#1 RE: ständig hufgeschwür...hilfee von gazisgirl 08.09.2009 18:21

Hallo Ihr Lieben,

hab da seit längerem ein Problem mit meinem Haflinger. Er hatte Anfang Juni Verdacht auf einen Reheschub, dann Augen-OP und seit Ende Juli schleppen wir uns so von einem Hufgeschwür zum anderen. Immer derselbe Huf vorn. Immer wenn grad ein Geschwür offen ist, geht er ein paar Tage gut, dann lahmt er wieder...zack..nächste. 3 Geschwüre kamen in der Sohle raus, wurde dann mit diesem komischen Kleber zu gemacht, hielt allerdings nicht lange, oh wunder. Naja. Nun hat er seit 2!! Wochen oben am Kronrand eine Beule mit einem kleinen Riss. Ich hatte nach kurzer Zeit auch das Gefühl, dass da was raus gekommen sein muss, weil es aus dem Riss halt eben so stank. Er lahmt aber nach wie vor mal mehr,mal weniger. Habe mittlerweile schon alles an Einweichtipps von Rivanol, Sauerkraut über warme Leinensamen und Kamillebad etc.probiert, nichts.. Bin verzweifelt, weil TA rufen kommt mir da im Moment sinnlos vor, weil er am Kronrand eh nichts aufmachen kann, zudem mein Schuldenberg bei ihm schon ins unermessliche gewachsen ist.(wäre Thema für anderen Kummerkasten)..

Mein Hufschmied sagt,ich solle ihn man ruhig weiter auf der Weide lassen,Bewegung tut gut. Ja hm. Nachts halt in Box mit Gußverband, Tags dann mit mehr oder weniger Verband draußen, es tut sich aber nichts. Das merkwürdige allerdings ist, wenn ich ihm seine Hufschuhe (Dallmer Clogs)anziehe, geht er im Schritt lahmfrei...häää? Wieso? Hat jemand Erfahrung damit oder vielleicht anderweitige Anregungen. Er ist barfußläufer und hatte aufgrund seiner ständigen Ausfallerscheinungen auch keine weitere Bewegung als die Koppel. Bin ratlos.

Hilflose Grüße

Anja

#2 RE: ständig hufgeschwür...hilfee von FancysNitjo 08.09.2009 19:13

Hallo Anja,

aus welcher Region kommst du? Mein Hufschmied assistiert bei OP's (u.a. Rekonstruktion von Hufen etc..) und der hat ziemlich viel Ahnung und Erfahrung (jetzt nix gegen deinen Hufschmied oder so ;-)! ).

Bei uns am Stall steht ein Kaltblut, das ständig irgend ne Arterie im Huf verstopft hat.. Daraus resultieren auch häufiger mal Hufgeschwüre. Für ne OP ist der aber leider schon zu alt..

LG,

Bastian

[ Editiert von FancysNitjo am 10.01.10 19:41 ]

#3 RE: ständig hufgeschwür...hilfee von gazisgirl 08.09.2009 21:12

Hi Bastian,

komme aus´m Harzvorland, Osterode am Harz.

Ne Aterienverstopfung im Huf?!Gott, was es nicht alles gibt. Hab ich noch nix von gehört, und will ich glaub ich auch gar nicht....kann mir im Moment so gar nichts mehr leisten, schon gar keine OP mehr, bitte nicht. Werde das Thema aber mal aufgreifen, vielleicht hat mein Schmiedi sowas noch gar nicht in Erwägung gezogen..setze mal voraus, dass er das schon mal gehört hat. Mache mich auf jeden Fall mal schlau.

Is halt im Moment alles doof. Aber danke für den Tipp, auch wenn ich inständig hoffe, dass es das nicht ist, aber immerhin wieder was gelernt. Danke und schönen Abend noch

Anja

#4 RE: ständig hufgeschwür...hilfee von FancysNitjo 09.09.2009 07:50

Moin Moin,

ich komme aus dem Ruhrgebiet.. Das ist ja ne Ecke. Sonst hätte ich dir mal seine Nummer gegeben!!

Hoffe sehr für euch beide, dass es nichts dergleichen ist! Kannst ja mal schreiben, wenn du was neues weißt..

Liebe Grüße, ich drück die Daumen,

Bastian

#5 RE: ständig hufgeschwür...hilfee von FancysNitjo 10.09.2009 17:18

Hallo Anja,

habe mich heute nochmal bei der Besitzerin des besagten Dauerpatienten schlau gemacht! Ihr Zossen leidet unter einer sog. Hufsäule!

