bei angelaufenen Beinen, die auf einen trägen Lymphfluss zurückgehen. Darüberhinaus wirkt es anregend auf die Leber und die Nieren Harnsystem und ist entzündungshemmend. Der reiche Gehalt an Kieselsäure wirkt sich positiv auf Haut, Haare und die Wundheilung aus.

Birke (Betula alba)
Der Klassiker für die Frühjahrskur. Die harntreibende Wirkung ist eher milde, aber trotzdem sind Birkenblätter (oder auch Birkensaft) bei längerer Anwendung in der Lage Nierengries zu lösen. Birke sollte aber nicht angewendet werden falls die Nierentätigkeit bereits eingeschränkt ist.

Ringelblume (Calendula officinalis)
Nicht unbedingt ein besonders starkes Mittel zur Entgiftung, obwohl es eine anregende Wirkung auf Leber und Galle hat, aber ein absolutes Allround-Talent und deshalb eines meiner Lieblingskräuter. Fördert die Wundheilung, wirkt antiviral, antibakteriell, pilztötend und entzündungshemmend.
Auch bei Lebererkrankungen, die auf die Stimmung schlagen erweisst sich die Ringelblume als besonders hilfreich. Ihr französischer Name „Souci“ (= Kummer) ist wohl kein Zufall. Ringelblumen enthalten eine kleine Menge Salizylsäure (der Vorläufer des Aspirin) und sind daher auch bei schmerzhaften Erkrankungen eine nützlich.

Brennessel (Urtica dioica)
Ein wirkungsvoller Blutreiniger mit anregender Wirkung auf das Harnsystem.
Eine gute Quelle für Kieselsäure (stärkt das Bindegewebe, unterstützt die Wundheilung). Wirkt hauptsächlich auf die Nieren und hilft Schlacken (Harnstoffe, Chloride, etc.) aus dem Gewebe heraus zu schwemmen. Darüberhinaus stärkt die Brennessel die Milz, vor allem wenn diese (chinesisch gesehen) unter zuviel Feuchtigkeit leidet (dies würde sich in undefinierbaren Gelenkschmerzen oder angelaufenen Beinen äussern).

Löwenzahn (Taraxacum officinalis)

Wirkt auf sowohl auf Leber und als auch Nieren und leistet sehr gute Dienste bei Wasseransammlungen (Ödemen) im Körper da er entwässernd wirkt. Gleichzeitig ist Löwenzahn ein guter Lieferant von Mineralien (Kalium, Eisen, Phosphor) was ihn von vielen anderen entwässernden Pflanzen unterscheidet bei denen häufig die Gefahr besteht dass zuviele wertvolle Mineralien aus dem Körper herausgeschwemmt werden. Eines der besten Kräuter zum Schutz der Leber, da Löwenzahn die Regeneration von Leberzellen fördert.

Goldrute (Solidago virgaurea)
Eines des besten Mittel bei Erkrankungen des Harnsystems (v.a. Harnwegsentzündungen, Nierengries), da sie entzündungshemmend auf Blase und Nieren wirkt. Goldrute ist harntreibend und wird daher gerne in Frühjahrskuren eingesetzt.

Schachtelhalm (Equisetum arvense)

Eines der besten Kräuter für den gesamten Harnapparat, das auch alte Ablagerungen lösen kann. Darüberhinaus hat der Schachtelhalm auch eine starke Wirkung auf die Lunge, vor allem bei zuviel Feuchtigkeit (eiterige Erkrankungen). Er enthält reichlich Kieselsäure und fördert die Heilung von offenen Wunden und Knochenbrüchen (dazu auch äusserlich als feuchter Umschlag verwendbar).

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
Regt die Durchblutung an, antibakteriell, pilzabtötend und ein gutes Stärkungsmittel für den Verdauungstrakt. Rosmarin hat auch eine leicht anregende Wirkung auf die Leber. Ein gutes (und wohlschmeckendes) Unterstützungsmittel das seine volle Wirkung in Kombination mit anderen Kräutern entfaltet.

#23 RE: Entgiften im Frühling von Frau Teddy 22.03.2015 10:57

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Vielen Dank für die Zusammenfassung :)

#24 RE: Entgiften im Frühling von Neshad 22.03.2015 13:26

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Super Zusammenfassung, danke!
Wie viel Kräuter sollte man deiner Meinung nach höchstens mischen?
Und eine Frage: Es heißt doch Bentonit, nicht Betonit, richtig?

#25 RE: Entgiften im Frühling von daemon-rider 22.03.2015 20:43

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Hahaha, ja, das ist ein "freud'scher Verschreiber", ich denke dabei immer an Beton Natürlich Bentonit!

Die Frage viele Kräuter man mischen sollte ist eine zu dem jede Kräuterhexe eine andere Antwort hat. Es gibt Kräuterspezialisten die jeweils nur eine Pflanze verwenden und ich habe auch Bücher mit Rezepten von 10 bis 12 verschiedenen Pflanzen. Persönlich verwende ich gerne Mischungen mit 3 oder 5 verschiedenen Kräutern, selten mehr. Sollten wirklich mal sehr viele verschiedene Pflanzen passend erscheinen mache ich gerne zwei verschiedene Mischungen und wechsle die alle drei Wochen.

#26 RE: Entgiften im Frühling von Neshad 22.03.2015 21:34

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Danke dir! Hier schaue ich sicher noch ein paar mal rein. Für mein Milz-Pferdchen.

#27 RE: Entgiften im Frühling von Flying Gold 23.03.2015 21:10

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Klasse daemon, vielen Dank! Demnach brauche ich Löwenzahn und Schachtelhalm für Flyer!

#28 RE: Entgiften im Frühling von Schatti 24.03.2015 07:59

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Füttert man die frisch oder getrocknet?

#29 RE: Entgiften im Frühling von daemon-rider 24.03.2015 11:16

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Bei einer Kräutermischung sind die Kräuter besser getrocknet, weil sie sich sonst schlecht mischen und dosieren lassen.

Frische Kräuter sind natürlich vielfach besser, aber nicht nicht immer in ausreichenden Mengen und zur rechten Zeit verfügbar. Im Augenblick wächst hier ausser ein bisschen Löwenzahn noch überhaupt nichts, aber es ist die beste Zeit für eine Frühjahrskur...

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