#1 RE: Craniosacrale Balance von Admirals Miss 10.08.2012 11:48

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Was ist das eigentlich?

Zitat
„Cranio Sakral Therapie (CST) ist eine sanfte, manuelle bzw. energetische Technik, um das Pferd in sein natürliches Gleichgewicht zu bringen“, erklärt Tierärztin Dr. Patricia Wanas aus Stockerau. Seit heuer führt die Fachtierärztin für Chiropraktik eine eigene Praxis mit Schwerpunkt Alternativmedizin. Schon früh spezialisierte sie sich auf Rückenprobleme beim Pferd und alternative Behandlungsmethoden wie TCM, Akupunktur, Homöopathie und Chiropraktik

Was ist Cranio-Sacral-Therapie?
Die CST ist ein Teilgebiet der Osteopathie und wurde daraus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA entwickelt. Ihr Begründer Dr. William Garner Sutherland glaubte, dass es neben dem Puls und der Atmung noch eine dritte Bewegung im menschlichen bzw. tierischen Körper gibt – den craniosakralen Rhythmus. Diese von den anderen unabhängige Bewegung entsteht, so seine Theorie, durch den Fluss des Liquors (Liquor cerebrospinalis) – der Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit – zwischen Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum) entlang der Wirbelsäule. Weiters meinte er, dass die Schädelnähte, die Verbindungen der 29 Kopfknochen, nicht fest, sondern beweglich miteinander verbunden sind. Dadurch sei der craniosakrale Rhythmus auch am Kopf zu spüren.

Minimale Bewegung
Diese Bewegung kann an verschiedenen Stellen am Pferdekörper wahrgenommen werden. Allerdings ist dafür reichlich Erfahrung und Fingerspitzengefühl notwendig, denn die Pulsation, die zu spüren ist, wirkt nur mit einer Kraft von höchstens fünf Gramm. Mittels Berührung kann der Therapeut herausfinden, ob und wo es Blockaden im Pferdekörper gibt. Ist die Pulsation des craniosakralen Rhythmus in voller Stärke zu spüren, kann eine gute Vitalität angenommen werden. Ist die Amplitude schwach, ist auch der Patient geschwächt, anfällig für diverse Krankheiten oder sogar schon krank. Wenn die wellenförmige Bewegung wahrgenommen wird, kann ebenfalls ein Problem vorliegen – bei massiven Durchblutungsstörungen oder Lähmungen kann die Frequenz sogar gänzlich fehlen. Ziel einer CST wäre es, wieder eine gleichmäßige craniosakrale Bewegung herzustellen.
Durch sanfte und exakte Impulse kann der Therapeut Verspannungen und Fehlstellungen sowohl im Schädelbereich als auch im gesamten übrigen Körper behandeln und auflösen. Dabei setzt er selbstregulierende Impulse frei, die die Selbstheilungstendenzen im Körper.

Behandlungsablauf
Jede Einschränkung im System wirkt sich nach beiden Seiten – Richtung Kopf und Richtung Kreuzbein aus. So kann man davon ausgehen, dass ein schiefes Kreuzbein mit schiefen Membranen im Gehirn einhergeht, oder ein Schlag auf den Kopf Blockierungen von Wirbeln nach sich ziehen kann. Jeder Schädelknochen hat auf ganz bestimmte Bereiche des Körpers Einfluss. So könnte eine Fehlstellung des Keilbeins direkten Einfluss auf das Hormonsystem des Pferdes haben – Rossestörungen oder Schilddrüsendysfunktionen könnten mögliche Folgen sein. Ein blockiertes Tränenbein kann z. B. Augenprobleme, chronische Bindehautentzündungen, ständigen Nasenausfluss zu Folge haben, die durch CST behandelt und geheilt werden können. Die Kiefergelenke sind fast bei allen Zahnproblemen betroffen, oft auch bei Pferden die schlecht durchs Genick gehen oder bei Koppern.
Weitere Strukturen, die bei der CST überprüft und behandelt werden, sind Körperfaszien – bindegewebige Strukturen, die einerseits die Muskulatur gegen die Haut abgrenzen aber auch Brust-, Bauch- und Beckenhöhle auskleiden und die inneren Organe umgeben. Vier große Faszien – die Kopf-Hals-Faszie, die Brust Apertur, das Zwerchfell und die Beckenfaszie verbinden alle Strukturen des Körpers miteinander – und werden routinemäßig gecheckt. „Nach Koliken oder Erkältungskrankheiten mit Husten ist z. B. immer das Zwerchfell zu behandeln“, erklärt Dr. Wanas.

Aussichtslose Fälle
Durch diese sehr vorsichtige, aber weit in die Tiefen der Körperstrukturen vordringende Technik können Pferde mit sehr verschiedenen Problemen und Krankheitsbildern behandelt werden – auch jene, denen schulmedizinisch oft nicht oder nur teilweise geholfen werden kann, wie etwa Headshaker, Allergiker, Ekzemer, Kopper oder Pferde mit unerklärlichen Lahmheiten, eigenartigen Bewegungsmustern oder Koordinationsstörungen. Auch bereits chronische Krankheiten wie Asthma oder chronische Bronchitis, chronische Koliken usw. können eine deutliche Verbesserung erfahren. Dr. Wanas ist außerdem zur Überzeugung gelangt, dass man das Cushing Syndrom durch CST beeinflussen kann und sucht deshalb ‚Cushing-Pferde’ für eine Studie (siehe Pferdplus 5/2011).
Generell ist für sie CST ein sehr gutes Hilfsmittel, das andere Behandlungsmethoden unterstützt. Bei schweren Verletzungen, Blutungen, Brüchen usw. ist jedoch eine schulmedizinische Erstversorgung unumgänglich. Auch muss dem Pferdehalter klar sein, dass die beste CST wie auch alles andere wenig hilft, wenn die Haltungsbedingungen, Bewegungsmöglichkeiten und die Fütterung des Pferdes zu wünschen übrig lassen.

Artikel aus der Pferdplus

#2 RE: Craniosacrale Balance von Admirals Miss 10.08.2012 11:51

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Zur Info für die Österreicher

in Österreich gibt es den Beruf "Tierheilpraktiker" nicht.
Es is auch nicht erlaubt ohne medizinische Ausbildung eine Behandlung oder Therapie durchzuführen.

In Österreich gibt es die Craniosacrale Balance, die durch "Hilfesteller zur Erreichung einer körperlichen, bzw. energetischen Ausgewogenheit" durchgeführt werden darf

#3 RE: Craniosacrale Balance von winningdash 10.08.2012 12:24

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wow, das ging ja schnell :respekt: das hab ich mir gleich ausgedruckt, so kann ichs konzentrierter lesen! Also unsere Therapeutin macht das auch nur "privat". Sie hat den Winni geritten bevor ich ihn gekauft hab und uns am Anfang noch "begleitet". Unsere (Kleintier)-TÄ, die auch nen Ex-galoppi im Stall hat und international als Amazone unterwegs war, hat in D ne Ausbildung für Chriopraktik gemacht. Das gönn ich dem Winni auch mehrmals im Jahr.

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