Dabei ist das Horn des gesamten Hufes durchlässig für Schmutz, Bakterien usw. Es muss also keine offene Wunde vorhanden sein um den Huf zu infizieren. Einen Tag auf dem matschigen Paddock und bums ist es wieder da. Das entzündet sich dann häufig und bildet ein Hufgeschwür im gesamten Huf (also keine Stelle, die man wegschneidet und fertig!!!). Die ganze Sache ist sehr sehr schmerzhaft für das Pferd.

Das Problem lässt sich mit ner OP lösen (sie hat es mit 1000,-€ beziffert!). Allerdings gibt es auch Pferde, bei denen das dann wieder auftaucht. Bei anderen Pferden ist das n einmaliger Eingriff.

LG,

Bastian

#6 RE: ständig hufgeschwür...hilfee von gazisgirl 12.09.2009 09:13

Hallo Bastian,

danke für die Info. Das klingt aber nicht schön. Mein Schmied war eh wieder da, weil Cassian neue Eisen bekommen hat, und da hat er sich Gazlan noch mal angeschaut. Das mit der Aterienverstopfung schließt er eigentlich so gut wie aus. Aber die Sohle bei meinem Haffi ist wirklich nicht sehr schön, irgendwie etwas weicher als die anderen Sohlen, führe das aber optimistisch noch darauf zurück, dass ich ja ständig Gußverbände drauf habe. Er fußt mit besagtem Vorderbein auch sehr rehetypisch, also nicht mit der Zehe, sondern halt flach auf. Vermutung ging dahin, dass sich evtl. doch irgendwas im Huf verschoben hat. Dagegen spricht allerdings, dass sich das Horn von oben her doch ziemlich korrekt nach unten nachschiebt...Ich werd nochmal Rücksprache mit meinem TA halten, denke röntgen wäre erst mal sinnvoll, mich wundert es aber, dass er mit den Schuhen lahmfrei geht, im Schritt jedenfalls.

Hab mich auch mit meiner THP besprochen, die das Problem darauf zurückführt, dass da jetzt eben die Giftstoffe dran schuld sind, die wir versuchen gerade auszuleiten. Hab ja nach seiner Augen OP die THP da gehabt, aufgrund seiner angeblichen Reheschübe, die mein TA aber auch nicht so ohne weiteres 100 %ig diagnostizieren kann, weil einige Symptome einfach nicht da sind. Und mein Haflinger war unsagbar fett und trotz reichlich Bewegung hat er nicht ein Gramm verloren. THP sagte, er ist voll mit Wasser,weil Niere und Leber nicht richtig funktionieren. Hab ein paar Kräuter gefüttert und die Resonanztropfen, und siehe da, mein fetter Haffi ist trotz 24h Weide enorm schlank geworden, und das obwohl ich ihn kaum bewegen konnte. Sie hat mir jetzt noch ein paar andere Vorschläge gemacht. Werd jetzt noch mal in mich gehen und überlegen wie ich weiter vorgehe. Solang Gazlan noch so gut drauf ist, tendiere ich wohl erst mal zu der günstigeren Alternative..da das besagte Geld doch irgendwie knapp ist und meine Kinder dann ja auch immer mal wieder etwas brauchen.

Aber vielen Dank. Ich weiß jetzt wieder mehr, auch preislich, und kann dann vielleicht meinem TA noch mal ne Anregung geben, der stempelt meinen ex-dicken nämlich als Dauerpflegefall ab..

LG und schönes Wochenende

Anja

#7 RE: ständig hufgeschwür...hilfee von Stratsunami 12.09.2009 22:56

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Hallo Gazisgirl,

Dein Pferd hat in etwa die gleichen Symptome wie mein VB.

Tsunami lahmte ständig. Dann ging er mal wieder 2 Tage gut. Dann wieder lahm. Mal vorne rechts, mal links. Anfang Juli hat der Schmied einen leichten Reheschub erkannt. Tsunami stand nur ein mal "rehemäßig". Dann beim nächsten Mal Ausschneiden war nichts mehr von der Rehe (diese rote, blutunterlaufene Linie) zu sehen. Paar Wochen später war wieder ein leichter Reheschub zu sehen. Er hat aber nie wieder so entlastend "rehemäßig" gestanden.

Der Schmied erkannte beim Ausschneiden in beiden Vorderhufen einen Riss im Huf und hat diese Risse ausgeschnitten. Dabei wurde an beiden Hufen eine Hornsäule entdeckt. Der Huf musste richtig ausgeschnitten werden. Tsunami sah aus wie ein Paarhufer. Es kam auch so fäuleähnliche Füssigkeit raus.

Nach mehreren Tierarztbesuchen und recht hohen Kosten, Untersuchung auf Borelliose... usw. bin ich mit ihm in die Klinik gefahren, weil er noch immer lahmte.

Dort wurde festgestellt, dass die Hornsäule tiefer ist als wir dachten. Nicht dramatisch, aber so, dass man es im Auge behalten muss. Desweiteren hat er eine Hufknorpelverknöcherung.

Viele Schmiede meinen, dass Hornsäulen fast nie vorkommen. Das ist aber nicht korrekt. Tsunami hat sie an beiden Vorderhufen und ein weiteres Pferd bei uns im Stall hat ebenfalls eine Hornsäule. Das soll durch Stöße kommen, wie z.B. wenn Pferde gefüttert werden und gegen die Boxenwand schlagen mit dem Huf. Unsere Pferde stehen in Offenstallhaltung und das Risiko, dass sie ihre Hufe irgendwo dran stoßen ist echt klein, aber es ist halt trotzdem irgendwie passiert.

Schaue Dir bloß nicht die ganzen Schauergeschichten über Hornsäulen im Internet an. Dann drehst Du nur durch. Es ist halt wie bei vielen Krankheiten, die Pferde bekommen können. Es gibt so viele verschiedene Stadien, wie bei Koliken oder Rehe oder, oder, oder...

Was ich eigentlich sagen möchte: Es hört sich für mich auch bisserl nach Hornsäule an. Hat Dein Pferd vielleicht auch Risse im Huf? So fing alles bei Tsunami an.

Das Röngtgen kostet bei uns 60 Euro pro Bild. Ich weiß, Du hast schon viel Geld ausgegeben für Dein Pferd. Aber vielleicht solltest Du den Huf einmal röntgen lassen.

Ich drücke Dir von Herzen die Daumen. Ich weiß wirklich, was Du durchmachst!!

Alles Liebe von Katrin

#8 RE: ständig hufgeschwür...hilfee von gazisgirl 13.09.2009 20:15

Hi Katrin...ich hab es getan, und nach Hornsäule gegoogelt...nicht schön! Da hattest Du Recht. Gott, ich lerne hier Dinge kennen, von denen ich noch nie gehört hab, was aber auch nicht schade ist, wie ich festgestellt habe..

Naja, nachdem ich heute morgen den Schock von den Internetbildern verdaut habe, hab ich den Hufbeschlagsfachmann meiner Schwester angerufen..Sehr kompetenter Mann, auf seinem Gebiet wohl unschlagbar..nur menschlich mag ich ihn nicht so, deshalb ist es seit Jahren auch nicht mehr mein Schmied. Nun gut. Ich habe ihm die Geschichte ausführlich geschildert, und auch er hat mich erst mal beruhigt, weil Gazlan ja mit Hufschuhen klar geht. Er meinte, dass die Löcher in der Sohle, welche gemacht wurden um den Eiter abzulassen, eben noch sehr empfindlich sind und Gazi deshalb so vorsichtig auftritt. Mit den Schuhen ist die Sohle dann natürlich entlastet und der Druck ist in dem Moment nicht mehr so auf der Sohle.. Klingt mir erst mal logisch, da dass eine Loch bis zur Lederhaut ging, und da ja auch diese Klebemasse rausgefallen ist. Mein ständiges eingeweiche hat dabei natürlich noch sein übriges getan..ich Esel. Er meint, ich soll ihn erst mal soweit in Ruhe lassen, darauf achten, dass die Hufe weitgehend Steinfrei bleiben und noch gute 10 bis 14 Tage gucken wie es sich entwickelt. Wenn dann immer noch keine Besserung eintritt, TA hinzuziehen.

Hornsäule schließt er zum Glück aus, da ich ihn darauf ansprach, auch auf das Problem, auf welches Bastian mich hinwies. Risse im Huf hat er auch nicht. Von daher bin ich jetzt etwas beruhigter und warte noch ab, was da so kommt. Ich danke aber für Eure Krankengeschichten, man lernt ja nie aus, und wer weiß...irgendwann kann ich dieses Wissen vielleicht doch noch brauchen. Werde aber weiter berichten, was mein Dicker so macht, er ist zwar kein Vollblut, aber mein Baby, hab ihn seit er 6 Monate ist, und wenn er krank ist, bin ich es auch.

Ganz liebe optimistische Grüsse

Anja

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